07/06/18: Sewings wichtigster Monat, Das Deutsche-Bank-Allianz-Auto-Fintech, Angst vor Yomo?

Wird der Juni zum Monat der Entscheidung für die Deutsche Bank?

Der Societe-Generale-Analyst Andrew Lim schickte dieser Tage eine Studie an seine Kunden, in der er das US-Problem der Deutschen Bank ganz grob gesagt wie folgt beschrieb: Was auch immer an den Vorwürfen der Fed und der FDIC dran sein mag – reicht ja schon, wenn ein paar große Deutsche-Bank-Kunden nervös werden und ihre US-Geschäfte künftig dann doch lieber über eine andere Bank abwickeln. Nun ist Lim als Deutsche-Bank-Skeptiker bekannt, entsprechend sind auch immer seine Kursziele (zurzeit: 8 Euro). In einem allerdings dürfte er Recht haben: Entscheidend für die Zukunft des wichtigsten deutschen Geldhauses wird nicht sein, ob Christian Sewing bis zum Jahresende schon 4000 Jobs abgebaut hat (wie er gestern ankündigte) oder vielleicht ja doch nur 3700. Entscheidend wird sein, dass er den Ärger mit den US-Aufsehern in den Griff bekommt. Und was das betrifft, soll es noch in diesem Monat so etwas wie den finalen Fingerzeig geben – nämlich die Veröffentlichung der Ergebnisse des neuen US-Stresstests. Lesen Sie hier die entsprechende Analyse von „Reuters“ (via wiwo.de).

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Natürlich könnten wir es uns leicht machen und einfach mit der Performance unseres Fonds werben (Stand 5. Juni: 10,05 Prozent seit Auflegung vor etwa drei Monaten). Aber wir finden auch unseren Trailer sehr sehenswert. The Digital Leaders Fund: www.thedlf.de

Kann es sein, dass die Insurtechs plötzlich mehr Geld bekommen als die Fintechs?

Wenn wir hacken könnten, dann hätten wir uns diese Nacht einfach mal in die großartige Datenbank des großartigen Peter Barkow hineingehackt.  Und dann hätten wir nachgeschaut, ob unser Verdacht stimmt – der nämlich lautet: Könnte es sein, dass Q2 2018 das erste Quartal überhaupt wird, in dem hierzulande mehr Geld in Insurtechs als in klassische Banken-Fintechs fließt? Mangels Hacker-Kenntnissen und mangels eigener Datenbank: Mal schauen, was die Erinnerung und die Archive so hergeben … Also, Simplesurance (8. Mai) hat 20 Mio. Euro gefunded, bei Clark (25. April) waren es sogar 29 Mio. (allerdings Dollar), Ottonova stand Mitte April zumindest in Verhandlungen – und gestern nun kam das Berliner Insurtech Coya und vermeldete, man habe rund 25 Mio. Euro von Investoren erhalten. Wie steht es im Vergleich dazu um die Banken-Fintechs? Da ist nach dem fulminanten ersten Quartal kaum noch was passiert, würden wir sagen. Momentaufnahme oder Trendwechsel? Gründerszene (die Coya-News)

News

Was machen die Deutsche Bank und die Allianz denn da??? Haben laut „Bloomberg“ eine Art Fintech-Joint-Venture gemeinsam mit Auto 1 („Wir-kaufen-Dein-Auto.de“) gegründet – offenbar mit dem Ziel, über den Online-Gebrauchtwagen-Händler entsprechende Finanzierungen und Versicherungen abzusetzen. Klingt ziemlich spannend, natürlich immer vorausgesetzt, das stimmt alles so, wie die Kollegen es schreiben. Erinnert uns irgendwie an die Geschichte von VW Financial Services. Denn die hatten vor Jahresfrist ja sogar eine eigene Gebrauchtwagen-Börse („Heycar“) gestartet, nicht nur, aber schon auch als Absatztreiber für die eigenen Finanzprodukte. Was man nicht alles tut, um am Point of Sale präsent zu bleiben. Bloomberg

In diesem Zusammenhang ist auch eine Jobanzeige interessant, über die wir googelnderweise noch gestolpert sind (achten Sie mal auf den zweiten Bullet-Point …). smartrecruiters.com

