04/07/18: Der KYC-Appell der dt. Fintechs, Ottonova hat kaum Kunden, Wie N26 wirbt, IPO-Geld statt VC-Geld

Exklusiv: Deutsche Banken (und Fintechs) fordern drastische Vereinfachung der KYC-Regeln

Die deutsche Kreditwirtschaft verlangt eine drastische Vereinfachung der Know-Your-Customer-Regeln. Das geht aus einem Positionspapier des Bankenverbands hervor, das „Finanz-Szene.de“ exklusiv vorliegt. Hintergrund: Die immer detaillierteren Geldwäschegesetze (nächste Woche tritt bereits die 5. Fassung der entsprechenden EU-Richtlinie in Kraft …) machen es für die Banken teuer, die KYC-Daten ihrer Kunden zu erheben. Hinzu kommt, dass die Regeln von Land zu Land abweichen, was eine Wiederverwertung der Daten (zum Beispiel wenn ein französischer Student in Deutschland ein Konto eröffnen will) erschwert. Die Banken-Lobby fordert daher, die KYC-Prozesse europaweit zu vereinheitlichen – wozu auch gehöre, dass überall die gleichen Identifikationsmerkmale gelten sollen. „Dadurch ließen sich die Kosten deutlich senken, zudem würde den Verbrauchern viel Aufwand erspart“, sagte BdB-Geschäftsführer Andreas Krautscheid gegenüber „Finanz-Szene.de“. Auch Identifikations-Fintechs wie ID Now stehen hinter die Forderungen. Motiv: Bei einer Standardisierung der Prozesse winkt neues Geschäft – auch grenzüberschreitend. Hier alle Details: Finanz-Szene.de

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Frankreichs Banken schlagen den nächsten Pflock im deutschen Markt ein

Was lernen wir aus dem gestern verkündeten Verkauf des Commerzbank-ETF-Geschäfts an die Société Générale? Mit Blick auf die Coba nicht viel: Die Gelbbank will sich aufs Kerngeschäft  konzentrieren – und freut sich, einen kleinen Erlös zu genieren (angeblich im niedrigen dreistelligen Mio.-Bereich) sowie ein bisschen Eigenkapital freizuschaufeln. Spannender ist der Blick auf die andere Seite der Transaktion: Nach der BNP Paribas (DAB, 2014), Oddo (BHF, 2016) und BPCE (Fidor, 2016) arrondiert die nächste französische Bank ihr Deutschland-Geschäft. Wobei diese Liste natürlich nicht vollständig ist. Man denke nur mal an die Targobank (hinter der die Crédit Mutuel steht) oder an die Ambitionen wiederum der BNP Paribas im deutschen Firmenkundengeschäft (und als Depotbank, siehe DWS-Meldung von letzter Woche). Erstaunlich, wie sich das Kräfteverhältnis zwischen der deutschen und der französischen Kreditwirtschaft seit der Finanzkrise verschoben hat. Börsen-Zeitung, FAZ (S. 24), HB (Paywall)

News

Der Creditshelf-Elgeti-IPO-Style: Wie Sie sich vielleicht erinnern, hatten wir uns letzte Woche gewundert, dass schon wieder ein eher unreifes deutsches Fintech (nämlich die Frankfurter KMU-Kreditplattform Creditshelf) an die Börse geht. Was wir ehrlich gesagt nicht auf dem Zettel hatten, bevor wir es gestern in der Pressemitteilung lasen: Hinter Creditshelf steht der schillernde (Ex-)Immobilien-Mogul Rolf Elgeti. Der machte mithilfe der Börse einst den TAG -Konzern groß, was jetzt auch seine Idee für Creditshelf sein dürfte. Nun ist bei einem Fintech-IPO natürlich sehr viel unklarer, was mit dem Emissionserlös passieren soll – während eine Immobilienfirma mit den Einnahmen einfach ein paar Immobilien kauft und also die Aktivseite aufbläst. Und trotzdem: Vielleicht ja ein ganz spannendes Experiment, ob man so ein Fintech auch mit IPO-Geld statt mit VC-Geld großkriegt. DGAP

Acht Sparkassen preschen mit der „Mobile Banking“-App vor: … und zwar die in Aachen, Baden-Baden Gaggenau, Hannover und Nürnberg sowie die Förde Sparkasse, die Nassauische Sparkasse und die Kreissparkassen Ludwigsburg und Rhein-Hunsrück. Zur Erinnerung: Der offizielle „Rollout“, wie das neuerdings im Sparkassen-Deutsch heißt, ist eigentlich erst für Anfang August geplant.

HSBC Trinkaus hat einen neuen Firmenkunden-Chef, nämlich Nicolo Salsano, den früheren Investmentbanking-Chef der Credit Suisse in Deutschland. Finance Magazin

Und dann haben wir noch eine weitere spannende (und sogar exklusive) Personalie für Sie: Die allerdings versteckt sich ausnahmsweise in der Rubrik „Ich lese Finanz-Szene.de, weil …“.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …“

… dieser Newsletter eine tägliche Pflichtlektüre ist, der man den journalistischen Drive for Excellence in jeder Zeile anmerkt“.

Dr. Hans-Martin Kraus war bislang „Head of Payments EMEA“ bei Capco und wird 2019 (nach einer Non-Compete-Phase) Partner bei Deloitte.

Linktipps

Die europäische Bankenbehörde EBA hat gestern zwei Studien zum Einfluss von Fintechs auf die hiesige Bankenbranche veröffentlicht. Für alle, die zumindest mal reinlesen wollen: Das hier ist das eher allgemeine Paper, während es in dem hier um die aufsichtsrechtlichen Aspekte geht (jeweils als PDF).

Die UBS will ihre vermögenden Privatkunden künftig mit Avataren statt mit Menschen kommunizieren lassen: … wobei es natürlich erst einmal eine Testphase geben soll. Reuters

Das üppig finanzierte Krankenversicherungs-Startup Ottonova hat bislang noch nicht einmal 1000 Kunden: … räumt der Gründer ein. Deutsche Startups

N26 wirbt am Frankfurter Hauptbahnhof jetzt im Sparkassen-Rot und im Deutsche-Bank-Blau: Naja, jedenfalls fast, wie der unverwüstliche Jochen Siegert entdeckt hat. Twitter

Wird Valentin Stalf zum Udo Jürgens des digitalen Zeitalters? „Der Brutkasten“ (das ist so etwas wie die österreichische Version von „Gründerszene“) erzählt die N26-Story aus austriakischer Perspektive. Der Brutkasten

Karriere

Dünne Boni – aber immerhin sechs Einkommensmillionäre:  So gut zahlte die LBBW im vergangenen Jahr. efinancialcareers

 Klickfavorit

… war gestern unsere große Analyse „Sind Deutschlands Banker zukunftsblind?“ Finanz-Szene.de

Back-End

So sind sie, die Fintech-Menschen: Kaum, dass sie bei einer richtigen Bank in Lohn und Brot stehen, hat das Hobby auch schon Vorrang vor dem Beruf. Wobei, ging ja um den guten Zweck. Linkedin