08/05/18: Kann die Deutsche Bank Payment?, Ratepay-Porträt, Niiios neueste Volte, HSH-Schock

Ad-hoc: Laut „Börsen-Zeitung“ wackelt der Verkauf der HSH Nordbank

Eigentlich schien alles perfekt. Vorstandschef Stefan Ermisch begab sich sogar schon auf eine Art Ehrenrunde, um sich (den Fans fröhlich winkend) für die Privatisierung  der HSH Nordbank feiern zu lassen und sein Institut den anderen Landesbanken als Role Model anzupreisen. Nun allerdings platzt in die schöne Stimmung heute Morgen eine Geschichte der „Börsen-Zeitung“, die man – wenn sie denn stimmt – als Hammer bezeichnen muss. Sie ist nämlich mit „Verkauf der HSH Nordbank wackelt“ überschrieben. Als Kronzeugen für diese Behauptung führt die BÖZ den BdB-Geschäftsführer Christian Ossig an, der von „einer Reihe von Stolpersteinen“ spricht und damit vor allem den seiner Darstellung nach offenbar völlig ungeklärten Einlagensicherungs-Status meint. Nun könnte man beim ersten Lesen denken, der BdB wolle bloß den Preis erhöhen und die BÖZ lasse sich dabei ein bisserl zu sehr vor den Wagen spannen. Indes: Im nebenstehenden Kommentar legt die BÖZ nach, spricht in Bezug auf den als perfekt dargestellten HSH-Verkauf von einer „Desinformations-Kampagne“ und von „verdeckten“, wenn nicht sogar „gezinkten Karten“, mit denen gespielt werde. Wenn das wirklich stimmen sollte, dann wissen wir, wer jetzt erstmal nicht mehr winkt. BÖZ (News), BÖZ (Kommentar)

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Analyse: Warum man an den Payment-Coup der Dt. Bank ein paar Fragezeichen heften sollte

Man wähnte die Deutsche Bank ja schon im Modus des immerwährenden Sparens – da landet das wichtigste Geldhaus des Landes plötzlich einen kleinen Coup und verkündet (standesgemäß via „Financial Times“) den Angriff auf Visa und Mastercard. Konkret geht es darum, dass sich die Blaubank mit der IATA (das ist der Dachverband der globalen Nicht-Billig-Airlines) zusammentut, um ein neues Payment-Scheme zu entwickeln, über das Kunden bei der Buchung ihren Flug bezahlen können. Der Name „Deutsche Bank“ würde in diesem System mutmaßlich überhaupt nicht auftauchen; stattdessen wären die Frankfurter so etwas wie der White-Label-Anbieter im Hintergrund. Macht das Sinn? Auf den ersten Blick ja. Denn die Airlines suchen nach einem Gegengewicht zu den Kreditkarten-Oligopolisten – und die Deutsche Bank ist dank erforderlicher Lizenzen und erwiesener Expertise im Payment Processing ein naheliegender Partner. Zugleich werfen die Pläne aber auch viele Fragen auf – und zwar mindestens fünf. Hier sind sie: Finanz-Szene.de

News

Ach, beim niedlichen Supi-Dupi-Fintech Niiio, dem wir neulich sogar mal eine liebestolle Analyse gewidmet haben, ist eigentlich immer was los – der neueste Schnack: Jetzt will sich die irgendwie in ständiger Umorganisierung und strukturaler Selbstoptimierung befindliche Firma das operative Geschäft ihrer Mutter (oder war die Mutter doch die Tochter oder umgekehrt?) einverleiben. Bei anderen Unternehmen würden wir nun die böse Vermutung anstellen, dass die Tochter (oder war die Tochter doch die Mutter oder umgekehrt?) ja irgendwas Operatives braucht, um dies dann ihren Aktionären (kürzlich wurde übrigens auf Namensaktien umgestellt) zu präsentieren. Aber das Fintech Niiio mit drei „i“ finden wir so zuckersüß, dass sich derlei böse Gedanken verbieten. Ad-hoc-Mitteilung

Die Commerzbank droht angeblich „Tausenden Kunden“ mit Rauswurf: So stellt es heute Morgen zumindest die FAZ (Seite 23) dar, während „Bloomberg“ gestern Abend lediglich von über 1000 Kunden sprach. Worum es geht? Offenbar um Wertpapier-Kunden mit US-Bezug. Und um die Frage, wie die Commerzbank (und wohl auch andere europäische Banken) in Zukunft mit den immer komplexeren Anforderungen der US-Steuerbehörden umgehen sollen. Bloomberg

