06/03/18: Welche Fintechs sind wirklich profitabel?, Amazons Girokonto, Hypoport

Exklusiv: Welche deutschen Fintechs wirklich schwarze Zahlen schreiben – und welche nur so tun

Huch, verbrennen die deutschen Fintechs gar kein Geld mehr? Sind sie urplötzlich allesamt profitabel? Wer die Schlagzeilen der letzten Tage verfolgt hat, konnte diesen Eindruck durchaus gewinnen. Eine Überschrift lautete: „N26 mit schwarzen Zahlen.“ Eine andere versprach: „Auxmoney erreicht im zweiten Halbjahr 2017 Profitabilität.“  Und selbst Revolut – das angebliche britische Super-Fintech mit den angeblich mehr als 100.000 Kunden allein in Deutschland – tat kund, den Break-Even erreicht zu haben. Höchste Zeit, mal ein bisschen Ordnung in die Sache zu bringen. Welche Fintechs verdienen tatsächlich schon Geld? Welche tun nur so? Bei welchen ist es eine Definitionsfrage? Und wo sind die Dinge, warum auch immer, einfach nur ein bisschen durcheinander geraten? Hier unser Überblick:

Finanz-Szene.de

News

Wird die „digitale Bilanz“ zum Kredit-Beschleuniger im Firmenkundengeschäft von Banken und Sparkassen? Diese Hoffnung scheint zumindest Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling zu hegen. „Der Mehrwert ist enorm, viel größer, als man auf den ersten Blick denken mag“, kündigte er gestern bei einer Veranstaltung in Berlin an. Anfang April wird der neue Standard eingeführt. Er sieht (wenn wir es richtig verstehen) vor, dass Firmen (die einen Kredit wollen) ihre Bilanzen direkt in ein IT-Tool ihrer Hausbank hochladen können. FAZ (Seite 25), Reuters/Handelsblatt

Herr Fitschen folgt auf Frau von Roeder (und die wird mehr als gedacht): Der frühere Deutsche-Bank-Chef wird Aufsichtsrats-Vorsitzender bei Vonovia. Es ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass der Wohnungsbau-Konzern einen hochrangigen Banker (resp.: eine hochrangige Bankerin) für sich gewinnt. Denn: Schon im Januar war bekannt geworden, dass die bisherige Credit-Suisse-Deutschland-Chefin Helene von Roeder zur Jahresmitte bei Vonovia anheuert. Zunächst hatte es geheißen, sie würde dort lediglich Controlling-Vorstand. Seit gestern weiß man: Sie übernimmt auch und vor allem das Finanz-Ressort. Manager Magazin

Beyond.de

Amazon macht ernst: Der US-Technologiekonzern bastelt laut „Wall Street Journal“ an einem eigenen Girokonto – und spricht diesbezüglich unter anderem mit JP Morgan über eine mögliche Kooperation. Ein Kalkül hinter den Plänen scheint zu sein: Wenn Kunden bei Amazon mit ihrem Amazon-Guthaben statt per Kreditkarte einkaufen, spart sich Amazon die Kreditkarten-Gebühren. Bloomberg, FAZ, Wall Street Journal (Paywall), Financial Times (Paywall)

Linktipps

Was die Datenschutz-Grundverordnung für Europas Banken bedeutet … erläutert Marco Bosma, Innovationschef der niederländischen Rabobank (zusammengefasst sagt er: Banken, die sich nicht gründlich genug auf die DSGVO vorbereiten, droht Überforderung – während sich Banken, die die DSGVO zu nutzen wissen, sogar ein neues Geschäftsfeld erschließen können, nämlich das Datenmanagement).  Linkedin Pulse

Auf lange Sicht werden womöglich nur zwei Arten von Banken überleben: … nämlich die, die besonders preiswerte Produkte kreieren, und die, die es schaffen, durch sinnvolle Produkt- und Vertriebspartnerschaften  ein eigenes Banking-Ökosystem zu errichten. Der Bank-Blog

Bloggt die DZ Bank eigentlich immer nur zum Thema „Innovation“, oder tut sie auch was in die Richtung? … Sie tut was! Konkret: Gruppenweit ist das Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisen bislang rund 20 Fintech-Kooperationen eingegangen. Welche das sind, erfahren Sie hier: DZ-Innovationsblog

Ist Payment das neue Banking? Warum JP Morgan hohe Summen in neue Zahlungsverkehrs-Lösungen investiert. Tearsheet

Willkommen bei der Bank of Amazon: Passend zur Amazon-News hat sich die SZ einmal angeschaut, wo die Gafas den Banken sonst schon überall Konkurrenz machen. Süddeutsche

That’s not news

Weil wir montags auch weiterhin nur in Ausnahmefällen erscheinen, hier wie gewohnt der Überblick, was die letzten Tage passiert ist:

  • Die DZ Bank will bei ihrer verlustträchtigen Tochter DVB Bank 30 Prozent der Stellen streichen – wohl auch, weil die Lage laut „BÖZ“ noch prekärer sein soll als bekannt. Börsen-Zeitung
  • Hypoport hat 2017 beim Ebit stagniert. Die Aktie des Baugeld-Vermittlers brach daraufhin zunächst ein, erholte sich gestern aber wieder.  DGAP, Aktie
  • Hessische Landesregierung zweifelt (im Zusammenhang mit dem Flughafen Hahn) an der Zuverlässigkeit von Deutsche-Bank-Aktionär HNA. dpa-afx
  • Der Frankfurter Broker Equinet wird von einer norwegischen Investment-Boutique namens Pareto übernommen. Finance Magazin 

Klickfavorit

… war am Freitag mit großem Abstand der Link auf die Fintech-Studie von McKinsey

Mehr als 4000 Abonnenten

Eigentlich hatte sich unsere Marketing-Agentur, der wir Monat für Monat eine fünfstellige Summe überweisen, für diese Woche eine tolle Aktion ausgedacht: Der 4000. „Finanz-Szene.de“-Abonnent sollte eine Restsaison-Dauerkarte des Hamburger SV gewinnen (oder alternativ ein vierwöchiges Praktikum bei der Degussa Bank). Dann allerdings haben uns die Ereignisse wieder mal überholt: Denn der 4000. Abonnent hat sich dummerweise schon übers Wochenende hier angemeldet. Und gestern Abend waren wir dann schon bei 4092 Abonnenten – übrigens bei einer nahezu unveränderten „Open Rate“ von immer noch 56,5 Prozent.

Allen Lesern, den alten wie den neuen: Herzlichen Dank!