04/02/19: Was ist wirklich Sache bei Wirecard?, DWS-Sause, Dt. Bank vs. Trump

Die große Analyse: Was ist jetzt eigentlich Sache bei Wirecard?

Hat es hierzulande schon mal etwas Vergleichbares gegeben? Dass die Aktie eines Dax-Konzerns binnen drei Tagen zweimal regelrecht einsackt, weil Medienberichte das Unternehmen mit Vergehen wie Geldwäsche und Fälschung in Verbindung bringen? Kurz der Stand der Dinge für diejenigen, die Freitagmittag schon im Wochenende waren: Die „Financial Times“ hat die am Mittwoch erstmals erhobenen Vorwürfe am Freitagnachmittag in einem zweiten Artikel konkretisiert. Daraufhin rauschte die Wirecard-Aktie erneut ab, in der Spitze um knapp 30% – obwohl der Zahlungsdienstleister auch diesen Bericht zurückwies. Und nun? Für diesen Montag, 13 Uhr, hat Wirecard einen Conference Call angekündigt. Es geht um die Glaubwürdigkeit eines der größten deutschen Finanzkonzerne. Wir haben das Wochenende genutzt, um den hochkomplexen Fall gründlich zu analysieren. Voilà: Finanz-Szene.de

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Shortseller haben in den Tagen vor dem ersten „FT“-Artikel ihre Wetten gegen Wirecard deutlich aufgestockt. Insgesamt erhöhte sich das Volumen der zum Leerverkauf verliehenen Aktien binnen drei Wochen um rund 250 Millionen Euro. Das zeigen Zahlen des Londoner Datendienstleisters Markit, die „Finanz-Szene.de“ vorliegen. Während der Anteil der verliehenen Aktien bis zum 21. Januar wochenlang relativ konstant zwischen 1,8% und 2,2% lag, zog der Anteil bis zum 25. Januar (das war der vorvergangene Freitag) sprunghaft auf 3,0% an. Am vergangenen Mittwoch, als der erste Artikel erschien, waren es 3,1%.

Hat sich die Deutsche Bank, bei allen Problemen, die sie eh schon hat, auch noch den Zorn Donald Trumps zugezogen? Scheint so. Denn wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ berichten, hat das Geldinstitut dem damaligen Präsidentschaftskandidaten 2016 einen Kredit in Millionenhöhe verweigert. Wenn wir es richtig verstehen, fürchtete die Deutsche Bank im Falle einer Kreditgewährung zwei Szenarien: 1.) Würde Trump  wirklich US-Präsident werden (was er dann ja auch wurde), hätte man bei einem Kreditausfall vor der Frage gestanden, ob man jetzt wirklich Vermögen des POTUS verpfänden solle? Und 2.) Womöglich wäre einem das Ganze ja sogar als Wahlkampfhilfe ausgelegt worden. FAZNYT (Paywall), WSJ

Und dafür jetzt der ganze Heckmeck? Die Eigentümer der NordLB, von denen man monatelang mit gutem Grund annehmen durfte, dass sie nicht wissen, was sie eigentlich wollen, haben am Freitag nun kurzerhand doch eine Entscheidung getroffen, wie es mit der maroden niedersächsischen Landesbank weitergehen. Die Last-Minute-Offerte von Cerberus und Centerbridge wurde abgelehnt, statt wollen die Länder (also neben Niedersachen auch noch Sachsen-Anhalt) und der öffentlich-rechtliche Bankensektor das Institut nun gemeinsam auffangen. Konkret: Aus Hannover kommen 1,5 Mrd. Euro und ein paar Garantien, von den Sparkassen und Landesbanken 1,2 Mrd. Euro, Magdeburg soll auch noch ein bisschen was beisteuern, sodass das zuletzt auf bis zu 3,7 Mrd. Euro veranschlagte Kapitalloch dann irgendwie geschlossen sein soll. Börsen-Zeitung (Paywall), FAZ

Wie Sie vermutlich mitbekommen haben, hat die Deutsche Bank am Freitag Zahlen vorgelegt, die zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig sind (bzw.: Sie sind, wenn man den Interpretationen der vergangenen Woche glauben darf, zu gut für eine Notfusion und zu schlecht für ein dauerhaftes Stand-alone-Dasein). Mit einem Nettoergebnis von 267 Mio. Euro erreichte das Institut sein Minimalziel (erster Gewinn seit 2014), verfehlte aber aufgrund eines schwachen vierten Quartals die ohnehin bescheidenen Erwartungen der Analysten. Das Kostenziel wurde mit einem bereinigten Aufwand von 22,8 Mrd. Euro erreicht, die Erträge (minus 4% auf 25,3 Mrd. Euro) bleiben das Problem, und blickt man auf die Sparten, dann war die Transaktionsbank wieder mal der Lichtblick – und das Investmentbanking das Gegenteil dessen. Und für 2019? Hält CEO Sewing an seinem Kernziel (4% RoE) tapfer fest. Börsen-Zeitung, Süddeutsche, Capital

Sollen wir in einem Abwasch dann auch gleich die DWS abhandeln? Brutale Nettoabflüsse in Höhe von 22,3 Mrd. Euro. +++ Bereinigte Erträge minus 8% auf 2,3 Mrd. Euro. +++ Nach Steuern nur noch 391 Mio. Euro Gewinn (minus 38%). +++ Und die Ziele? Wenn wir uns nicht verguckt haben (war echt viel zu tun übers Wochenende), dann hat Neu-Chef Wöhrmann aus dem Flop seines Vorgängers Moreau (der die Latte erst hoch gehängt und dann satt gerissen hatte) gelernt und betreibt Lowballing in einer neuen Dimension. Konkret: Man wolle sich nun, nachdem die Cost-Income-Ratio wieder auf über 70 Prozent gestiegen ist, mittelfristig auf die angestrebte Aufwand-Ertrags-Relation von weniger als 65 Prozent „zubewegen“ (unsere Fettung). Sieht fast so aus, als orientiere sich Wöhrmann am Erfolgsrezept eines der größten Publikumsfonds seines Hauses, dem DWS Concept Warmeabend* (*Name von der Redaktion geändert). Denn der erhebt ja bekanntlich sogar für das Schlagen des aktuell negativen Geldmarktzinses eine „Performancefee“. Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall)

Hat Berenberg seine Zahlen in Zeiten, da die Gewinne noch sprudelten, eigentlich auch schon  freitags im Schatten der Deutschen-Bank-Zahlen veröffentlicht? Wir erinnern es nicht, tut allerdings ja auch nicht unbedingt was zur Sache. Also: Der Jahresüberschuss ist 2018 von 90 Mio. Euro auf nur noch 23 Mio. Euro zurückgegangen, was der phG Peters damit begründete, „dass mein Kompagnon Riehmer und ich im vergangenen Jahr leider nicht gut gearbeitet haben“ … ach nein, sorry, wir haben uns verlesen. In Wirklichkeit hat er gesagt, dass das Börsenjahr extrem schwierig und Mifid II sehr teuer in der Umsetzung gewesen seien. Das „HB“ macht derweil aus einer schon länger kursierenden Theorie eine offizielle Meldung: Wenn der phG Peters 2020 die – intern gesetzte – Altersgrenze von 65 Jahren erreicht, könne der Anfang 2017 von der DWS verpflichtete Henning Gebhardt sein Nachfolger werden. Ob’s so kommt? Mmhhhh. Ist ja nicht so, als wären die AuMs wahnsinnig explodiert, seit Gebhardt da ist.  Pressemitteilung, Handelsblatt (Paywall)

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