06/02/19: Wirecard schreibt WP-Mandat neu aus, Postbank düpiert DWS, 100 Mio. € für Weltsparen

100 Mio. Euro für Weltsparen! Deutsche Fintech-Branche vermeldet die nächste Mega-Runde

Nur einen Monat nach dem 260-Mio.-Euro-Funding für N26 verzeichnet die deutsche Fintech-Branche ihre nächste Mega-Finanzierung. Wie diverse Zeitungen in ihren E-Paper-Ausgaben berichten, hat der Berliner Festgeld-Vermittler Raisin (besser bekannt als „Weltsparen“) von bestehenden und neuen Investoren glatte 100 Mio. Euro erhalten. Mit dem Geld will das Startup nun seine internationale Expansion vorantreiben. Zur Bewertung macht Raisin keine Angaben. Es wäre allerdings plausibel, wenn die Investoren das Fintech zu einem gehobenen dreistelligen Mio.-Betrag veranschlagen (es zum Unicorn-Status also noch nicht reicht). Falls Sie, liebe Leser*Innen, auf einen der weiterführenden Links klicken wollen, bitten wir ein paar Dinge zu beachten: Der erste Link (mit der eigentlichen Meldung) wird wegen einer Sperrfrist erst um 7 Uhr freigeschaltet. Der zweite Link ist sofort zugänglich. Dort haben wir die großen deutschen Fintech-Fundings einfach mal grafisch nach Geschäftsmodellen, Sektoren, Standorten und Jahreszahlen sortiert. Sie werden entweder erstaunt sein –  oder sich freuen, dass wir Sie in Ihren Einschätzungen bestätigen. Finanz-Szene.de (News ab 7 Uhr), Finanz-Szene.de (Grafik-Sause)

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News

Exklusiv – Wirecard schreibt sein Wirtschaftsprüfungs-Mandat neu aus: Das geht aus einer Mitteilung hervor, die „Finanz-Szene.de“ gestern im Bundesanzeiger entdeckt hat. Der Eintrag stammt allerdings von Mitte Dezember – hat mit den jüngsten Turbulenzen also offenbar nichts zu tun. Die Bilanzen Wirecards und der hauseigenen Wirecard Bank (die ebenfalls einen neuen WP sucht) werden seit 2009 von Ernst & Young testiert. 2017 fielen Prüferkosten in Höhe von 2,2 Mio. Euro an (davon 1,7 Mio. Euro für die eigentliche Abschlussprüfung und knapp 500.000 Euro für sonstige Leistungen). Auf Nachfrage von „Finanz-Szene.de“, ob die Suche nach einem neuen Wirtschaftsprüfer auf die gesetzliche Rotationspflicht zurückzuführen sei, sagte eine Wirecard-Sprecherin gestern Abend, es handle sich „um eine ganz normale Neuausschreibung, die alle paar Jahre vorgeschrieben ist“.

Robo Advisor kämpfen gegen Marktturbulenzen an: Der Berliner Anbieter Quirion hat seine Assets under Management zum Jahresende auf 160 Mio. Euro gesteigert. Das ist auf den ersten Blick ein bescheidener Zuwachs und auf den zweiten auch, nachdem der Quirin-Robo per Ende Q3 bei 143 Mio. Euro gestanden hatte. Doch jetzt das Aber: Cominvest (rund 400 Mio. Euro) ist in Q4 überhaupt nicht gewachsen. Und die meisten anderen deutschen Robos verkünden schon seit Monaten überhaupt keine Zahlen mehr (mutmaßlich aus gutem Grund). Conclusio: Wer bei den AuMs momentan wenigstens leicht zulegt, darf vermutlich ganz zufrieden sein. Und noch eine interessante Zahl: Die 160 Mio. verteilen sich auf 5400 Kunden. Macht pro Kopf knapp 30.000 Euro.

