04/10/18: Dt. Banken geben Robo-Projekte auf, Funding Circle mit IPO-Flop, Kontist/Simplesurance

Exklusiv: Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Advisor-Projekte

Als nächste bedeutende Retailbank nach der Commerzbank und der Hamburger Sparkasse begräbt nun auch die deutsche Santander-Tochter ihr Robo-Advisor-Projekt. Eine Sprecherin bestätigte Informationen von „Finanz-Szene.de“, wonach Santander das „Sina“ genannte Angebot dichtgemacht hat – nachdem es zuletzt geheißen hatte, „Sina“ werde lediglich überarbeitet. Auch wiederholte Medienberichte, wonach der Santander-Robo in neuer rechtlicher Hülle wiederaufleben werde, sind demnach falsch. Stattdessen wird sich die deutsche Santander laut den Informationen von „Finanz-Szene.de“ fürs erste komplett vom Thema „Digitale Vermögensverwaltung“ verabschieden. Was sind die Gründe für die Kehrtwende? Und warum zweifeln immer Banken (und übrigens auch Fintechs) an ihren Robo-Plänen? Lesen Sie hier unsere große Marktanalyse: Finanz-Szene.de

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News

Wirecard strebt Marktkapitalisierung von mehr als 100 Mrd. Euro an: Dieses erstaunliche Ziel gibt Vorstandschef Markus Braun heute Morgen in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ aus. Dazu beitragen soll – wenn wir es richtig verstehen, was wir, wenn es um Wirecard geht, aber nur selten tun – die Ausweitung des Geschäftsmodells in Richtung klassisches Banking. Nachdem der bayerische Dax-Neuling im Frühjahr schon angekündigt hatte, Kredite vergeben zu wollen (siehe „Finanz-Szene.de“ vom 28. Mai), soll nun das hauseigene Bezahlsystem „Boon“ in Richtung Smartphone-Konto weiterentwickelt werden. HB (Paywall)

Am Dientag hatten wir ja schon angedeutet, dass die Fake-News-Attacke auf Kontist mutmaßlich das Ziel hatte, eine kurz vor dem Abschluss stehende  Funding-Runde zu torpedieren … Jedenfalls: Wenige Stunden nach unserer Berichterstattung hat Kontist die Finanzierung dann auch öffentlich verkündet. Hauptinvestor ist die Freiburger Haufe Group, was insofern sinnig erscheint, als Kontist eine Konto-App für Freiberufler und Selbständige anbietet, während Haufe mit Lexware für dieselbe Klientel die passende Buchhaltungs-Software im Angebot hat. Laut Kontist-Chef Christopher Plantener hat das Funding ein Volumen von „deutlich mehr“ als 5 Mio. Euro, Haufe erhält einen (mutmaßlich signifikanten) Minderheitsanteil. Pressemitteilung (PDF)

Carsten Maschmeyer wird quasi zum Co-Investor der Deutschen Bank: … was so kam, dass der AWD-Gründer am Dienstagabend in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ankündigte, 1 Mio. Euro in das Frankfurter Fintech Dwins („Finanzguru“) zu investieren, an dem sich im vergangenen Jahr schon die größte Bank des Landes mit damals knapp 25% beteiligt hatte. Auch wenn der Werbeeffekt der ganzen Nummer vermutlich ähnlich viel wert sein dürfte wie das eigentliche Funding (und kostenlos on top kommt), wollen wir uns der euphorischen Berichterstattung anderer Medien nicht uneingeschränkt anschließen. Denn: Mehrere Fintechs, deren Geschäftsmodelle in eine ähnliche Richtung wie das von Dwins  gingen (also grob gesagt irgendwas mit Banking-App bzw. Personal Finance Manager  bzw. Vertragsmanager), konnten sich am Markt nicht wirklich durchsetzen. Siehe -> Outbank, siehe ->Moneymap, siehe -> Figo vor dem Pivot. Gründerszene

