05/12/18: Der Geheimschatz der Apobank, Neue Regeln für Deutschbanker, Fette Volksbank-Razzia

Exklusiv: Eigenkapitalrendite? 196 Prozent. Die Geschichte vom geheimen Schatz der Apobank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank greift nach einem Schatz. Es ist jedoch ein Schatz, von dem kaum jemand weiß. Ein Geheimschatz, wenn man so will, vermutlich weit mehr als eine halbe Milliarde Euro schwer. Wer den Schatz entdecken will, muss einen verschlungenen Weg auf sich nehmen, und dieser Weg beginnt auf der Website des Bundeskartellamts, Unterseite: „Fusionskontrolle“, Rubrik: „Laufende Verfahren“. Dort findet sich seit rund einem Monat – genauer: unter dem Datum des 7. November – das Aktenzeichen „B3-164/18“. Der Antrag lautet:“ Deut­sche Apo­the­ker- und Ärz­te­bank eG, Düs­sel­dorf (D); Auf­sto­ckung der Be­tei­li­gung von 24% auf 50% mi­nus ei­ne Ak­tie an PRO­FI Ers­te Pro­jekt­fi­nan­zie­rungs- und Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft AG (Fir­men­grup­pe Dr. Gül­de­ner).“ Es ist ein unscheinbarer Antrag. Doch die Unscheinbarkeit steht nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ in diametralem Gegensatz zu seiner Bedeutung. Denn: Die „Firmengruppe Dr. Güldener“ ist eine Unternehmung, wie es keine zweite in Deutschland gibt. Lesen Sie hier unsere große Reportage: Finanz-Szene.de

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News

Liebe Banker, wenn Sie nachher die „Börsen-Zeitung“ auf Ihrem Schreibtisch vorfinden und dort gleich auf Seite 1 die Nachricht „Funding Circle wächst rasant“ lesen, machen Sie sich bitte (dürfen wir das so salopp formulieren?) nicht gleich ins Hemd. Denn: Es klingt zwar beachtlich, wenn Thorsten Seeger, der Deutschland-Chef des britischen KMU-Kreditmarktplatzes, im Interview sagt, dass sein Unternehmen hierzulande in diesem Jahr auf ein vermitteltes Volumen von mehr als 100 Mio. Euro kommen „könnte“. Indes: Wenn wir eine Pressemitteilung von Funding Circle aus dem vergangenen Dezember nicht völlig missverstehen, sollte die 100-Mio.-Euro-Grenze für dieses Jahr eigentlich schon per Ende Q3 erreicht werden. Und Anfang Juni war in einem „Handelsblatt“-Artikel für dieses Jahr sogar von einem Volumen von 100 bis 150 Mio. Pfund die Rede. Nun mag sich in das HB-Stück womöglich ein Fehler eingeschlichen haben, zum Beispiel bei der Währungsangabe – und trotzdem: Ganz soooo rasant wie erhofft scheint Funding Circle nicht zu wachsen. Börsen-Zeitung (News), Börsen-Zeitung (Interview hinter Paywall)

„Mit Regulierungsthemen haben Sie es nicht so, oder?“, stellte neulich der Leser S. fest. Nein, haben wir tatsächlich nicht. Entsprechend schwer taten wir uns gestern nachzuvollziehen, warum Herr Scholz die Einigung der Eurogruppen-Finanzminister auf eine „Reform“ der Währungsunion als „Sternstunde“ bezeichnet hat. Verstehen wir es richtig, geht es vor allem darum, dass der sog. Backstop nun doch eingezogen wird. Das heißt: Sprengt eine Bankenpleite den Banken-Abwicklungsfonds, soll der ESM einspringen. Da (wenn wir es wiederum richtig verstehen …) der ESM bislang aber sogar die Möglichkeit hat, Banken direkt zu rekapitalisieren, ändert sich de facto aber doch eigentlich gar nichts, Herr S., oder? Oder besteht gerade darin die „Sternstunde“? Börsen-Zeitung, FAZ (Seite15)