Entsteht da draußen gerade die erste „biometrische Bank“? So schreibt’s zumindest die „Börsen-Zeitung“. Konkret haben demnach die ndBIT GmbH aus Berlin sowie die Hamburger Dermalog GmbH (von der z.B. der Fingerabdruck-Scannner für den ePassport kommt) bei der Bafin eine E-Geld-Lizenz beantragt. Wenn wir es richtig verstehen, geht es zunächst einmal darum, ein Verfahren für die Kontoeröffnung auf Basis biometrischer Merkmale zu entwickeln. Irgendwann soll der Kunde dann Bankgeschäfte mit Hilfe seiner Körperdaten erledigen können. Ein Indiz dafür, dass die Idee vielleicht wirklich was taugt: Zu den ndBIT-Managern gehört Dirk Franzmeyer, Mitgründer und langjähriger Vorstand der BIW Bank. Börsen-Zeitung (Paywall)

Kurzmeldungen: Sparkassen-Präsident Schleweis hat bei einer Veranstaltung in Frankfurt betont, unabhängig von der NordLB-Rettung an seinen Plänen für eine Super-Landesbank festhalten zu wollen (Wiwo) +++ Die Deutsche Bank hat die Zahl ihrer Kunden im Korrespondenzbank-Geschäft seit 2016 nach eigenen Angaben um 60% reduziert. (ARD) +++ Die Postbank geht erstmals eine größere Kooperation mit einem ETF-Anbieter ein. Pikanterweise handelt es sich dabei aber nicht um die sozusagen hauseigene DWS-ETF-Sparte X-Trackers, sondern um Blackrock/iShares (FAZ) +++ Die Dermalog GmbH (siehe oben) hat gestern eine Kooperation mit dem Konto-Ident-Spezialisten ID Now bekanntgegeben. Wir würden fast vermuten, dass die beiden Meldungen in Verbindung zueinander stehen (Pressemitteilung)

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Linktipps

Ist die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter zur Rettung der NordLB durch die Länder und die Sparkassen wirklich nur Formsache? Nicht, wenn man dem anscheinend sehr fachkundigen Gedankengang dieses anonymen Twitter-Profis hier folgt: Twitter

Mit Omas Sparstrumpf wäre das ganz sicher nicht passiert, nicht einmal im Falle eines vorzeitigen Ablebens ebenjener Oma: Warum die Nutzer der kanadischen Krypto-Börse QuadrigaCX nicht mehr an ihre Einlagen im Wert von 190 Mio. US-Dollar herankommen. Süddeutsche

Erstaunlich, welches Theater die Schweizer Medien dieser Tage um den dortigen Markteintritt der hiesigen Zinsplattform Savedo gemacht haben. Klingt fast so, als würden die beneidenswerten eidgenössischen Banken sowas wie Zinsvergleiche, Zinsoptimierung, Zinshopping etc. pp. gar nicht kennen. NZZ, Basler Zeitung, Finews 

Klickfavorit

… war gestern unser Nachrichten-Stück zu Wirecard. Finanz-Szene.de

Back-End

Im Gegensatz zu anderen sogenannten Finanz-Newslettern verzichten wir normalerweise auf die Verlinkung sogenannter Clickbaits (unfeine Übersetzung: „Klickhuren“) wie „Diese 10 Büro-Outfits gehen gar nicht!“ oder „Diese 6 Fehler sollten sie bei der nächsten Weihnachtsfeier unbedingt vermeiden!“ … Indes: Nachdem wir dieser Tage zu unserem Erstaunen lernen durften, dass ein paar  angebliche Animositäten zwischen zwei Kollegen (Kolleginnen???) dazu führen können, dass Investoren klaglos den Verlust von rund 7 Mrd. Euro hinnehmen müssen, sehen wir es geradezu als unsere Pflicht an, Sie mit diesem Fachartikel hier vertraut zu machen: „4 Tipps, wie man sich gegen fiese Maschen intriganter Kollegen wehrt!“ Capital

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