06/12/18: Beben bei der Coba, Chaos bei den Sparkassen, Megathema Onboarding

Stühlerücken bei der Commerzbank: Reuther und Annuscheit gehen, wer folgt den beiden?

„Was wird nun aus Herrn Reuther?“, fragte „Finanz-Szene.de“, als Mitte September bekannt wurde, dass die Commerzbank zwar die Verträge der Vorstände Mandel (Privatkunden) und Orlopp (Personal) verlängert hatte, nicht aber den Kontrakt des Vorstands Reuther (Firmenkunden). Seit gestern Nachmittag, 17.42 Uhr, weiß man die Antwort. Denn da schickte die Coba die Mitteilung rum, dass Michael Reuther die Bank mit Auslaufen seines Vertrages im kommenden September verlassen werde, ebenso übrigens wie IT-Vorstand Frank Annuscheit, der seinen Posten bereits Ende Februar „aus gesundheitlichen Gründen“ abgibt. Während der Nachfolger für Annuscheit bereits gefunden ist (Strategiechef Jörg Hessenmüller), stellt sich bei Reuther nicht nur die Frage, wer dessen Posten übernehmen soll, sondern auch, wer das überhaupt will. Naheliegend, aber nicht unbedingt wahrscheinlich: Auf Reuther folgt Mandel, und auf den wiederum Comdirect-Chef Walter. Müssten wir wetten, würden wir jedoch eher wetten: Frau Orlopp wird’s. Oder aber: eine externe Lösung. Finanz-Szene.de (Dokumentation der Pressemitteilung), Reuters

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Chaos bei den Sparkassen: Zur großen Baustelle NordLB kommt jetzt noch die kleine Baustelle Deka

Das hatte sich der gute Herr Schleweis (also der Präsident der deutschen Sparkassen) so schön gedacht: Man kombiniere die Helaba mit der NordLB, gebe mit der Zeit dann noch die LBBW, die Deka und die Berlin Hyp hinzu, rühre einmal kräftig um – und fertig ist die Super-Sparkassen-Landesbank. Sektor konsolidiert. NordLB gerettet. Alle happy. Sechs Wochen ist es her, dass diese Idee erstmals ventiliert (bzw: von Quertreibern geleakt) wurde. Was seitdem passiert ist, hat jeder mitgekriegt: Die LBBW brauchte keine zwei Tage, um sich von den Plänen zu distanzieren, die Helaba hat sich mit den niedersächsischen Sparkassen verkracht, die NordLB ist ungeretteter denn je – und gestern Nachmittag dann der nächste Hammer: Die Deka braucht völlig überraschend einen neuen Vorstandschef. Der jetzige, Michael Rüdiger, wird nämlich in ein paar Monaten aus seinen eigentlich noch bis 2021 laufenden Vertrag ausscheiden. „Aus Gründen der persönlichen Lebensplanung“, wie es offiziell heißt und wie es womöglich ja auch wirklich der Fall ist. Großes Chaos statt Grand Design. Börsen-Zeitung

News

Exklusiv – Yabeo steigt bei Finleap aus: Nach exklusiven Informationen von „Finanz-Szene.de“ hat der Venture-Capital-Spezialist (hinter dem der frühere HVB-Vorstand Matthias Sohler und Ex-Sofortüberweisung-CEO Gerrit Seidel stehen) im Zuge der jüngsten Funding-Runde seine Anteile am Fintech-Inkubator verkauft. An den Finleap-Ventures Solarisbank, Pair Finance und Clark bleiben die Münchner jedoch beteiligt, heißt es. Yabeo gehörte zu den ganz frühen Begleitern des Berliner Company-Builders. Besonders eng war die Zusammenarbeit beim Aufbau der Solarisbank, deren Aufsichtsrat Seidel vorsteht (und auch weiterhin vorstehen soll).   

Seit Jahren erzählt Florian Christ, Gründer und Chef des Kasseler B2B-Fintechs Fino (Kernprodukt: Kontowechsel), dass seine Firma profitabel arbeite: … und dann entdeckt man im Bundesanzeiger den kürzlich veröffentlichten Abschluss für 2017 und stellt fest – anders als bei anderen Fintechs stimmt das mit der Profitabilität bei Fino wirklich! Rund 570.000 Euro betrug der Jahresüberschuss, nach gut einer Mio. Euro im Jahr zuvor. Das mögen Zahlen sein, über die die Berliner „Skalierungs-Fintechs“ und die Hamburger „Traction-Fintechs“ nur lachen können. Andererseits: Dafür gehört Christ die eigene Firma wirklich, während einige andere deutsche Fintech-Gründer längst bis auf die Unterhose verwässert sind.

Kurzmeldungen: Nicht nur, aber auch an uns war vorbeigegangen, dass sich der Venture-Arm der Commerzbank dieser Tage an einer 30-Mio.-Dollar-Runde eines amerikanischen API-Spezialisten namens OpenLegacy beteiligt hat (Pressemitteilung) +++ Für die Nerds: Die Finanz-Informatik (also der IT-Dienstleister der Sparkasse) hat gestern bekanntgegeben, welche neuen Kernbank-Lösungen sie den Ortsbanken in diesem Herbst zur Verfügung stellt (IT-Finanzmagazin) +++ Nicht ganz so nerdig, aber selbe Veranstaltung: 43 Sparkassen starten diese Woche mit Überweisungen per Google-Sprachassistent (Turi2.de; Handelsblatt/Paywall)

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Gästeblog

Momentan werden so viele Studien zum Thema „Onboarding“ publiziert, dass man sich fragt. Handelt es sich einfach nur um das nächste Modethema, das die Consultants wie die Sau durchs Dorf treiben? Nein, sagt unser Gastautor Sascha Dewald, Ex-CEO von Finreach. Denn: Onboarding sei kein bloßes Nice-to-have wie der bankeneigene Instagram-Kanal. Und auch keine schwer zu fassende Zukunftsvision wie die Blockchain. Sondern: „Onboarding ist für klassische Banken eine Schicksalsfrage. Wer es nicht beherrscht, wird im digitalen Zeitalter nicht überleben.“ Finanz-Szene.de

Linktipps

Wenn wir in Zukunft alle mit dem Smartphone bezahlen, tun wir das dann (natürlicherweise?) mit Apple Pay bzw. Google Pay, oder tun wir das dann (natürlicherweise?) mit der Payment-App unserer Bank? Bluecode-Chef Christian Pirkner glaubt (oder vielleicht sollte man besser sagen: hofft), dass letzteres der Fall ist. Hier legt er ausführlich dar, warum er das glaubt bzw. wenigstens hofft: Mobilbranche.de

Der Bitcoin? Ist weder ein Zahlungsmittel, noch ist er ein Wertspeicher, und schon gar nicht ist er sicher oder demokratisch oder sonst was. Sondern: Er ist klinisch tot. So jedenfalls sieht das ein Autor der Süddeutschen Zeitung.

Ist die Berliner Smartphone-Bank N26 (die ja gerade versucht, in Großbritannien Fuß zu fassen) besser als die dortigen Platzhirsche Monzo und Starling? Ein Vergleich: which.co.uk

Klickfavorit

… war gestern die Apobank-Geschichte (die bis zum Abend von deutlich mehr als 2000 unserer mittlerweile gut 10.700 Abonnenten gelesen wurde, was wir ziemlich krass finden). Finanz-Szene.de

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