Ein Thema, bei dem uns hingegen niemand was vormacht, ist das Beamten-Zählen bei Banken-Razzien mit anschließendem Ins-Verhältnis-Setzen des Ergebnisses zur Bilanzsumme des betroffenen Instituts: Insofern gebührt unsere Hochachtung der im Saarland ansässigen Lebacher Volksbank, die in dieser Woche unangemeldeten Besuch von gleich 50 Staatsdienern erhielt, was die 170-Mann-Razzia bei der Deutschen Bank letzte Woche (Verhältnis zu Bilanzsumme …) meilenweit in den Schatten stellt. Was noch on top kommt: a) Bei der Lebacher Volksbank befinden sich anders als bei der Deutschen Bank auch ein aktueller und ein ehemaliger Vorstand unter den Beschuldigten. Und b) Das Verfahren steht lokalen Medien zufolge in Zusammenhang mit Bargeldtransfers eines gewissen „Baron von S.“. Das klingt sehr viel griffiger als der ja doch sehr abstrakte Begriff „Panama Papers“. Saarländischer Rundfunk

Was macht eigentlich Enfore, das vielleicht ambitionierteste deutsche Fintech-Projekt (hoch achtstellig finanziert, mit Investoren wie Jerry Yang, Andreas von Bechtolsheim etc. pp.)? Also, so ganz genau weiß man das natürlich nicht. Allerdings hat Gründer Marco Boerries den Podcast-Parvenüs von „OMR“ dieser Tage ein mehr als einstündiges Interview gegeben, in dem der Komplex „Wie groß ist Enfore nach einem Jahr am Markt?“ gleichwohl nur 32 Sekunden einnimmt. Was Boerries in diesen 32 Sekunden verrät? Dass Enfore (Produkt: ein cloudbasiertes Alleskönner-Kassensystem für KMUs) inzwischen eine „vierstellige“ Zahl an Kunden und bei den Mitarbeitern „die Hundert überschritten“ habe. Wenn man bedenkt, dass a) der indirekte Konkurrent Sumup nach eigenen Angaben eine Mio. Kunden hat, dass b) Enfore vor dem offiziellen Start gefühlt schon ein halbes Jahrhundert im Stealth-Modus operierte und dass c) die Zahl der sich bei Linkedin outenden Enfore-Mitarbeiter in den vergangenen sechs Monaten um 6% gesunken ist (Quelle: eigene 0-8-15-Recherche), dann lässt sich als erstes sehr positives Zwischenfazit festhalten: Da ist noch reichlich Fantasie nach oben. OMR (Text + Podcast + Product Placement für Gerolsteiner)

Kurzmeldungen: Nachdem es für die Deutsche-Bank-Aktie gestern um mehr als 3% runterging, fehlen heute nur noch 7 Cent, damit der Kurs erstmals (erstmals?) die Marke von 8 Euro unterschreitet +++ Deutsche-Bank-Mitarbeiter, die auf persönliche Rechnung mit ETFs handeln, sollen künftig strengeren internen Regeln unterliegen (Bloomberg) +++ Die digitale Schuldschein-Plattform „Synd-X“ von HSBC Deutschland hat im ersten halbem Jahr ihres Bestehens immerhin schon sechs Emittenten angelockt (Der Treasurer) +++ Der Börsengang des selbsternannten Insurtechs Deutsche Familienversicherung ist mehr oder weniger geglückt (ARD Börse)

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Linktipps

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie unterhält allein  die Commerzbank 73 Fintech-Kooperationen, bei der Deutschen Bank sollen es 58 sein, die DZ Bank kommt auf 33. Bleibt die Frage: Was haben die Institute davon? Mit dieser Frage hat sich die frühere KfW-Vorständin und Digitalisierungs-Expertin Edeltraud Leibrock befasst: Linkedin

Zu den vielen technologischen Entwicklungen, die das Bankgeschäft (angeblich von Grund auf …) verändern werden, gehört die künstliche Intelligenz: Doch wo zeichnen sich wirklich schon Anwendungsfälle an? Eine kurze Einführung ins Thema: Mobile Zeitgeist

China ist das gelobte Land der Fintechs? Ja – solange man nicht zu den vielen Chinesen gehört, die mit Peer-to-peer-Krediten ihr Erspartes verloren haben. NZZ

Rollen  statt Stellen, Kreise statt Abteilungen: Warum man bei Europace (einer Tochter des unicornesken Berliner Baugeldvermittlers Hypoport) glaubt, in der Zukunft der Arbeit angekommen zu sein. Medium (Link über den Umweg Google, damit Sie sich nicht gleich registrieren müssen)

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… war gestern unser (erfreulicherweise weithin zitierter) Scoop zu Stefan Effenberg und dessen künftigem Engagement bei der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden. Finanz-Szene.de

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