08/02/18: Gehaltsreport Teil III, Ritterschlag für Exporo, Figo ist auch noch da

Exklusiv: Deutsche Banker kosten 128.000 Euro – bringen ihrer Bank aber nur 38.000 Euro

Liebe Leser/innen, haben Sie ihre Aktienquote auf Null gefahren? Ihren Vermögensberater zur Schnecke gemacht? Und ihrem Teenie-Sohn verboten, weiterhin mit Bitcoins zu handeln? Wunderbar! Dann können wir die Märkte ja jetzt Märkte sein lassen und uns endlich wieder aufs Wesentliche konzentrieren – die deutsche Finanzbranche!!! Denn: Wir haben da mal was vorbereitet, nämlich den dritten Teil des großen „Finanz-Szene.de-Gehalts-Reports“. Diesmal interessierte uns, was deutsche Banker ihre Bank denn eigentlich so kosten. Und zwar nicht nur die Boni-Millionäre. Sondern gewissermaßen alle. Also die Filialbanker bei der Kölner Sparkasse genauso wie die Spezialbanker bei der Aareal, die Abfindungs-Einheimser bei der HSH Nordbank genauso wie die Pensions-Profiteure bei der BayernLB, die Einstecktuchbanker bei Trinkaus genauso wie die Low-Cost-Kollegen bei der Polen-Tochter der Commerzbank. Als Grundlage dienten uns die Geschäftsberichte der 30 wichtigsten deutschen Banken, ein Taschenrechner und ein Excel-Kurs bei der VHS. Sehen Sie hier, was herausgekommen ist (mit großer Tabelle!!!):

Finanz-Szene.de

Exklusiv: Erste deutsche Bank macht Immobilien-Crowdinvesting zum Standardprodukt

Die Consors-Bank erweitert ihre Produktpalette um ein Angebot, dass man bei deutschen Geldhäusern (soweit wir das verfolgt haben) bislang vergeblich suchte – um Crowdinvesting für Immobilien nämlich. Als Partner hierfür hat der Broker nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ das Hamburger Fintech Exporo ausgewählt, mit einem vermittelten Volumen von 88,6 Mio. Euro in 2017 die größte Immo-Crowdplattform hierzulande. Die Zusammenarbeit  ist gleich aus mehreren Gründen bemerkenswert: Die Hanseaten, die ihre Crowd-Klientel bislang teuer übers Internet akquirieren müssen, erhalten über die BNP-Paribas-Tochter direkten Zugang zu Millionen von Kunden. Zudem haftete dem Modell bislang der Geruch des Graumarkts an. Dadurch, dass einer der größten deutschen Online-Broker die Produkte nun in sein Schaufenster stellt, wird Crowd-Investing plötzlich zum sozusagen offiziellen Bankprodukt. Hier weitere Details: Finanz-Szene.de

News

Exklusiv – Die Deutsche Bank launcht ihre Produkte jetzt so, dass es perfekt in den Workflow von „Finanz-Szene.de“ passt: So zumindest deuten wir den Umstand, dass gestern Abend um kurz vor halb elf bei LinkedIn rumging, dass jetzt alle Online-Kunden des größten deutschen Geldhauses via Multibanking auch Überweisungen von Fremdkonten vornehmen können (was bislang offenbar nicht ging). Und Ehre, wem Ehre gebührt: Den API-Kram hat, wenn wir das richtig verstehen, das Hamburger Fintech Figo erledigt. LinkedIn, Deutsche-Bank-Website

Die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells tritt der Consultingfirma Oliver Wyman nach deren umstrittener Bankensterben-Studie mit Anlauf, offener Sohle, angespitzten Stollen und grätschenderweise frontal gegen das Schienbein: Eine gestern herumgeschickte Pressemitteilung der Edeljuristen beginnt wie folgt: „Sehr geehrte Damen und Herren, jüngste Studien prophezeien dem Finanzdienstleistungssektor in Deutschland ein Massensterben. Die Zahl der Banken soll demnach bis 2030 von 1600 auf 150 bis 300 sinken. [Hogan-Lovells-Partner] Dr. Tim Brandi teilt dazu mit: ‚Die Konsolidierung in der deutschen Bankenbranche wird anhalten, ich bezweifele aber, dass die Zahl der Institute tatsächlich – wie einige Beobachter prognostizieren – um 80 Prozent sinken wird.'“

