08/01/19: Die Sensations-Sparkasse, Dt. Bank verliert krass Marktanteile, >1 Mrd. € für dt. Fintechs

Exklusiv: Normale deutsche Sparkasse arbeitet fast so profitabel wie die amerikanische Citigroup

Eine frohes neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser. Sollen wir gleich loslegen? Nur eine von zwölf deutschen Banken erwirtschaftet ihre Eigenkapitalkosten. Wurde jüngst jedenfalls überall vermeldet. Urheber der Nachricht? Die Beraterfirma Bain, deren jährliche Erhebung zum teutonischen Bankenmarkt längst Benchmark-Status genießt. Fragt sich nur: Ist die Studie analytisch überhaupt zielführend? Wir möchten da ein paar Zweifel anmelden, nachdem wir uns zwischen den Jahren einfach mal durch die Bilanzen diverser deutscher Kreditinstitute gelesen haben. Beispiel: die Sparkasse Aachen. Die dürfte mit ziemlicher Sicherheit zu den Banken gehören, die laut Bain-Methodik ihre EK-Kosten NICHT verdienen. Zugleich zeigen unsere Berechnungen allerdings, dass die gleiche Sparkasse Aachen fast so profitabel arbeitet wie die amerikanische Citigroup. Glauben Sie nicht? Hier unsere Analyse: Finanz-Szene.de

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News

In den vergangenen Monaten haben wir verschiedentlich über Indizien berichtet, dass die Investmentbanker der Deutschen Bank im heimischen (=deutschen) Markt wieder mehr Geschäft machen … für Europa insgesamt gilt das aber nicht, glaubt man den Statistiken von Refinitiv (also Ex-Thomson-Reuters). Demnach kamen die Deutschbanker in der EMEA-Region gerade mal auf Erträge von 834 Mio. Dollar, ein Minus von nahezu einem Viertel. Und im zugehörigen Ranking? Ging es abwärts von Platz 4 auf Platz 9. Autsch. FAZ (Print)

Deutschlands Finanz-Startups haben 2018 erstmals mehr als 1 Mrd. Euro Risikokapital eingesammelt, sagt die unbestechliche Datenbank von Barkow Consulting. Nun wollen wir der guten Ordnung halber vermerkt wissen, dass der Barkowsche Fintech-Begriff ein bisschen weitergefasst  ist als der unsere – er zählt z.B. auch „Prop-Techs“ wie das Ferienwohnungen-Portal Hometogo dazu. Das ändert freilich nichts an der Grundaussage, die da lautet, dass der deutsche Fintech-Sektor im vergangenen Jahr ziemlich steil gegangen ist, wie wir in unserem großen Rückblick neulich ja ebenfalls betont hatten. Und auch in einem weiteren wichtigen Punkt bestätigt Barkows Datenbank unser Bauchgefühl – nämlich: Immer mehr Geld konzentriert sich auf immer weniger Startups. So sank die Zahl der Finanzierungen um 10%; zudem entfielen allein 53% des gesamten Fundings auf die zehn größten Deals. Barkow Consulting

Nach der Silicon Valley Bank und Oppenheimer eröffnet die nächste auf Technologie-Unternehmen spezialisierte US-Spezialbank ein deutsches Büro, nämlich Stout. Dieser Umstand ist schon per se interessant. Was ihn aber aus unserer Sicht noch interessanter macht: Während sich die beiden anderen Institute in Frankfurt ansiedelten, geht Stout nach Berlin, also nicht in die Banken-, sondern in die Startup-Hauptstadt. Eine Entscheidung mit Signalwirkung? Finance Magazin

Falls Sie sich gestern ein bisschen durch die einschlägigen Websites geklickt haben, werden Sie in großen Lettern auf die Meldung gestoßen sein, dass diverse Anleihegläubiger die HSH Nordbank auf Zahlung von 1 Mrd. Euro verklagt haben. Unser Senf: 1.) Eine rechtliche Einschätzung trauen wir uns selbstredend nicht zu. 2.) Unser Bauch indes sagt, dass da möglicherweise Schaum geschlagen wird. 3.) Kann es sein, dass das dieselbe Geschichte ist, die im vergangenen März und im vergangenen November auch schon medial rumgereicht wurde?

