04/09/18: Das große Wirecard-Rätsel, Megafusion im Sparkassen-Sektor, Kundenflucht bei DKB

Exklusiv-Analyse: Wirecard macht rund viermal (!) so viel Marge wie Adyen – aber warum?

Was steckt hinter dem Hype um Wirecard? Wie gut ist das Unternehmen wirklich, wie funktioniert das Geschäftsmodell, wie erklärt sich der irre Börsenwert von mittlerweile rund 24 Mrd. Euro? Mit diesen Fragen hat sich „Finanz-Szene.de“-Analyst Thomas Borgwerth in tagelange Klausur begeben. Als Schablone für seine Untersuchung diente ihm der ähnlich umjubelte niederländische Zahlungsdienstleister Adyen, der bekanntlich im Juni an die Börse ging und auch schon auf ein Marktkapitalisierung von 18 Mrd. Euro kommt. Borgwerth ist tief in die Geschäftsberichte beider Firmen eingetaucht, hat unzählige Kennzahlen miteinander verglichen – und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen, wie er im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“-Betreiber Heinz-Roger Dohms erläutert. Denn: Obwohl Wirecard und Adyen beinahe identische Geschäftsmodelle verfolgen, gibt es bei entscheidenden Kennzahlen gewaltige Unterschiede. Wie kann das sein? Lesen Sie hier unsere üppige Analyse (Warnhinweis: Lesezeit rund 10 Minuten): Finanz-Szene.de

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News

Wann schmieden die Sparkassen endlich einen mächtigen Verbundplayer, wie das die Genos mit der DZ Bank getan haben – statt weiterhin auf das Nebeneinander verschiedener Landesbanken, Versicherer, Bausparkassen etc. pp. zu setzen? Antwort: Naja, immerhin bahnt sich jetzt schon mal die Fusion von Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest an, wie der „Versicherungsmonitor“ und das „Manager Magazin“ berichten. Dass es dafür eine Handvoll Anläufe gebraucht hat – geschenkt.  Und dass der künftige Versicherungsriese über gleich drei Konzernzentralen verfügen soll – ebenfalls geschenkt. So ist das halt. Versicherungsmonitor (Paywall), Manager Magazin

Apropos Fusionen: In den nächsten zwölf Monaten werde es im europäischen Bankensektor zu vermehrten Zusammenschlüssen kommen, schreiben die Investmentbanker der UBS in einer neuen Studie (wobei sie auch seltsame Investmentbanker wären, wenn sie das Gegenteil behaupten würden …). Börsen-Zeitung (Paywall), Handelsblatt (Paywall)

DKB verliert rund 15.000 Kunden pro Monat: Diese hübsche Erkenntnis ist den Kollegen der „Börsen-Zeitung“ zu verdanken, denen aufgefallen war, dass die von der BayernLB (also vom Mutterkonzern) verkündeten Neukunden-Zahlen (rund 100.000  im ersten Halbjahr) von den von der DKB selbst verkündeten Zahlen (193.000 im ersten Halbjahr) deutlich abweichen. Wie es zu der Differenz kommt? Ganz einfach: Die DKB verkündet offenbar (anders als es üblich ist und lauter wäre) nicht die saldierten Zahlen, sondern die Bruttozahlen, was nun wirklich einer der billigsten PR-Tricks überhaupt ist. Aber sei’s drum. Jedenfalls: Angeblich ist die DKB jetzt bei gut 3,8 Mio. Kunden. Will sie ihr 4-Mio.-Ziel bis Jahresende erreichen, muss sie also nochmal kräftig in die Akquise investieren oder aber weniger Kunden verlieren. Oder: Sie muss bei den Zahlen halt ein bisschen schummeln. Börsen-Zeitung (Paywall)

Exklusiv – Verivox übernimmt große Teile von Getsafe: Wie die großen Vergleichsportale den klassischen Finanzdienstleistern den Zugang zum Endkunden streitig machen, hatten wir Ihnen vor einiger Zeit ja schon einmal dargelegt. Während Check24 dabei eher eine „Wir bauen alles selber“-Strategie an den Tag legt, kauft der Rivale Verivox nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ weiterhin fleißig zu – und schnappt sich nach dem Kauf der Multi-Banking-App Outbank und des Vertragsmanagers Aboalarm nun auch noch weite Teile des Versicherungs-Fintechs Getsafe. Hier mehr Details: Finanz-Szene.de

