08/11/18: Wirecard und die 19 Mrd., Abgesang auf die Coba, Enria wird’s

Analyse: Woher kommt Wirecards „deutsches“ Transaktionsvolumen in Höhe von 19 Mrd. Euro?

Analysten lieben Wirecard. Bis letzte Woche galt dieser Satz quasi uneingeschränkt. Denn wie hoch die Aktie des Dax-Neulings auch steigen mochte – die Sellside hielt das Papier trotzdem für unterbewertet. Bestes Beispiel: die Researcher von Goldman Sachs, die der Aktie einen Sprung auf sagenhafte 250 Euro zutrauen. Dann aber meldete sich dieser Tage Merrill Lynch zu Wort – und stufte das Kursziel überraschend von 192 Euro auf 150 Euro herunter. Bemerkenswerter noch als der Downgrade als solcher war jedoch die Begründung: „Nach eingehender Analyse der Zahlungsabwickler im deutschen Onlinehandel“ mache man sich „Sorgen um die Wettbewerbsposition von Wirecard und die Nachhaltigkeit der inzwischen eingepreisten Wachstumsdynamik“, so Analyst Adithya Metuku. Eine ungewöhnlich heftige Kritik. Hat Metuku Recht? „Finanz-Szene.de“ hat vergangene Woche (die Parallelität, das versichern wir, ist reiner Zufall) ein paar ähnliche Untersuchungen angestellt. Lesen Sie hier, was dabei herausgekommen ist und was Wirecard selber sagt: Finanz-Szene.de

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Die Deutsche Familienversicherung geht an die Börse. Das Insurtech hat eine Event- und Java-basierte IT-Plattform entwickelt, mit der die nur 109 MitarbeiterInnen den gesamten Geschäftsbetrieb (Bestand: über 420.000 aktive Policen) bewältigen. Für die kommenden Jahre ist ein enormes Wachstum bei den Neukunden geplant. Mehr Informationen unter: ir.deutsche-familienversicherung.de

News

Ein Italiener! Der Nachfolger von Danièle Nouy als oberster europäischer Bankenaufseher scheint gefunden: In geheimer Abstimmung sprach sich der EZB-Rat gestern für Andrea Enria aus, also für den bisherigen Chef der Bankenbehörde EBA – und das, obwohl viele Beobachter der Irin Sharon Donnery  eigentlich bessere Chancen eingeräumt hatten. Börsen-Zeitung

Erinnern Sie sich noch an die im Juli verkündete Kapitalmarktoffensive von Metzler in Kooperation mit Crédit AgricoleGlaubt man „Bloomberg“, dann hat das Projekt erstaunlich wenig Rückenwind. Denn keines der beiden Institute sei bislang in diesem Jahr an einem deutschen Börsengang beteiligt gewesen.  Und damit nicht genug, wurde der für diesen Herbst geplante, von Metzler und CA mitbetreute IPO des Anlagenbauers Exyte auch noch verschoben. Kein guter Start. Bloomberg/Welt (Hinweis: die ersten Absätze des Artikels enthalten kaum was Neues, erst danach wird es interessant.)

Wollte/Sollte die KfW aus Gründen der förderbankpolitischen Hygiene nicht eigentlich ihren Gewinn behutsam zurückfahren? Wie es aussieht, wird daraus jedenfalls in diesem Jahr nichts. Nach drei Quartalen steht die Staatsbank nämlich schon bei einem Konzernergebnis von 1,3 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 1,1 Mrd. Euro). Grund? Wenn wir es richtig verstehen, findet die KfW in ihren Büchern schlicht zu wenig Risiken, sodass das Bewertungsergebnis zu gut ausfällt. Und ein paar Einmaleffekte bei den Derivaten tun ihr Übriges. Bloomberg/Welt

Commerzbank investiert Millionensumme in Berliner Startup: Konkret kommt das Geld vom hauseigenen Beteiligungs-Vehikel CommerzVentures. Und es fließt in ein deutsch-israelisches Unternehmen namens Fraugster, dessen Software von Payment-Anbietern wie Six oder Ingenico genutzt wird, um betrugsbedingte Verluste im Online-Handel einzudämmen. Dass das ein dickes Thema ist, erkennt man 1.) konkret daran, dass die Funding-Runde (an der sich neben der Coba auch die Münchner Rück und VCs wie Earlybird beteiligen) hübsche 14 Mio. Dollar schwer ist. Und 2.) fiel uns eher allgemein gestern ein Tweet des Capital-Kollegen Christian Kirchner ins Auge, wonach die weltweiten Verluste durch Kartenbetrug offenbar seit Jahren hammermäßig ansteigen (Quelle hierfür wiederum ist eine Capgemini-Studie). Gründerszene, Kirchner-Tweet 

Hat N26 eigentlich überhaupt irgendwelche Kosten? Nö, offenbar nicht. Denn angesichts der jüngsten Expansionswelle (von diesem Mittwoch an bietet die Berliner Smartphone-Bank Konten in Dänemark, Norwegen, Polen und Schweden an, demnächst folgen Island und Liechtenstein) merkt der fürs internationale Geschäft zuständige N26-Manager Alex Weber keck an: „Mit den ersten Kunden ist das Projekt sofort rentabel.“ Na, dann müssen wir uns ja keine Sorgen machen. Reuters/FAZ

Vor ein paar Monaten berichteten wir ganz aufgeregt über das gemeinsame Auto-Fintech von Auto1, Deutscher Bank und Allianz: Seitdem hatte man von dem Projekt nicht mehr viel gehört, doch nun steht zumindest schon mal die Führungsriege fest: CEO Fedor Artiles (ehemals fair.com), CFO Axel Buhr (Ex-Tesla), CCO Philip Reicherstorfer (früher JP Morgan). Gründerszene

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Linktipps

Abgesang auf die Commerzbank: Die „Wirtschaftswoche“ kommt in einer Analyse zu dem Schluss, dass die Gelbbank (die heute ihre Zahlen für Q3 veröffentlicht) dabei sei, ihr Mittelstandsgeschäft zu „demontieren“ – und führt das unter anderem auf Spartenchef Reuther zurück, dessen Verbleib über sein Vertragsende im Herbst 2019 hinaus „fraglich“ sei. Wiwo

War’s das jetzt – zumal nach der Cashlink-Meldung von gestern … – mit P2P-Payment aus deutscher Fertigung? Oder gelingt es wenigstens Kwitt (also dem Sparkassen-Teil), eine Alternative zu Paypal aufzubauen? Darüber haben die Paymentandbanking-Blogger, allerdings schon ein paar Tage vor der Cashlink-News, mit Christopher Kampshoff (Lendstar) und Joschka Friedag (Cringle) gesprochen. PAB (Podcast)

Bye, bye, ING Diba: Ein langjähriger Mitarbeiter der größten deutschen Onlinebank macht sich als Berater selbständig. Vorher hat er allerdings noch einen kurzen Abschiedsbrief verfasst, in dem er viel Lob für seinen Ex-Arbeitgeber äußert – aber zwischen den Zeilen auch ein bisschen Kritik. www.mathiasborn.de

Der Chinese kam, sah und zahlte: Ein tiefer Einblick in das „Phänomen Alipay“ – und was es (weil der Chinese ja auch gern Urlaub macht) für den deutschen Einzelhandel bedeutet. Paymentandbanking

Klickfavorit

… waren gestern die Beratungsbüros von Scalable Capital. Finanz-Szene.de

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