06/06/18: Große Analyse zum Payment-Markt, Die Adyen-Story, Mannheimer No-Name-Fintech kriegt 20 Mio.

Sechs Thesen (und ein paar spannende Fakten) zur Neuordnung der deutschen Payment-Branche

Hä? Schon wieder „Payment“ als Aufmacher? Ist das Euer Ernst? – Ja, ist es. Denn 1.) Gestern war  herzlich wenig los da draußen, wie Sie bei der weiteren Lektüre dieses Newsletters noch feststellen werden. Und 2.) Nur weil BS Payone und Concardis ihre Eigenständigkeit verlieren, heißt das ja nicht, dass der deutsche Payment-Markt  plötzlich zu existieren aufhört. Im Gegenteil: Die Chose bleibt durchaus spannend. Denn zu fragen wäre beispielsweise,  was die bemitleidenswerten Sparkassen jetzt mit ihrem skurrilen 48%-Anteil an einem Joint-Venture machen, in dem es vor doppelten Strukturen nur so zu wimmeln scheint. Zu fragen wäre ebenso, welche Übernahme/Fusion im deutschen Payment-Markt als nächstes ansteht. Und zu fragen wäre auch, zu welchem Preis Concardis eigentlich weggegangen ist (und wie viel Geld den deutschen Banken damit, jedenfalls sehr theoretisch, durch die Finger geglitten ist). Also, auf geht’s: Sechs Thesen (und ein paar spannende Fakten bzw. Vermutungen) zur Neuordnung der deutschen Payment-Branche. Finanz-Szene.de

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News

Fangen wir am besten an mit dem Mannheimer No-Name-Payment-Fintech an, das mal eben 20 Mio. Dollar Funding eingesammelt hat, unter anderem von Macquarie. Sehr spannend, das. Gründerszene

Kleine Coba kann Big Data: Die Commerzbank hat – als nach eigener Aussage „erste deutsche Bank“ einen datenbasierten Pay-per-Use-Kredit entwickelt. Was das sein soll? Wenn wir es richtig verstehen, dann ein Kredit, den der Darlehensnehmer (typischerweise: ein braver deutscher Mittelständler) nur in dem Maße abstottern muss, wie die Maschine, die mit dem Kredit finanziert wurde, abgenutzt wird. Oder um es im sehr edlen Deutsch der Coba-PR-Abteilung zu sagen: „Die Tilgungshöhe des Kredits atmet mit dem Nutzungsgrad der Maschine.“ Ist das nun Firlefanz oder ein Modell mit Zukunft? Die Zeit wird es zeigen. Pressemitteilung

Deutsche Bank verliert weiteren Topmanager: … nämlich Alasdair Warren, den Chef des Corporate & Investmentbankings in Europa. Warren war vor knapp drei Jahren von Goldman Sachs zur Blaubank gestoßen. efinancialcareers (News), Bloomberg (Vita)

Ist der Münchner Zahlungsdienstleister Wirecard an der Börse eigentlich schon mehr wert als die Deutsche Bank? Nee, zwei Milliarden fehlen noch. Manager Magazin

Auch die Deutsche Bank hat jetzt eine Lena Kuske: … wobei die Lena Kuske der Deutschen Bank nicht Lena Kuske heißt, sondern Laura Dekker. Und Laura Dekker ist auch keine Filialleiterin, sondern es handelt sich um jene junge Dame, die 2010 als gerade 13-Jährige allein um die Welt segelte. Nun, acht Jahre später, hat die Deutsche Bank ebendiese Frau Dekker zum Gesicht ihrer neuen Werbekampagne erkoren, lässt sich heute dem „HB“ entnehmen. Das Leitmotiv der Kampagne soll übrigens „Demut“ sein. Nun denn. Handelsblatt (Paywall)

Welche Auswirkungen hätte eine Fusion zwischen der Unicredit und der Société Générale eigentlich auf den deutschen Bankenmarkt? Zu dieser Frage findet sich (angeblich!!!) eine interessante Zahl in einer Kepler-Cheuvreux-Studie (Warum angeblich? Weil wir die Studie wegen Mifid II natürlich nie zu Gesicht bekommen haben). Demnach könnten die beiden Großbanken durch einem Zusammenschluss Synergien in Höhe von 2,7 Mrd. Euro heben, wovon allein knapp 500 Mio. Euro auf Deutschland entfallen würden. Wir haben die Zahl mal zum Anlass genommen nachzuschauen, wie viele Leute die SocGen denn hierzulande beschäftigt. Und siehe da, es sind mehr, als man vielleicht vermuten würde: SocGen-Homepage

Linktipps

Warum hat sich im deutschen Bankgewerbe – anders als in der SAP-getränkten deutschen Industrie – eigentlich nie eine Standardsoftware durchgesetzt? Und warum tun sich so viele Geldinstitute mit dem Thema Software derart schwer? Ein paar wie immer sehr lesenswerte Gedanken vom Blogger Ralf Keuper: Bankstil

Was macht im Jahr 2018 eigentlich eine gute Bank aus? Und was haben die Tech-Konzerne damit zu tun? Glaubt man dem Chef-Twitterer der Sutor-Bank, Harald Giesen, dann brauchte der Vorstandschef der ING Groep, Ralph Hamers, auf der Money20/20 nur 156 Zeichen (inkl. Leerzeichen), um diese epochale Frage zu beantworten. Twitter

Aus Anlass des gestern verkündeten Adyen-Börsengangs: Die Geschichte, wie aus einer britischen Pleitebank nicht nur ein, sondern gleich zwei milliardenschwere europäische Payment-Unternehmen erwuchsen. Bloomberg

Und noch ein Auszug aus unserer heutigen Finanz-Szene-Hubertus-Väth-Special-Edition: „Warum ich London verließ, um in Frankfurt zu leben.“ Ein brutalstmöglich anonymisierter, aber natürlich trotzdem zu 140% glaubwürdiger Erfahrungsbericht einer jungen deutschen Bankerin. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern das hochanalytische Stück „Das sind die größten Banken Europas“. Manager Magazin

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