05/04/18: Das Finanzplatz-Manifest, Heftige Kritik an Dt. Bank, ING Diba wird zum 0,01%-Anbieter

Finanzplatz-Lobbyist Väth: „Warum ich an der 10.000 festhalte“

Kommen wirklich 10.000 Brexit-Banker nach Frankfurt? Kaum ein Thema haben wir seit dem Start von „Finanz-Szene.de“ so inbrünstig verfolgt wie dieses. Mal skeptisch, mal spöttisch, mal ironisch – und meist destruktiv. Umso dankbarer sind wir, dass der Mann, der „die 10.000“ einst in die Welt gesetzt hat (nämlich Hubertus Väth, Chef der Finanzplatz-Initiative „Main Finance“) uns in all den Monaten als Leser treu geblieben ist. Und umso erfreuter waren wir, dass Herr Väth spontan zugesagt hat, als wir ihn gefragt haben, ob er nicht einfach mal seine Sicht der Dinge darlegen möchte. Also, 21 Monate nach dem Brexit-Votum: Wie begründet der Finanzplatz-Lobbyist aus heutiger Sicht „die 10.000“? Wieso hält er an der Zahl fest? Und warum könnte die deutsche Finanzmetropole von Väths Kampage auch dann profitieren, wenn es letztlich doch nicht 10.000 Brexit-Banker werden, sondern ein paar weniger? Eine Verteidigungsrede.

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1420 oder 3050: Wie viele Brexit-Jobs hat Frankfurt bislang eigentlich schon sicher?

Wie weit die Zählungen in Sachen Brexit-Banker auseinanderklaffen, zeigen zwei dieser Tage veröffentlichte Meldungen von „Bloomberg“ und „Reuters“. Während die eine Nachrichtenagentur auf 3050 Jobs kommt, die von Großbritannien nach Frankfurt wandern, sind es bei der anderen nur 1420. Die große Differenz rührt zum einen daher, dass vonseiten der UBS und Goldman Sachs zuletzt unterschiedliche Zahlen nach außen drangen. Zudem hat „Reuters“ nur jene Arbeitsplätze gewertet, die voraussichtlich schon bis zum offiziellen Brexit-Termin (dem 19. März 2019) in FFM angesiedelt werden. Bloomberg, Reuters

News

Deutsche Bank bestätigt Berufung von vier neuen Aufsichtsräten: … und zwar handelt es sich (wie die „Wirtschaftswoche“ die Tage schon richtig vermutete) um den früheren Merrill-Lynch-CEO John Thain, um die ehemalige Morgan-Stanley-Bankerin Mayree Clark, um die frühere UBS-Managerin Michele Trogni sowie um den scheidenden PwC-Deutschland-Chef Norbert Winkeljohann. Dafür verlassen Ex-SAP-Chef Henning Kagermann, Eon-CEO Johannes Teyssen, die Juristin Louise M. Parent und die frühere JP-Morgan-Managerin Dina Dublon das Gremium. Die Kritik an dem geplanten Revirement ist durchaus vernehmlich. So merkt das „Manager Magazin“ an, dass sich erstmals überhaupt „kein einziger Vertreter der deutschen oder europäischen Industrie“ mehr im Aufsichtsrat befinde. Und die „Börsen-Zeitung“ schlägt gar garstig vor, das „Deutsche“ aus der Firmierung zu streichen. Wiwo, Manager Magazin, Börsen-Zeitung

Auch die Direktbanken wollen offenbar kein Geld mehr: Wenn Sie auf die Links klicken, sehen Sie, wie die ING Diba und die Consorsbank ihre Tagesgeldzinsen zuletzt immer weiter gesenkt haben, und zwar bis auf jetzt nur noch 0,01 Prozent (leider sehen Sie es nicht grafisch, sondern nur tabellarisch, aber trotz interessant).

Die DVAG kungelt mit dem Fintech-Inkubator Finleap: Wie das „Handelsblatt“ heute Früh berichtet, haben die beiden eher ungleichen Unternehmen ein Joint-Venture aufgesetzt, dass die Digitalisierung des Finanzvertriebs vorantreiben soll. HB (Paywall)

Versobank-GAU scheint für Savedo glimpflich auszugehen: Laut „SZ“ sollen die ersten der gut 1100 deutschen Kunden (die bei der von der Aufsicht geschlossenen estnischen Skandalbank ihre Ersparnisse liegen hatten) heute ihr Geld zurückerhalten, die übrigen folgen demnach bis zum 20. April. „Im aktuellen Fall sehen wir, dass die für den Ernstfall vorgesehenen Prozesse greifen“, wird Savedo-Chef Christian Tiessen zitiert. Das Berliner Einlagenportal (hinter dem das Hamburger Fintech Deposit Solutions steht) hatte die deutschen Sparer an die Versobank übermittelt. Süddeutsche

Linktipps

Wenn die Deutsche Bank überleben will …, dann muss sie zur Deutschen Langweilerbank mutieren und sich (statt Goldman nachzueifern) auf Geschäftsfelder wie die (gääähn) Handelsfinanzierung konzentrieren, findet Beat Balzli. Wirtschaftswoche

Die Mobile App der Deutschen Bank mag ja generell ganz gut sein …, für die mobile Bezahlfunktion gilt dieses Urteil allerdings nicht, kritisiert der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth. IT-Finanzmagazin

Was der Facebook-Skandal für die Banken bedeutet: … unter anderem, dass sie sehr umsichtig sein sollten beim Versuch, die Daten, auf denen sie sitzen, zu Ertrag zu machen. Bankstil

Wo anfangen. Und wann? An welchem Punkt sollten Banken welche neue Finanztechnologie in ihr Angebot integrieren? Der Bank-Blog

Der Mann hinter Schorch: Im Podcast des Paymentandbanking-Blogs erklärt Peter Bosek, Vorstand der österreichischen Erste Group, was sein gefeiertes Online-Banking-Projekt „George“ macht. PAB

Aus der Szene

Wenn ein Berliner Finanz-Startup irgendwo in der Republik eine Dependance errichten will, dann bieten sich einige attraktive Standorte an. Wie wäre es mit München, der heimlichen deutschen Fintech-Hauptstadt? Oder mit Hamburg, wo Unternehmen wie Kreditech und Figo sitzen. Oder: Warum nicht Frankfurt? Und, falls es lieber NRW sein soll: Was ist mit Köln? Aber nein: Bei Fincompare, dem vor einem Jahr gegründeten Vergleichsportal für Unternehmensfinanzierungen, muss es stattdessen Düsseldorf sein. Dabei sitzt ausgerechnet dort der bereits 2012 gegründete Rivale Compeon. Will der Herausforderer dem Platzhirschen etwa die Leute abjagen? Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern unser kleiner Scoop über Paydirekt und Notebooksbilliger. Finanz-Szene.de