Santander mit neuem Deutschland-Chef: Nach neun Jahren an der Spitze des Konsumentenfinanzierers räumt Ulrich Leuschner seinen Posten. Er wird ersetzt durch den gebürtigen Italiener Vito Volpe, der jetzt harte Einschnitte vornehmen soll (300 Filialen und 600 Stellen fallen weg). Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Exklusiv: Commerzbank besetzt digitale Schlüssel-Position neu: Nach Informationen von „Finanz-Szene.de“ übernimmt Torsten Daenert, bislang „Leiter Produktmanagement Wertpapiere“, vom 1. April an den wichtigen Bereich „Zahlungsverkehr und Einlagen“. Der Posten war freigeworden, nachdem Julian Mattes die Coba im Herbst verlassen hatte, um beim VC-Investor „Digital + Partners“ anzuheuern. Daenerts bisherige Aufgaben fallen an Olaf Lorenz, bislang Abteilungsleiter Vertriebsstrategie im Business Development.

Sparkassen drohen mit gewaltsamer Stürmung der EZB-Zentrale inklusive Geiselnahme Mario Draghis: Okay, das war jetzt vielleicht ein bisschen überinterpretiert. Tatsächlich hat der baden-württembergische Sparkassenpräsident Peter Schneider gestern nur gesagt, falls die europäische Einlagensicherung überstürzt eingeführt werden solle, werde man die eigenen Kunden mobilisieren. „Da braucht man halt mal 100 000 Leute vor der EZB in Frankfurt. Und das schaffen wir.“ Handelsblatt

Deutsche-Bank-Aktie zwischenzeitlich auf 14-Monats-Tief: … bevor sich die Papiere am Nachmittag allerdings wieder ein bisschen erholt haben. Manager Magazin, Bloomberg (mit einer Grafik, die zeigt, wie miserabel sich die Papiere im Vergleich zu anderen europäischen Bankenwerten bislang in diesem Jahr entwickelt haben.)

Geplantes „Hire and Fire“-Gesetz für Brexit-Banker … schafft es in den Koalitionsvertrag. Welt

Da freut sich unser baden-württembergischer Leser Niels N.: Die neue Koalition hat beschlossen, dass freie Finanzanlagenvermittler künftig von der Bafin überwacht werden sollen und nicht mehr von den Gewerbeämtern. Handelsblatt

Finanztochter von Daimler macht sich an Berliner Fintech-Jungs ran: … und zieht zu diesem Zwecke in die Startup-Campus Factory am Görlitzer Bahnhof ein. Gründerszene

Beyond .de

Schweizer Finanzaufsicht knöpft sich Credit Suisse vor: Dabei geht es um das krasse Vola-Wetten-Derivat, von dem wir Ihnen gestern so fasziniert berichtet hatten. Reuters

Lesetipps

Der Flash Crash und die Banken, Teil I: Die Acht-Milliarden-Bombe und wie sie funktioniert. Bloomberg

Der Flash Crash und die Banken, Teil II: Wie zwei kleine Investmentprodukte (von denen eines, siehe oben, von der Credit Suisse kam) den dunkelgrauen Montag auslösten oder wenigstens verschärften. Bloomberg

Wie der Kleinkrieg zwischen Goldman und dem Bitcoin gestern Früh begann … Bloomberg

… und wie er ausgegangen ist (nämlich mit einem Punktsieg für den Bitcoin). Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern der Ärger des Kollegen Leichsenring mit seinem neuen Bankberater (der auch eine Bankberaterin sein kann). Der Bank-Blog

Back-End

Die sog. Schauspielerin Laila Maria Witt, 35, hat bei Instagram ein Video hochgeladen, das zeigt, wie sie in einem semi-edlen Gym von einem kleinen, muskelbepackten, dunkelhaarigen Mann wie eine Hantelstange hochgestemmt wird. Wer der Mann ist? Ihr Gatte, der Ex-Goldman-Deutschland-Chef Alexander Dibelius. Das muss Liebe sein. Manager Magazin (mit Video!!!)