07/12/18: Größtes dt. Fintech wechselt CEO, Der Banken-Crash, Savedroid

Die Deutsche Bank ist nur mehr so viel wert, wie (selbst) die Coba zu Jahresbeginn noch wert war

Der Vertrauensverlust der Investoren in die beiden großen Banken hierzulande nimmt allmählich surreale Züge an. So kommt die Deutsche Bank nach dem neuerlichen Kursdebakel vom gestrigen Donnerstag (minus 4,4%) nur mehr auf eine Marktkapitalisierung von 15,9 Mrd. Euro. Zur Einordnung: Das ist ziemlich exakt so viel, wie selbst die dauerkriselnde Commerzbank (Kursverlust gestern: 6,7%)  zu Beginn dieses Jahres noch wert war. Oder anders gewendet: Nachdem die Aktie der Deutsche Bank seit Jahresbeginn um 52% gefallen ist und die Aktie der Commerzbank um 45%, sind die beiden Institute addiert nur noch rund drei Viertel dessen Wert, was die damals ja schon dürre Deutsche Bank zu Jahresbeginn noch allein auf die Waage brachte. Und falls man der Vollständigkeit halber noch die Aareal und die Deutsche Pfandbriefbank hinzuzählen möchte, dann kommen die vier in Dax bzw. MDax notierten deutschen Kreditinstitute nur noch auf einen aggregierten Börsenwert von 27,6 Mrd. Euro. Was wir damit sagen wollen? Was soll man dazu noch sagen!

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News

So sind wir Fintech-Journalisten: Wenn irgend so ein pseudohippes Berliner Finanz-Startup irgendwas bei Twitter rauspupst, machen wir ’ne große Geschichte draus – wenn hingegen das (gemessen an Mitarbeitern und Umsatz) mutmaßlich größte deutsche Fintech, nämlich die gänzlich unhippe Bertelsmann-Tochter Arvato Financial Solutions, den Chef wechselt, dann kriegen wir es nicht mit. Oder etwas nachrichtlicher formuliert: Der bisherige CEO Frank Kebsch ist gegangen, sein Nachfolger heißt Rolf Hellermann, 42 Jahre, bislang CFO im Board von Arvato. Wann das war? Anfang November.

Als autodidaktisch veranlagter Finanzjournalist hat man im Laufe der Jahre natürlich gelernt, dass Bear Market, Bear Stearns und Bearing Point weder verwandt miteinander sind (oder muss es untereinander heißen???) noch verschwägert: Und trotzdem schoss uns dieser billige Gag in den Kopf, als wir gestern (wiederum ausgegraben: vom Kollegen Neubacher) lasen, dass Bearing Point gleich drei Top-Kunden zu verlieren drohe, nämlich die DZ Bank, die Commerzbank und die LBBW. Was man dazu als Hintergrund vielleicht ergänzen sollte: Bearing Point –  das ist die IT-Bude, die mit ihrer eigentlich ganz propperen Meldewesen-Software „Abacus“ seit Jahren den deutschen Markt dominiert, bei der Einführung der neuen Produktversion „Abacus 360“ aber irgendwie (das liest man jedenfalls) so ein bisschen danebengegriffen haben soll. Börsen-Zeitung (Paywall)

Was macht, vier Monate, nachdem er erstmals gehandelt wurde, eigentlich der Savedroid-Token noch so? Möchten Sie mal nachschauen? coinlib.io

Angesichts des oben beschriebenen Kursdesasters bei der Deutschen Bank sollte zumindest aufmerken lassen, dass die „Financial Times“ gestern Mittag mit der News auf den Markt kam, das Frankfurter Institut habe als Korrespondenzbank der unter Geldwäsche-Verdacht stehenden Danske Bank zwischen 2007 und 2015 nicht nur inkriminierte Zahlungen im Umfang von rund 130 Mrd. Euro abgewickelt (wie man bislang dachte), sondern inkriminierte Zahlungen im Umfang von rund 160 Mrd. Euro. Oder anders gesagt: Vier Fünftel aller inkriminierten Zahlungen wurden von der Deutschen Bank abgewickelt. FT (Paywall); Reuters

Zwei Stunden später kamen dann „Bloomberg“ (unter Verweis auf „eine mit der Angelegenheit vertraute Person“) und nochmal anderthalb Stunden später das „Handelsblatt“ (unter Verweis auf das, was Journalisten lustigerweise immer „Finanzkreise“ nennen) mit der Meldung, die Deutsche Bank habe bislang weder in Sachen „Danske“ noch in Sachen „Panama“ irgendwelche Rückstellungen gebildet. Mal angenommen, den „mit der Angelegenheit vertrauten Finanzkreisen“ ging es darum, mit dieser Nachricht die Investoren zu beruhigen – ist das wirklich eine beruhigende Nachricht? Bloomberg, Handelsblatt (Paywall)

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