06/11/18: Alles zu Apple Pay, Der große Deutsche-Bank-Digital-Check, Sebastian Hasenack

Exklusiv: Der große Check – wie digital ist die Deutsche Bank wirklich?

Immer im Herbst schaltet die Deutsche Bank in den „Jetzt hauen wir digital auf die Pauke“-Modus. So war das 2016, als sie ihre Digitalfabrik eröffnete (und Projekte wie den „Zinsmarkt“ anstieß). So war das 2017, als sie ihren Robo-Advisor launchte. Und so ist es auch diesmal wieder: 1.) Unter dem Dach der Retailsparte entsteht ein neuer Geschäftsbereich namens „Digital Ventures“, teilte das Geldhaus gestern Abend mit. 2.) Das erste Venture geht gleich mit an den Start, nämlich ein 80 Mitarbeiter starkes hauseigenes Fintech. 3.) Dieses Fintech wirft bereits am heutigen Tage eine Finanz-App namens „Yunar“ auf den Markt (hier die Details). Ziemlich fette Meldungen also – und der richtige Zeitpunkt zu fragen: Was ist eigentlich aus den vielen vorangegangenen digitalen Projekten, Ideen und Initiativen der Deutschen Bank geworden? Was macht z.B. der „E-Safe“? Wie viel Vermögen verwaltet der Robo? Wie viele Kunden nutzen die Multibanking-App? Und so weiter. Hier unser großer Check: Finanz-Szene.de

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Die Deutsche Familienversicherung geht an die Börse. Das Insurtech hat eine Event- und Java-basierte IT-Plattform entwickelt, mit der die nur 109 MitarbeiterInnen den gesamten Geschäftsbetrieb (Bestand: über 420.000 aktive Policen) bewältigen. Für die kommenden Jahre ist ein enormes Wachstum bei den Neukunden geplant. Mehr Informationen unter: ir.deutsche-familienversicherung.de

Apple Pay nennt deutsche Partnerbanken – doch Sparkassen und Genossen fehlen

Es ist die Nachricht, die den hiesigen Zahlungsverkehr grundlegend verändern könnte – nicht heute und morgen, aber doch auf mittlere und spätestens lange Sicht: Nur wenige Wochen nach Google Pay geht auch Apple Pay in Deutschland an den Start. Wann genau, das ist noch unklar (wir hören aus guter, aber nicht perfekter Quelle, es sei der 19. November), allzu lange kann es allerdings nicht mehr dauern. Denn: Gestern hat Apple auf einer Informationsseite bereits veröffentlicht, wer die Partnerbanken sind, deren Kunden (sofern sie zugleich ein iPhone besitzen) den neuen Dienst nutzen können. Unter anderem sind dies die Deutsche Bank, die HVB, die Comdirect und N26. Spannender allerdings ist, wer fehlt, nämlich die Genos, die Sparkassen und selbst die DKB, die ja streng genommen auch dem Sparkassen-Lager zuzuschlagen ist.  Und noch ein spannendes Detail, auf das der Payment-Experte Jochen Siegert via Twitter aufmerksam macht: In der Apple-Ankündigung findet sich das „Maestro“-Zeichen. Ein heimlicher Schlag gegen die Girocard? Welt, Siegert-Tweet, Apple.com

Hinweis: Weiter unten im Newsletter finden Sie einen ultraspannenden „Gästeblog“ von Marcus W. Mosen zur Apple-Pay-News.

News

So, was also ist zur Yunar-App zu sagen, mal ganz abgesehen davon, dass die Deutsche Bank da ganz schön schwere Geschütze auffährt, wie wir finden (eigene Venture-Abteilung, eigenes Fintech, gleich mal 80 Mitarbeiter …): Wenn wir es richtig verstehen, dann handelt es sich – jedenfalls in der ab sofort verfügbaren Basisversion – um eine App, mit der Kunden eine Fülle von Bonusprogrammen wie Miles & More,  Payback oder BahnBonus zentral verwalten können. Nun soll Yunar  um „weitere Bank- und Nichtbank-Dienstleistungen“ erweitert werden, sodass mit der Zeit eine „virtuelle Geldbörse“ („Mobile Wallet“) entsteht. Für alle, die es noch genauer wissen wollen, haben wir hier die Pressemitteilung dokumentiert: Finanz-Szene.de

