02/10/18: Fake-News-Angriff auf Kontist, Amazons nicht sooo neue Kreditkarte, Creditshelf

Exklusiv: Berliner Fintech Kontist wird Opfer von Fake-News-Attacke

Das Finanz-Startup Kontist ist nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ Opfer einer Fake-News-Attacke geworden. Am Freitag berichteten diverse englischsprachige Medien, darunter das in der Fintech-Szene anerkannte Branchenportal „Finextra“, von einer 12 Mio. Euro schweren Finanzierung für den Berliner Banking-App-Betreiber. Bei der Quelle für die Meldung handelte es sich angeblich um das Unternehmen selbst – was laut CEO Christopher Plantener aber ebenso falsch war wie die Nachricht als solche. Stattdessen waren die Medien offenbar auf eine gefälschte Pressemitteilung hereingefallen. Wer hinter der Tat steht ist unklar. Vieles spricht dafür, dass es sich um einen Versuch handelte, die aktuelle Funding-Runde von Kontist zu torpedieren. Denn: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ stand das Fintech zum Zeitpunkt der Meldung tatsächlich vor dem Abschluss einer Finanzierung. Lesen Sie hier, was daraus nun wird, wie die Täter vorgingen – und was in der gefälschten Pressemitteilung stand: Finanz-Szene.de

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News

Falls Sie heute Früh bei der Zeitungslektüre oder gestern bereits bei der Online-Lektüre über Headlines wie „Amazon führt Kreditkarte ein“ (Börsen-Zeitung) oder „Vorstoß ins Finanzgeschäft: Amazon bietet eigene Kreditkarte an“ (n-tv) gestolpert sein sollten … dann lassen Sie sich bitte trotzdem nicht völlig verrückt machen. Denn wenn wir die Gemengelage richtig deuten, dann gibt es die Amazon-Kreditkarte in Kooperation mit Visa und der Landesbank Berlin schon recht lange – das einzige, was neu ist, sind die Konditionen (und auch das nur, so deuten wir die Dinge jedenfalls, für Prime-Kunden). Tagesspiegel, Twitter, Mobiflip, t3n

Bundesbank kündigt Digitalisierung der Aufsicht an: Konkrete Pläne will der zuständige Vorstand Joachim Wuermeling zwar erst 2019 vorlegen. Allerdings bereitet er heute Morgen in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ schon einmal argumentativ den Boden: „Aufsicht ist stark auf die Verarbeitung und Auswertung von Daten angewiesen. Beides kann mit den neuen digitalen Instrumenten in ganz anderer Art und Weise […] geschehen, als das bisher der Fall war“. BÖZ

Deutsche Bank schneidet Vertrieb im Kapitalmarktgeschäft neu zu: Die Veränderungen, die Spartenchef Stefan Hoops im „Handelsblatt“ skizziert, laufen darauf hinaus, dass der Vertrieb nicht mehr entlang der Produktgruppen gegliedert wird – sondern entlang der Kundengruppen. Von den rund 1800 Kundenbetreuern sind in Zukunft 800 für die Unternehmenskunden, 800 für institutionelle Investoren und 200 für das Geschäft mit anderen Banken zuständig. HB (Paywall)

Was macht eigentlich Quirion, der Robo-Advisor der Quirin-Bank? Ende 2017 hatte er laut Geschäftsbericht 102 Mio. Euro Assets under Management, zur Jahresmitte waren es laut Halbjahresbericht 120 Mio. Euro, Ende August lag das Volumen (mit Rückenwind aus dem Finanztest-Vergleich) laut Pressemitteilung bei 135 Mio. Euro und Ende September waren es laut Tagesspiegel-Interview von diesem Wochenende 143 Mio. Euro. Anders ausgedrückt: Fintech ist manchmal mehr Eichhorn als Einhorn, aber immerhin: Hinter  Scalable, Liqid, Cominvest (Comdirect/Coba) und mutmaßlich Robin (Deutsche Bank) dürfte Quirion die Nummer fünf im deutschen Markt sein.

Apropos Eichhörnchen: Beim Frankfurter KMU-Finanzierungsvermittler Creditshelf (der als börsennotiertes Fintech ja jetzt Zahlen ohne Ende raushaut) sind die Kreditanfragen im ersten Halbjahr von 166 Mio. Euro auf 507 Mio. Euro gestiegen, die tatsächlich vermittelten Kredite aber im Vergleich dazu nur von 8,3 Mio. Euro auf 15,4 Mio. Euro. Mal sehen, ob die erhöhte Visibilität (im Zuge des IPOs Ende Juli) dazu beiträgt, dass im zweiten Halbjahr nicht nur mehr Kunden kommen, sondern vor allem auch solche, die man haben will. DGAP 

Consorsbank tauscht den Chef aus: Die viertgrößte deutsche Direktbank (zu der ja auch die DAB-Bank …) hat zum 1. Oktober einen Wechsel auf der CEO-Position vollzogen. Während der bisherige Consors-Chef Kai Friedrich via Linkedin seinen Abschied verkündete (hier der entsprechende Link), bilden seine bisherigen Stellvertreter Sven Deglow und Fabrice Flet nun eine Doppelspitze. Deglow, der erst im April von der Comdirect zur Consorsbank gewechselt war, zieht zudem ins deutsche Board von BNP Paribas ein (die BNP ist ja bekanntlich die Mutter von Consors/DAB). Hier die offizielle Pressemitteilung.

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Erinnern Sie sich noch an unsere Analyse „Wie der Wettbewerb die deutschen Banken ins Kreditrisiko treibt“ von Ende Juli? So gaaaanz falsch können wir damals nicht gelegen haben, denn Bafin-Chef Felix Hufeld schlägt jetzt im „Handelsblatt“-Interview in die gleiche Kerbe. Zitat: „Eine zu laxe Kreditvergabe kann in der Zukunft zu großen Problemen führen. Falls dann parallel noch weitere Risikofaktoren hinzukommen, etwa geopolitische Risiken oder ein Einbruch der Konjunktur und bei den Immobilienpreisen, könnte ein perfekter Sturm drohen.“ HB (Paywall), dpa-afx

„Deutschlands Bankenbranche ist zersplittert, altmodisch und verdient kaum Geld“: Meinen jedenfalls – nicht ganz zu Unrecht – die Kollegen der „Zeit“ und präsentieren fünf Thesen, wie (angeblich) alles besser würde, nämlich unter anderem mit mehr künstlicher Intelligenz und weniger Landesbanken. Die Zeit

Macht sich der Frankfurter Finanzplatz  was vor, wenn er sich (wie das konkret die Main-Finance-Menschen und die Helaba-Menschen tun) weiterhin in der Brexit-Pole-Position wähnt? Zumindest eine „Financial Times“-Geschichte über Pariser den Finanzplatz von Anfang dieser Woche liest sich so. Denn dort ist unter anderem von einem riesigen Handelssaal die Rede, den die Bank of America momentan in der französischen Hauptstadt errichte. FT (Paywall)

Liegt es an Mifid II, dass manchen Bankberatern die Kunden ausgehen? Nein, es liegt eher daran, dass immer mehr Kunden die Beratungssituation scheuen. Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war am Freitag das Plattformbanking-Plädoyer. Finanz-Szene.de

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