05/10/18: Jobabbau bei der DZ Bank, Wirecard-Quatsch, N26 wächst wie verrückt

Warum die neue DZ-Bank-Spitze gleich mal ernst macht – und bis 2022 jeden zehnten Job streicht

Zwar ist der scheidende DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch noch ein paar Monate im Amt – trotzdem schlagen seine Nachfolger Uwe Fröhlich (derzeit Generalbevollmächtigter) und Cornelius Riese (derzeit CFO) schon mal ein paar Pflöcke ein: Wie aus einem Brief des Vorstands an die Mitarbeiter hervorgeht, sollen beim Geno-Dachinstitut bis 2022 knapp 500 Stellen und damit rund jeder zehnte Job wegfallen. Zur Begründung verweist das Management auf die Digitalisierung, die sich „auf die Zahl der benötigten Mitarbeiter“ auswirke. Daneben setzt sich die neue Führung bemerkenswerte Erlösziele: Die operativen Erträge sollen in den nächsten Jahren um mindestens 3,5% p.a. steigen. Was man hierzu wissen muss: Die hübschen Gewinne, die die DZ Bank in den letzten Jahren präsentierte, stammen von Töchtern wie der R+V oder der Union Investment – und weniger aus der eigentlichen Bank. Hierzu haben wir die Grafik „Wie stark Konzern- und Bankgewinn bei der DZ auseinanderklaffen“ für sie angefertigt. Zudem haben wir die fünf wichtigsten Punkte aus dem Brief zusammengefasst: Finanz-Szene.de (Grafik), Finanz-Szene.de (Brief)

Sponsored Content

Wo Insurtech nicht draufsteht – aber drinsteckt! Die Deutsche Familienversicherung ist der volldigitale Versicherer hierzulande.  Mehr erfahren: deutsche-familienversicherung.de/ueber-uns/unternehmen/

N26 gewinnt (nach eigener Aussage) in nur vier Monaten eine halbe Million neue Kunden

N26 bleibt (wenn man den verlautbarten Zahlen trauen darf) eine wahnwitzige Kundengewinnungs-Maschine: Denn wie Gründer Valentin Stalf in einem gestern veröffentlichten „Reuters“-Interview verrät, hat die Berliner Smartphone-Bank europaweit inzwischen 1,5 Mio. Kunden – und das nur vier (!) Monate, nachdem die Akquise des einmillionsten Kunden verkündet wurde.  Wie Stalf weiter sagte, soll N26 im zweiten Quartal 2019 erstmals schwarze Zahlen schreiben  – wobei dem Interview leider eine Fußnote fehlt, wie Stalf das mit den „schwarzen Zahlen“ genau definiert. Aber egal: Unterm Strich bleibt die Entwicklung des mit gut 600 Mio. Euro höchstbewerteten deutschen Fintechs imposant. Der ein oder andere  Rückschlag lässt sich da verkraften. Wie dieser hier: Der offizielle UK-Start kommt deutlich später als ursprünglich geplant. Zudem riecht das Ganze erst einmal nach Testbetrieb, noch nicht nach Vollbetrieb, wie aus dem Reuters-Artikel ebenfalls hervorgeht. Finanz-Szene.de (Grafik zur Kundenentwicklung)

News

Zwei (halbwegs) aktuelle Zahlen zum Ausmaß des Jobabbaus in der deutschen bzw. europäischen Bankenbranche: Laut „Bloomberg“ sind hierzulande seit der Jahrtausendwende 188.000 Stellen weggefallen; und der Datenexperte Peter Barkow hat dieser Tage aus EZB-Daten herausgeklaubt, dass in der Eurozone allein 2016 und 2017 zusammen 108.000 Bankenjobs gestrichen wurden. Bloomberg, Twitter (Barkow)

