08/06/18: Coba startet mit Google Pay, Funding für Berliner Fintech, „Deutschlands Banken scheitern“

Commerzbank bringt Google Pay nach Deutschland – kommt jetzt auch Apple?

Die Commerzbank will Ende Juni als erstes deutsches Geldinstitut mit Google Pay starten. Dies wurde „Finanz-Szene.de“ gestern Abend von zwei Insidern bestätigt, nachdem zuvor bereits das „Handelsblatt“ darüber berichtet hatte. Ein Sprecher der Bank wollte sich nicht äußern. Damit können die Nutzer von Android-Smartphones (sofern sie ebenfalls Kunden der Commerzbank sind) also demnächst per Handy bezahlen, wenn auch zunächst einmal nur über die Kreditkarte. Branchenkenner erwarten, dass weitere Banken demnächst nachziehen werden. Und auch der Eintritt von Apple Pay in den deutschen Markt wird durch den Start des Konkurrenten Google zumindest nicht unwahrscheinlicher. Hier gelten unter anderem die Sparkassen und Genobanken als sehr interessierte mögliche Kooperationspartner (vor allem dann, wenn Apple sein Angebot auch Girocard-kompatibel machen sollte). Die ganz große Frage bleibt freilich: Wollen die Deutschen überhaupt mit dem Smartphone zahlen? Die Telekom und Vodafone hatten ihre Versuche, Mobile Payment hierzulande zu etablieren, bekanntlich abgebrochen. Handelsblatt (Paywall).

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Natürlich könnten wir es uns leicht machen und einfach mit der Performance unseres Fonds werben (Stand 5. Juni: 10,05 Prozent seit Auflegung vor etwa drei Monaten). Aber wir finden auch unseren Trailer sehr sehenswert. The Digital Leaders Fund: www.thedlf.de

Bloomberg: Achleitner lotet Chancen auf Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank aus

Sommerflirt, Teil II? Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner lotet „Bloomberg“ zufolge erneut die Chancen einer Fusion mit der Commerzbank aus. In den zurückliegenden Monaten habe der Österreicher sowohl mit Investoren als auch mit hochrangigen deutschen Regierungsvertretern über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Frankfurter Großbanken diskutiert; formelle Gespräche zwischen den Instituten fänden zurzeit allerdings keine statt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, sehen Großinvestoren eine Liaison zwischen Blaubank und Gelbbank ohnehin skeptisch: „Aus Finanzkreisen“ heiße es, in den üblichen Investorengesprächen vor der Hauptversammlung im Mai habe sich Achleitner bei dem Thema zurückgehalten. Die „Süddeutsche“ schreibt, die Spekulationen über ein Zusammengehen seien in den letzten Tagen tatsächlich wieder lauter geworden seien. Ein mögliches Motiv:  „Kurspflege“. In der Tat schoss zumindest die Commerzbank-Aktie gestern Abend im nachbörslichen Handel bei Tradegate unmittelbar nach der „Bloomberg“-Meldung um zwischenzeitlich rund 3% nach oben;  die Aktie der Deutschen Bank stieg zwar ebenfalls, jedoch nicht ganz so stark. Bloomberg, Süddeutsche, Handelsblatt (Paywall)

News

Lässt sich die zweifelsohne große Euphorie um Yomo ein bisschen genauer quantifizieren? Ja: Bislang haben rund 100 Sparkassen „aktives Interesse“ an der öffentlich-rechtlichen Smartphone-Bank, hat DSGV-Chef Helmut Schleweis gestern bei einer Veranstaltung der „Börsen-Zeitung“ gesagt. Also: etwa jede vierte. Das von anfangs noch zehn, inzwischen aber nur noch von acht größeren Sparkassen betriebene Projekt soll von 2019 an für die gesamte Gruppe zugänglich gemacht werden. Börsen-Zeitung (Paywall)

Aus der Reihe „Noch’n Fintech“ (wenn man denn „Fintech“ dazu sagen will): Carl Finance, ein Berliner Startup, das Mittelständlern bei der Suche nach einem Nachfolger unterstützt, hat ein Funding im niedrigen einstelligen Millionenbereich erhalten. Gründerszene

Deutsche Bank stimmt Anleger auf mäßiges zweites Quartal ein: Angesichts der „Übergangsphase“, in der sich sein Institut gerade befinde (ketzerische Frage: Wann ist die Deutsche Bank eigentlich das letzte Mal nicht in einer „Übergangsphase“ gewesen?), dürfte das Frühjahr „etwas schlechter“ gelaufen sein als bei der Konkurrenz, hat Finanzchef James von Moltke gestern auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt gesagt. Laut „FAZ“ äußerte sich der Manager bei der Veranstaltung auch zu dem  mysteriösen 60-Mrd.-Euro-Altlasten-Portfolio, über das zuletzt wieder häufiger spekuliert wurde (siehe „Finanz-Szene.de“ vom 30. April). Dieses sei inzwischen auf 30 Mrd. Euro abgeschmolzen. Reuters

Linktipps

Aus aktuellem Anlass: Warum Bankenfusionen in Europa zwar immer wieder durchgerechnet werden (und dieser Tage offenbar ganz besonders), sich am Ende aber irgendwie nie rechnen. Wirtschaftswoche

„Deutsche Banken scheitern an der Zukunft“: Meint (unter anderem unter Verweis auf Paydirekt) erstaunlich apodiktisch der Kollege Nestler von der FAZ.

Last Man Standing: Der wie immer sehr lesenswerte Rudolf Linsenbarth stellt fest, dass nach dem Verkauf von BS Payone hierzulande nur noch ein einziger Zahlungsnetzbetreiber in Bankenhand ist – nämlich Card Process. IT-Finanzmagazin

Und noch mal aus aktuellem Anlass: Schon vor der Commerzbank-Meldung von gestern Abend widmeten sich die Podcaster Jochen Siegert und Maik Klotz diese Woche den Deutschland-Plänen von Google Pay und Apple Pay. Wer nicht schon reingehört hat, sollte es jetzt vielleicht doch noch tun. Paymentandbanking

Und wie immer freitags: Die proppevolle „Was wir lesen“-Linkliste des DZ Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… mich die Präzision, Vielfalt und Granularität dieses einzigartigen Newsletters schlichtweg begeistern.“

Sven Herrmann ist Vorstandsmitglied Deutschland bei Sopra Banking Software

Klickfavorit

…war gestern logischerweise die Jobanzeige des neuen Fintechs von Auto1, Deutscher Bank und Allianz. Smartrecuriters

Back-End

Falls Sie der Meinung sein sollten, „Finanz-Szene.de“ sei manchmal ein bisschen zu schmerzbefreit … Nein: Wirklich schmerzbefreit ist die Nummer, die die gebührenfinanzierten Kollegen diese Woche hingelegt haben. Aber sehen Sie selbst (und achten Sie auf den Mann mit der Mütze, bei dem es sich unseren Recherchen zufolge jedenfalls nicht um Helmut Schön handelt): ARD Börse