„Solarisbank verstärkt Unternehmensführung“, ist die jüngste Pressemitteilung der (logisch …) Solarisbank überschrieben: … nun meint der Verfasser das natürlich in erster Linie qualitativ und das vermutlich sogar mit gutem Grund, schließlich handelt es sich bei dem einen Neuen (nämlich bei Chief Commercial Officer Jörg Diewald) um einen ehemaligen Targo-Banker, während der zweite Neue (nämlich Chief Technology Officer Dirk Daumann) von Pro Sieben Sat.1 kommt.  Zugleich hat die Führungsebene der Solarisbank  mittlerweile jedoch auch quantitativ eine Mann-Stärke (Frauen sucht man wie bei fast allen Fintechs vergeblich) erreicht, die schon fast an eine Großbank gemahnt. Dem Vorstand gehören laut Impressum jetzt vier Leute an, hinzukommen zwei Generalbevollmächtigte und ein Mitglied des „Extended Management Boards“, sodass jetzt sieben Solarisbanker das Wort „Chief“ auf der Visitenkarte führen. Pressemitteilung

Und noch ein paar Kurzmeldungen: Die EZB warnt, dass sich die Europäer zu sehr von nicht-europäischen Bezahldiensten wie Paypal abhängig machen (Manager Magazin); die Börsenpläne von Funding Circle, über die wir ja schon zweimal berichtet hatten, sind jetzt offiziell (Guardian); der schwedische Online-Bezahldienst Trustly startet in Deutschland (Handelsblatt/Paywall)

That’s not news

Wie gewohnt immer dienstags unser kurzer Rückblick auf die Nachrichten vom Wochenende:

  • Stefan Ermisch soll auch nach dem geplanten Eigentümerwechsel die HSH Nordbank führen: … weshalb sein Vertrag verlängert wird, wenn auch erst einmal nur um ein Jahr. Reuters/Handelsblatt (Paywall)
  • Federal Reserve gewährt Deutscher Bank Aufschub: Das wichtigste Geldhaus hierzulande braucht seinen US-Abwicklungsplan erst zum 1. Juli 2020 vorzulegen – und nicht schon 2019, wie es bislang hieß. ARD

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Linktipps

Werte Retailbanken, die ihr mit einem schrumpfenden Ertragspool zu kämpfen habt … und werte Fintechs, die ihr gar nicht wisst, was ein Ertragspool überhaupt ist … Vielleicht lauscht Ihr einfach mal, was ein durchschnittlicher deutscher Bankkunde, nämlich Olaf Sch., 60 Jahre, geboren in Osnabrück, wohnhaft in Potsdam, Euch (und Eurer Angebotspalette) zu sagen hat: Twitter (Video)

Hat das Scheitern von Lendstar, Cringle und Cookies wirklich mit einem Nischenmangel zu tun? Oder ist nicht vielmehr das Problem, dass P2P für sich genommen schlicht kein Geschäftsmodell ist? Jedenfalls: Unser entsprechender Beitrag vom vergangenen Freitag („Macht es überhaupt noch Sinn, ein deutsches Payment-Startup zu gründen?“) hat in den sozialen Netzwerken ein paar Debatten ausgelöst. Hier beispielhaft eine davon: Linkedin

Warum die Pleite des britischen Ur-Fintechs (und Wucher-Fintechs) Wonga zeigt, dass Technologie vielleicht nicht die Antwort auf alles ist. Independent

Wenn Leser auf „Antworten“ drücken

Liebe Leserinnen und Leser, dürfen wir Ihnen mal ein ganz großes Kompliment machen? Denn: Das klappt super mit Ihnen! Wir schicken Ihnen morgens eine freundliche Mail. Und Sie (oder jedenfalls: viele von Ihnen) schicken uns dann eine freundliche Mail zurück, in der Sie uns darauf aufmerksam machen, was wir mal wieder alles übersehen haben. Woraus wir dann neuen Stoff für die nächsten Mails an Sie ziehen. Am Freitag z.B. machten uns gleich mehrere Leser darauf aufmerksam, dass sich sehr wohl Halbjahreszahlen zu HVB und ING Diba finden lassen – man muss halt nur ein bisschen danach suchen. Haben wir gemacht und die Tabelle entsprechend ergänzt. Sehr hilfreich auch der Leser-Hinweis, dass es neben Cookies, Lendstar und Cringle noch eine weitere  gescheiterte P2P-Payment-Lösung gibt, nämlich Kesh (ein Angebot der Fintech Group). „Hat viel mehr abgewickelt als Cringle und auch als Lendstar, wurde aber aus strategischen Gründen eingestellt“, schreibt uns der Leser, übrigens ein nicht unbekannter C-Level-Mensch. Und dann bekamen wir noch eine weitere interessante C-Level-Leser-Mail. Inhalt: Die Aufregung um die publik gewordenen Revisionsberichte der NordLB sei völlig übertrieben. Zwar teilen wir diese Einschätzung nicht unbedingt. Was allerdings natürlich kein Grund ist, Ihnen die fundiert begründete Leser-Meinung vorzuenthalten. Voilà: Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war am Freitag die Analyse der Halbjahreszahlen der deutschen Banken. Finanz-Szene.de

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