09/11/18: Die krasse Wette der Commerzbank, Mrs. Waters vs. Dt. Bank, EZB vs. Coba

Exklusiv: Lanciert die Commerzbank da gerade eine gigantische Wette auf den Immobilienboom?

Lanciert die Commerzbank da gerade eine gigantische Wette auf den privaten deutschen Immobilienmarkt? Dieser Verdacht drängt sich auf, wenn man Aussagen von Finanzchef Engels im gestrigen Q3-Call  mit Ausführungen von Privatkundenchef Mandel aus dem März vorigen Jahres abgleicht. Mandel zufolge kam die Commerzbank Ende 2016 in der privaten Baufinanzierung auf ein Bestandsvolumen von 58 Mrd. Euro; laut Engels waren es Ende September dieses Jahres dann schon 73,9 Mrd. Euro. Zur Einordnung: Die Gelbbank hätte damit in nur 21 Monaten ungefähr soviel zusätzlichen Bestand aufgebaut wie die ING Diba (die als durchaus aggressiv im Baufi-Geschäft gilt) in den zurückliegenden rund sechseinhalb Jahren. Nun müssen wir allerdings ein Aber hinzufügen: Die Coba operiert unseren Recherchen zufolge in der Kommunikation ihres Baufi-Volumens  mit mindestens drei verschiedenen Kenngrößen. Was zur Folge hat, dass die 58 Mrd. und die 73,9 Mrd. laut Commerzbank nicht 1:1 vergleichbar sind. Unser starker Eindruck indes ist: So ungefähr sind die beiden Kennziffern sehr wohl vergleichbar! Hier alle Details: Finanz-Szene.de

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Was geben die Q3-Zahlen der Commerzbank denn sonst noch so her? Nichts, was verblüffen würde. Wie wir vor einigen Monaten bereits geunkt hatten, zerbröselt der Coba-Gewinn immer dann dramatisch, wenn die positiven Einmaleffekte plötzlich wegfallen. So war es auch diesmal wieder: operatives Ergebnis 331 Mio. Euro nach 623 Mio. Euro im Vorjahr. Das vermutlich größte Problem bleibt die Ertragsschwäche im Firmenkundengeschäft (auch hier verweisen wir auf unser Archiv). Eine der Folgen: Finanzchef Engels kappte das mittelfristige Ertragsziel für 2020. Dass die Aktie trotzdem um 4,6% stieg, lag daran, dass sich die kurzfristigen  Erträge (jedenfalls abseits der Firmenkundensparte) besser entwickelten als erwartet. Und vielleicht auch daran, dass mancher Investor insgeheim befürchtet hatte, die Coba könnte sogar ihre Gewinnziele kassieren. Pressemitteilung, Börsen-Zeitung

Nochmal Commerzbank: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ heute Morgen berichtet, hat sich die Gelbbank eine Rüge der Aufsicht (= der EZB) eingehandelt. Die Kontrolleure haben demnach „große Bedenken bei der Strategie“ und fordern „Nachbesserungen“ beim Geschäftsplan. Was wir, ehrlich gesagt, nicht einschätzen können: Ist so etwas Routine? Eher nicht, oder? Jedenfalls: Gut hört es sich nicht an. Süddeutsche

Und noch ein paar Kurzmeldungen: Die Deutsche Pfandbriefbank hat ihre Prognose für 2018 erhöht, erwartet aber ein schwieriges Jahr 2019 (Reuters); die Hybridgläubiger der HSH Nordbank wehren sich gegen Pläne des Instituts, die Papiere womöglich zu kündigen (Reuters); und dann erfahren Sie hier noch, warum sich die 80-jährige US-Abgeordnete Maxine Waters für die Deutsche Bank interessiert: Bloomberg

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Mediadaten

„Herr Dohms, wenn Sie in die fetten Budgets für 2019 rein wollen, dann müssen Sie langsam mal mit der Vermarktung loslegen“, sagte uns dieser Tage ein kluger Mann. Und wir dachten so bei uns: „Ahh, wieder was, was wir null auf dem Zettel hatten.“ Jedenfalls, Naivität lässt sich ja bekanntlich mit Fleiß übertünchen. Und darum basteln wir hier jetzt ganz eifrig an einem PDF, über dem „Finanz-Szene.de, Mediadaten 2019“ stehen wird. Falls Sie Interesse daran haben, dann schicken Sie uns doch bitte eine kurze Mail an redaktion@finanz-szene.de.

Herzlichen Dank, schönes Wochenende, Heinz-Roger Dohms

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