Und noch ein Funding: Simplesurance +++ Berliner Insurtech +++ rund 10 Mio. Euro +++ Zu einer Bewertung von (und jetzt raten wir in unserer Feiertags-Euphorie einfach mal ganz frech drauflos, denn wissen tun wir es nicht) irgendwas grob um die 100 Mio. Euro. Gründerszene

Huch, was hat dieser Kreditboom denn jetzt zu bedeuten? Um 8,3% sind in Q2 die neu vergebenen Darlehen an Unternehmen und Selbstständige gestiegen, heißt es im aktuellen KfW-Kreditmarktausblick, aus dem das „Handelsblatt“ heute Morgen aus habituellen Gründen exklusiv zitieren darf. Noch spannender als das Wachstum als solches (über das wir uns als Freunde unserer heimischen Banken natürlich olafscholzmäßig freuen!), ist freilich die Frage: Woher kommt’s? Die Volkswirte der Deutschen Bank, die dieser Tage Ähnliches beobachtet hatten wie nun die KfW, meinen grob zusammengefasst: „Alles dufte da draußen.“ Die Staatsbanker hingegen kommen zu einer fast schon gegenteiligen These: Alles so unsicher da draußen (gerade was die Frage angeht, wie lange die Zinsen niedrig bleiben), dass sich die Unternehmen zur Sicherheit mit Liquidität vollsaugen. Handelsblatt (Paywall)

Die Aktien des größten europäischen Marketplace-Lenders Funding Circle sind gestern zum Börsenstart um ein Viertel eingebrochen: … was nicht nur für die in Berlin ansässige Deutschland-Tochter des Londoner Fintechs eine schlechte Nachricht ist, sondern indirekt auch für den Düsseldorfer Konkurrenten und hiesigen Marktführer Auxmoney. Denn der erwägt ja bekanntlich, ebenfalls an die Börse zu gehen. Sollte es (zumindest im Hinterkopf der Gründer) schon grobe Preisvorstellungen gegeben haben, dann dürften diese (freilich ebenfalls nur im Hinterkopf) nun ein bisschen heruntergeschraubt werden. BBC

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Linktipps

Wenn Sie anstelle unseres Heißdüsen-Newsletters mal was Richtiges lesen wollen, dann besorgen Sie sich heute Morgen doch einfach mal die gute, alte „Börsen-Zeitung“ (Ausgabe vom 3. Oktober), schlagen Sie die Seite 6 auf – und dann lesen Sie Bernd Neubachers  Artikel „Wenn die Bank auf die grüne Wiese geht“. In dem Stück geht der Kollege nämlich sehr anschaulich der spannenden Frage nach, ob es für IT-legacy-gestresste Altbanken nicht Sinn machen könnte, einfach auf der grünen Wiese eine neue Bank zu gründen, die die alte Bank dann mit allen nötigen Innovationen versorgt. Oder noch krasser: Man schubst die Kunden der Altbank einfach auf die Neubank und gibt die Altbank geflissentlich zur Demontage frei, etwas heißdüsenmäßig zugespitzt ausgedrückt. Börsen-Zeitung (Paywall)

Wenn klassische Banken den digitalen Weg gehen – bedeutet das dann zwangsläufig, dass sie Gefahr laufen, sich selbst zu kannibalisieren? Mit dieser ewig jungen Frage beschäftigt sich der Paymentandbanking-Blog.

Liebe Sparkassen-Chefs unter den „Finanz-Szene.de“-Lesern, wenn Sie ihren Digitalisierungs-Beauftragten mal wieder ein wenig piesacken möchten, dann fragen Sie ihn doch einfach mal, was er von Robotic Process Automation hält. Wichtig: Zuvor sollten Sie sich selber ein wenig ins Thema eingelesen haben. Dabei wird Ihnen zum Beispiel dieser Link hier behilflich sein: Der Bank-Blog

Klickfavorit

… war am Dienstag die Fake-News-Attacke auf das Berliner Fintech Kontist. Finanz-Szene.de

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