07/03/18: Erfolg für Smava, Die Probleme der Banken am „Point of Sale“, Blockchain-Bashing

Japanischer Versicherer soll Großaktionär bei der DWS werden

Der japanische Lebensversicherer Nippon Life soll Großaktionär bei der DWS werden. Ein entsprechender Bericht der „FAZ“ wurde „Finanz-Szene.de“ gestern Abend aus Finanzkreisen bestätigt – wobei der Anteil allerdings ein gutes Stück unter den von den Kollegen aufgerufenen zehn Prozent liegen dürfte.  Denn: Nach jetzigem Stand will die Deutsche Bank im Zuge des geplanten Börsengangs ohnehin nur 25 Prozent der Aktien abgeben; würden dann gleich zehn Prozent bei einem einzigen Investor landen, wäre das der Liquidität eher abträglich. Kommt es zu einer Einigung mit Nippon Life (nochmal zur Klarstellung: Die Sache ist noch nicht perfekt), wäre das nicht nur ein Signal an andere potenzielle Großinvestoren, sondern womöglich auch in strategischer Hinsicht ein kluger Schritt. Denn: So breitbeinig der Asset Manager der Deutschen Bank momentan hierzulande auftritt – so dünnbrüstig ist er bislang im asiatischen Markt aufgestellt (laut „Handelsblatt“ kommen von dort nur 5% der Kundengelder, während es beim französischen Rivalen Amundi schon 12% sind). Mit starken Vertriebspartnern vor Ort ließe sich das Geschäft vermutlich deutlich ankurbeln.

FAZ, Handelsblatt

News

Blaubank gibt Wasserstandsmeldung in Sachen „Zinsmarkt“ ab: Falls Sie sich fragen sollten, wie viele Partnerbanken sich mittlerweile auf der Einlagen-Plattform der Deutschen Bank befinden (und wer fragt sich das nicht von Zeit zu Zeit?) – es sind immer noch genauso viele, wie es waren, als wir das Fass im Oktober zum bislang letzten Mal aufgemacht haben, nämlich zwei. Und zwar: die Deutsche Pfandbriefbank und die zum Finanzinvestor Cerberus gehörende französische Money Bank. Allerdings, laut Deutsche-Bank-Digitalchef Pertlwieser sollen „demnächst“ zwei weitere Institute hinzukommen. Dann wären’s schon vier. Handelsblatt (Paywall)

Ein frisches Beispiel für den Trend, dass sich immer mehr Player zwischen die Banken und den Endkunden schieben: Die größte Gebrauchtwagen-Plattform des Landes, nämlich Mobile.de, kooperiert (jetzt auch offiziell) mit dem Kreditvergleichsportal Smava. Nun ist die Zusammenarbeit nicht exklusiv (Mobile.de paktiert zum Beispiel auch mit Santander) – und ganz neu sind solche Kooperationen per se natürlich auch nicht, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Mobile.de-Rivalen Autoscout24 mit dem Smava-Rivalen Finanzcheck zeigt. Und doch: Während der klamme Gebrauchtwagenkäufer klassischerweise in die nächste Bank ging, um sich einen Kredit geben zu lassen, sind jetzt im für die Bank ungünstigsten Fall  zwei Instanzen zwischengeschaltet, nämlich das Gebrauchtwagenportal und das Vergleichsportal. Wobei, wenn es ganz blöd läuft, dann kommt der Kredit gar nicht mehr von einer klassischen Bank, sondern von einem Fintech (siehe hierzu die schon vor längerer Zeit gestartete Kooperation zwischen Autoscout24 und Solaris). Pressemitteilung Smava

In dem Zusammenhang dann noch was: Ist Ihnen in den letzten Tagen mal der Name „Hey Car“ untergekommen? (das ist ein kürzlich gestartetes weiteres Gebrauchtwagen-Portal, das momentan eine ganz groß angelegte Werbekampage fährt). Hinter „Hey Car“ steht die Finanzsparte von Volkswagen, was sich einerseits so deuten lässt, dass die Wolfsburger (Stichwort: Diesel) ihren Gebrauchtwagen-Absatz ankurbeln wollen – was andererseits aber auch zu folgender These einlädt: Die VW-Bank baut sich den Point of Sale für ihre Kredite einfach selbst.

Linktipps

Warum Mobile Payment in Deutschland zwar in der Theorie funktioniert, in der Praxis dann aber irgendwie doch nicht, erklärt Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth. Bilanz

Künstliche Intelligenz wird das Banking verändern: … aber wie genau? Das erläutert der Blogger Tobias Baumgarten. About Fintech

Warum Banken (bildlich gesprochen) über Kaugummi nachdenken sollten: Weil digitale Technologien die Erschließung neuer Ertragsquellen durch zusätzliche Produkte und Leistungen ermöglichen, so Hansjörg Leichsenring. Der Bank-Blog

Und dann noch ein Link, über den sich manche unserer Leser so richtig ereifern werden: Warum die Blockchain (meint jedenfalls Nouriel Roubini) total überschätzt wird. Project Syndicate

Karriere

Sieben Tipps … wie deutschen Bankern die Rückkehr von London nach Frankfurt gelingt. efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unser Stück zu den profitablen (oder auch nicht profitablen) Fintechs. Finanz-Szene.de