Die Euphorie um Wirecard ist mittlerweile so groß, dass auch Zahlen, die offenkundiger Quatsch sind, munter und unreflektiert verbreitet werden: So hieß es gestern in verschiedenen einflussreichen Medien (von der FAZ bis zur ARD) unter Berufung auf das „Handelsblatt“-Interview mit CEO Markus Braun, Wirecards Bezahllösung Boon (die wie gestern berichtet zu einer Smartphone-Bank weiterentwickelt werden soll) habe weltweit  35 Millionen Kunden.  Tatsächlich hatte Braun die Zahl zwar genannt, jedoch nicht bezogen auf Boon – was aber inzwischen irgendwie egal zu sein scheint. Wie viele Menschen Boon tatsächlich nutzen, wollte Wirecard gestern auf „Finanz-Szene.de“-Anfrage  nicht verraten. Was sich herausfinden lässt: In Deutschland ist die Boon-App bislang gut 50.000-mal aus dem Google-Playstore heruntergeladen worden. Wir finden, das ist erstaunlich oft – auch wenn „Downloads“ und tatsächliche „Nutzer“ bzw. „Kunden“ natürlich verschiedene Paar Schuhe sind.

Ist die Deutsche Bank jetzt unser neues Ober-Fintech? Einer Anregung auf Twitter folgend haben wir uns gestern Abend mal die Online-Startseite im Privatkundengeschäft des größten Geldhauses des Landes angeguckt. Unten links: der digitale Vermögensverwalter „Robin“. Unten in der Mitte:  die Einlagenplattform „Zinsmarkt“. Unten rechts: der Paypal-Klon „Paydirekt“. Und zeitweise oben (wobei die Motive hier wechselten): die beiden „Finanzguru“-Zwillinge. Wir gehen mal davon aus, dass die Inhalte heute Früh noch dieselben sind: Deutsche-Bank-Website

Wer in deutsche Bankwerte investiert, kann im Grunde gar nicht verlieren. Zumindest war das gestern der Fall: Coba plus 3,5%, Deutsche Bank plus 1,5%. Aareal plus 1,2%.

Sponsored Content

Football & Finance. Erleben Sie unsere Fachkonferenz rund um das Thema Investieren in Fußball. Football & Finance  – am 15. November im Rahmen der 21. EURO FINANCE WEEK. Die Themen (u.a.): Der Wert von Fußball im internationalen Vergleich, Investieren in Fußball – aber wie?, Die richtige Mannschaftsaufstellung im Fußballmanagement.  Sichern Sie sich noch heute Ihr Ticket zum Sonderpreis von 390 € (statt regulär 590 €). Das Angebot erhalten Sie mit dem Code FINANZSZENE_FOOTBALL ab sofort hier.

Linktipps

Die Geschichte, wie eine Londoner Bankerin ihren Arbeitgeber (nämlich: die Commerzbank) erfolgreich verklagte – und auf Basis des Urteils nun befördert werden möchte. Bloomberg, Financial Times (Paywall)

Wussten Sie eigentlich, dass der ING-Diba-Chef ein leidenschaftlicher Golfer ist? Wenn Sie dieses Interview in der „Welt“ hier lesen, dann wissen Sie es – denn eigentlich handelt der Text von nichts anderem. Ach nein: Ganz am Ende geht’s auch noch ein klein bisschen um Banken und Konten und Gebühren und so.

Privatisiert die Sparkassen! Das hat schon lange keiner mehr gefordert, außer dieser Tage ein Gastkommentator bei „manager-magazin.de“.

Auf die Gefahr hin, dass Sie dieses Interview längst gelesen haben – wir selber haben es leider gestern erst durch Zufall entdeckt: Sumup-Gründer Marc-Alexander Christ zu der Frage, wie es sein kann, dass ein 2011 gegründetes semi-deutsche Fintech bereits mehr als 150 Mio. Euro Umsatz macht. Deutsche Startups

Und falls Sie gehofft hatten, Sie würden heute mal ohne jeden Nutzwert ins Wochenende entlassen – nein, so leicht machen wir es Ihnen nicht!!! Was müssen Kreditkarten herausgebende Banken beachten, wenn im nächsten Jahr die technischen Standards (RTS“) der PSD2-Richtlinie in Kraft treten? Darüber hat der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth mit dem Mastercard-Manager Carsten Mürl gesprochen. IT-Finanzmagazin

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusiv-Geschichte über die deutschen Banken, die ihre Robo-Advisor-Projekte begraben. Finanz-Szene.de

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!