Leser von „Finanz-Szene.de“ wissen ja, dass sich schwarze Zahlen von Privatbanken bei genauerer Draufsicht gern mal als weit weniger schwarz (Berenberg 2016) oder gar als rötelnd entpuppen (Lampe 2016, Warburg 2016, Lampe 2017) – trotzdem: Im Falle von Merck Finck sparen wir uns jetzt einfach mal den Blick in die Bilanz und kolportieren treugläubig, dass die Bank 2017 „den Turnaround geschafft hat“, wie Vorstandschef  Matthias Schellenberg versichert. Bloomberg/Welt

Bei der 480-Mio.-Dollar-Nummer zwischen Wells Fargo und Union Investment ist uns noch immer nicht klar, … ob die 480 Millionen Dollar jetzt wirklich komplett den Union-Anlegern zugutekommen (so las sich für uns gestern die SZ-Meldung und auch die offizielle PM der Union lässt sich zumindest beim ersten Lesen so interpretieren, oder nicht?) – oder ob nach Deutschland nicht doch nur ein kleiner Teil dieser Summe fließt? Letzteres scheint uns irgendwie plausibler. Hätten wir einfach mal klären sollen. Haben wir aber ehrlich gesagt vergessen.

Linktipps

Abschied eines Gemochten: Klaus-Peter Müller, den früheren Vorstands- und nun scheidenden Aufsichtsratschef der Commerzbank, mag irgendwie jeder. Drum können einem die Kollegin Schreiber (Süddeutsche) und der Kollege Kröner (Handelsblatt) schon fast leidtun. Denn sie mussten dieser Tage eine Bilanz des Müllerschen Arbeitslebens ziehen. Und wie diese Bilanz nach >50 Jahren Commerzbank ausfällt, weiß ja jeder, der mal einen Aktienchart der Coba gesehen hat. Aber so hart will man’s dann ja doch nicht schreiben.  Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall) 

Dürfen die das? Mehrere Sparkassen drängen Tausende Kunden aus hochverzinsten Sparverträgen. Nun entscheiden Gerichte über die Fälle. Handelsblatt (Paywall)

Vor ziemlich genau 100 Tagen hat die Deutsche Bank ihr „Open Banking“-Programm dbAPI gestartet. Leiter Joris Hensen zieht eine erste Zwischenbilanz. Der Bank-Blog

Die blinden Flecken der EHI-Online-Payment-Studie: Eine kritische Betrachtung durch die Zahlungsverkehrs-Experten Jochen Siegert und Kilian Thalhammer. Paymentandbanking (Podcast)

Die Erkenntnis, dass Ratepay zu den wenigen deutschen Fintechs gehört, die (bereits) schwarze Zahlen schreiben, hatten wir ja neulich schon mit Ihnen geteilt: Mit dem „Handelsblatt“ hat Chefin Miriam Wohlfarth nun über das Geschäftsmodell des B2B-Payment-Anbieters gesprochen. HB

Karriere

Deutschlands Banken schicken die Headhunter jetzt sogar schon in die Universitäten: … aber nicht unbedingt, um dort die nächsten MBA’ler aufzugabeln. Sondern – es geht um Nachwuchsexperten für Themen wie Cyber Security, Data Science oder Data Engineering. efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter einen kurzweiligen Überblick über die Neuigkeiten aus der Branche bietet. Besonders schätze ich, dass die oftmals trockene Materie mit lockerem Schreibstil vermittelt wird.“

Dr. Christine Bortenlänger ist Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Exklusiv-Stück zur Oliver-Wyman-Studie über den Fintech-induzierten Ertragsschwund bei den deutschen Retailbanken. Finanz-Szene.de

Back-End

Lieber Bitkom, anbei als kostenfreier Service ein recyclebarer Instant-PR-Text für Deine nächsten zehn Studien zur Zukunft des Bankings:

Mehr als xx Prozent der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom mittlerweile online. Dabei legen gut xx Prozent der Befragten großen Wert auf digitale Angebote wie Banking-Apps oder Online-Beratung. „Hier bahnen/bahnt sich einschneidende Änderungen / ein Gezeitenwechsel / ein Dammbruch [Anm.: Formulierung bitte regelmäßig durchwechseln]  für die traditionellen Filialbanken an“, sagte Bitkom-Präsident/in / Bitkom-Geschäftsführer/in Xxxxxxxxx Xxxxxxx am Xxxxxxxxxxx bei der Vorstellung der Studienergebnisse.