That’s not news, Teil I

Haben Sie die letzten zwei Wochen einfach mal die Füße hochgelegt (so wie hier hier)? Gut so! Denn viel verpasst haben Sie eh nicht. Und das bisschen, was Sie eventuell verpasst haben könnten, fassen wir hier für Sie zusammen (zunächst mit dem Fokus auf die Banken, weiter unten dann auf die Fintechs):

Wer hätte das gedacht? Die ohnehin nur noch halboffiziell und mutmaßlich auch eher halbherzig geführten Rettungsgespräche zwischen der NordLB und der Helaba sind (diesmal endgültig?) geplatzt. Damit wird die von uns bereits Mitte Dezember skizzierte Zuspitzung der Lage („Höllenhund oder Abwicklung“) zumindest nicht unwahrscheinlicher. Börsen-Zeitung

Eigentlich konzentrieren wir uns bei „Finanz-Szene.de“ ja auf die hiesigen Banken …  Was die EZB allerdings mit der italienischen Krisenbank Carige gemacht hat (Zwangsverwaltung!), wollen wir Ihnen trotzdem nicht vorenthalten. Könnte Sie ja durchaus was angehen, falls Sie, sagen wir, bei der NordLB arbeiten. NZZ.

Die vorläufigen 2018er-Zahlen der Essener Nationalbank (das ist die, deren Chef gern mal BdB-Chef würde, aber dann doch nie wird …) geben einen Vorgeschmack auf das, was die nächsten Wochen kommen dürfte, wenn dann auch die anderen Banken ihre Ergebnisse veröffentlichen: Zinsüberschuss minus 3,6%, Jahresüberschuss minus 13,2%, EK-Rendite minus 2,3%-PUNKTE. (BÖZ, Paywall)

Die ING Diba (darf man Diba noch sagen?) siedelt direkt unter ihren Firmenkunden-Vorstand den Verbriefungs-Spezialisten Stefan Rolf an, den sie zu diesem Zweck bei VW Financial Services losgeeist hat – eine Personalie, die illustriert, wohin die Oranjebank steuert, nämlich: Weniger Retail-Klein-Klein und mehr Wholesale-Groß-Groß. (BÖZ, Paywall)

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That’s not news, Teil II

Und noch, wie weiter oben bereits angedroht, ein kleiner Fintech-Rückblick:

Mehr oder weniger unbeachtet hat sich Google eine „E-Money-Lizenz“ für die Durchführung banknaher Dienstleistungen innerhalb der EU (und also auch hierzulande) besorgt: Konkret bedeutet dies, dass der US-Technologieriese künftige Bezahlungen abwickeln, elektronisches Geld transferieren und E-Wallets anbieten darf (Konto und Kredit geht hingegen noch nicht).  Bloomberg

Erinnern Sie sich noch, wie wir letzten Sommer auf Basis eines ziemlich freihändigen Hin- und Her-Kalkulierens versucht hatten zu eruieren, wie viele „echte“ Kunden N26 hat? (Die Antwort lautete: wohlmeinend gerechnet könnten es immerhin schon 25% bis 30% aller Kunden sein). Dazu passt: Der britische N26-Rivale Monzo hat dieser Tage getwittert, in seinem Fall liege der Anteil der Kunden, die ihr Gehaltskonto bei der Startup-Bank führen, bereits bei (erstaunlichen) 30%. Twitter

Und noch eine interessante, weil ungewöhnliche Personalie: Der Blogger (und Berater) Kilian Thalhammer wird globaler Produktchef bei Wirecard. Erinnert uns 1.) so ein bisschen an den Ex-Blogger (und Ex-Berater) Dirk Elsner, der inzwischen als Innovationsmanager bei der DZ Bank arbeitet. Und macht uns 2.) Hoffnung, dass der Arbeitsmarkt eines  Tages auch für uns selbst noch einmal eine ordentliche Anstellung bereithalten wird, wobei wir  ja eigentlich nur Blogger sind, während sich unsere Consulting-Tätigkeit darauf beschränkt, der großen der kleinen Töchter allmorgendlich den Ratschlag zu erteilen, dass der Schneeanzug bei diesem Wetter der Winterjacke-plus-Rock-Kombi vorzuziehen sei … Wobei wir jetzt abgeschweift (abgeschwiffen?) sind. Hier die Thalhammer-News: Gründerszene

Klickfavoriten

… waren in der letzten Ausgabe vor Weihnachten einmal der große Rückblick auf das 2018er-Banking-Jahr und zum anderen der Scoop, dass N26 diverse Top-Manager zu Gesellschaftern macht.

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