Wow, das ist ja ein richtiges Feuerwerk, dass die FAZ da heute Morgen auf Seite 26 für Hauck & Aufhäuser abbrennt („entwickelt sich prächtig“, „wächst stürmisch“, „wirft ordentlich Ertrag ab“): Grundlage scheint diese Verlautbarung hier zu sein, aus der hervorgeht, dass der Nachsteuergewinn im vergangenen Jahr von minus 8 Mio. Euro auf plus 26 Mio. Euro gestiegen ist. Nun sei mal dahingestellt, ob Hauck & Aufhäuser nicht sinnigerweise besser den Vorsteuergewinn veröffentlicht hätte, zumal auch der sich mit plus 29,5 Mio. Euro sehen lassen kann. Spannender ist ein anderer Aspekt: Wer sich die Mühe macht, nicht nur in die Pressemitteilung, sondern in den eigentlichen Jahresbericht zu schauen, der entdeckt dort einen Posten namens „sonstiger Überschuss“ – und der ist ebenfalls 29,5 Mio. Euro  groß. Nun wird (wobei wir nur quergelesen haben) nicht aufgelöst, was es mit dem Posten auf sich hat. An anderer Stelle ist jedoch von einem „einmaligen Effekt aus der Eigenkapitalkonsolidierung“ die Rede. Könnte das eine mit dem anderen zusammenhängen? Laut BÖZ jedenfalls scheint es ungefähr so zu sein. Wollen wir hoffen, dass die Pracht nicht bald wieder verwelkt

Bei allem Respekt gegenüber Herrn Dr. Schmalzl: Wenn das Zitat stimmt, mit dem der oberste Sparkassen-Digitalisierer gestern von einem Haspa-Mitarbeiter auf Twitter zitiert wurde („Ich weiß, dass N26 durchaus Respekt vor Yomo hat“), dann möchten wir doch sachte widersprechen. Im Juni 2016 war das sicherlich der Fall. Im Juni 2018 eher nicht mehr. Das Yomo-Archiv von Finanz-Szene.de

Liebe IT- und liebe Risikomenschen, gucken Sie doch heute Morgen lieber mal in die „Börsen-Zeitung“: Die berichtet nämlich, dass die EZB noch in diesem Jahr dafür sorgen will, dass der Umgang mit IT-Risiken künftig europaweit einheitlich geregelt wird (jedenfalls wenn es um die großen Banken geht). BÖZ

Da schau her, Oliver Samwer hat sich an der jüngsten Funding-Runde des britischen N26-Konkurrenten Revolut beteiligt: Will er den Herren Stalf/Tayenthal eins auswischen? Hat er einfach nur zu viel Cash? Oder ist Revolut wirklich das nächste große Ding? Warten wir’s ab. Gründerszene

Glaubt man der FAZ (Seite 25, allerletzter Satz), dann lässt sich die Deutsche Bank ihre Laura-Kampagne „um die 50 Millionen Euro“ kosten: Für dasselbe Geld könnte man zwei krasse Fintech-Investments tätigen oder alternativ drei kleine Rechtsstreitigkeiten beilegen.

Und noch mal Deutsche Bank: Die Leerverkäufer schleichen sich wieder einmal heran, zwar noch nicht in besorgniserregendem, aber doch in merklichem Umfang. Reuters

Linktipps

Aus der Reihe „Wieder was gelernt“: Rudolf Linsenbarth erklärt, warum es den nordischen Banken leichter als den deutschen fällt, eine KYC-Einheit zu bilden. Twitter

Internet of Payments – die Zukunft des Bezahlens? Fragen völlig zurecht die Kollegen vom Finletter.

Auf die Vollgeld-Nummer in der Schweiz sind Sie ja vermutlich auch ohne uns längst aufmerksam geworden. Wenn nicht – wir können z.B. die Geschichte bei „Spiegel Online“ empfehlen (berechtigterweise hinter der Paywall).

Karriere

Falls Sie heute schon wissen wollen, wer demnächst nach Ihrem Job giert: „Zehn Studenten der Uni Frankfurt, von denen wir noch hören werden.“ Behauptet jedenfalls das Karriereportal efinancialcareers

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse über den deutschen Payment-Markt. Finanz-Szene.de