Sebastian Hasenack, Geschäftsführer des unabhängigen Robo-Advisors Investify, wechselt laut „Handelsblatt“ als Vertriebschef zu Solidvest, dem digitalen Vermögensverwalter der DJE Kapital AG (sprich: Er geht zu Jens Ehrhardt): Hört sich erst mal  plausibel an, wirft aber unweigerlich zwei Fragen auf, nämlich 1.) Haben die Ehrhardt-Leute ein Vertriebsproblem (laut „HB“ fließen im Tagesschnitt 70.000 Euro in Solidvest, das ist nicht die Welt …); und 2.) Was wird jetzt aus Investify??? Das Karma ist dort ja gerade eh nicht das Beste, nachdem jüngst der Großdeal mit der Hamburger Sparkasse geplatzt war … Handelsblatt (Paywall)

Sonst noch was los bei unseren Fintechs? Ja, aber eher kleine Münze. 1.) Der bislang eher für sein organisches Wachstum bekannte Kasseler Kontowechsel-Spezialist Fino hat sich ein Startup namens Simplessus (Schwerpunkt: Rechnungsmanagement) einverleibt. Wobei: Offiziell ist nicht von einer Übernahme, sondern von einer Fusion der Fino-Tochter „Fino Data Services GmbH“ mit Simplessus  die Rede (Pressemitteilung als PDF). Und 2.) Der API-Spezialist FintecSystems hat die Santander Deutschland als Kunden gewonnen (Pressemitteilung).

Wie vielschichtig in Zeiten von Apple Pay und Google Pay die Gemengelage im deutschen Zahlungsverkehr ist, erkennt man übrigens auch daran, dass große deutsche Händler (Rewe, Edeka, Lidl …) überlegen, ein eigenes Handy-Bezahlsystem aufzubauen, und zwar basierend auf Instant Payment. Berichtet jedenfalls die Lebensmittel-Zeitung (Paywall).

Und noch eine Zahl: Die Bilanzsumme der Finanzsparte von Volkswagen hat erstmals die 200-Mrd.-Euro-Marke überschritten (zur Einordnung: Das ist deutlich mehr, als z.B. die Helaba oder die NordLB haben). Wenn Sie nach dem „Wie kommt’s“ fragen, würden wir Sie gern auf unseren Artikel „10 Erklärungen, wie Volkswagen zur gewinnträchtigsten deutschen Bank wurde“ verweisen.

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Gästeblog

Was Apple Pay jetzt macht, haben die deutschen Banken fast 20 Jahre lang versäumt: Erinnert sich noch jemand an Paybox? Oder an die Payitmobile AG? Die eine Initiative stammt aus dem Jahr 2000, die andere aus 2001, bei beiden ging es um Mobile Payment – und bei beiden gaben die deutschen Banken den Ton an. Doch heute? Stehen ebenjene deutschen Banken im Duell mit Apple Pay und Google Pay plötzlich blank da. Aber nicht, weil die US-Techkonzerne unschlagbar wären. Sondern weil die hiesige Kreditwirtschaft es fast 20 Jahren lang versäumt hat, das Thema Mobile Payment selbst zu besetzen. Ein Gastbeitrag von Marcus W. Mosen, einem der profiliertesten deutschen Payment-Experten. Finanz-Szene.de

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Die drei entscheidenden Probleme der Deutschen Bank: Der (streitbare) Risikoanalyst Christopher Whalen nimmt die Lobeshymnen, die der Investor Doug Braunstein auf die Blaubank hält, zum Anlass, einfach mal zu erläutern, warum er selber die Dinge entschieden anders sieht. theinstitutionalriskanalyst.com

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… am vergangenen Freitag war der ebenso alte wie nichtsdestotrotz aktuelle Aufsatz über die Idee einer einheitlichen Super-Landesbank. Bitburger Gespräche 2009

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3 Gedanken zu „06/11/18: Alles zu Apple Pay, Der große Deutsche-Bank-Digital-Check, Sebastian Hasenack“

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