13/11/18: Die Payment-Odyssee, Kreditmargen auf Rekordtief, Bankaktien sacken ab

„Es muss piepen!“ – Was passiert, wenn man in Deutschland einen Tag lang kontaktlos zahlen will

Eigentlich sollte kontaktloses Bezahlen längst an der Tagesordnung sein. Schließlich sind zwei Drittel der 820.000 Terminals im deutschen Handel schon mit NFC-Technologie ausgestattet. Und: 35 Millionen Girocards haben den notwendigen Chip installiert, genauso wie die meisten Kreditkarten. Warum jedoch handelt es sich dann noch immer um ein Nischenphänomen (laut Buba wurden 2017 nur 1,1% aller Zahlungen kontaktlos ausgeführt)? Genau diese Frage hat sich der Journalist Christian Kirchner gestellt und einen eintägigen Selbstversuch unternommen. Seine Payment-Odyssee führte ihn durch drei Städte (Frankfurt, München, Berlin) und an ein Dutzend Points of Sale (von Starbucks über McDonald’s und „Gosch Sylt“ bis hin zur Bahnhofstoilette). Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Nur vier der 13 Versuche waren erfolgreich. Lesen Sie hier Kirchners Reportage „Es muss piepen! Es muss piepen!“: Capital

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News

Zwei frische Zahlen, die das Kernproblem im Kreditgeschäft deutscher Banken illustrieren: Laut Barkow Consulting ist die durchschnittliche Marge für Unternehmenskredite in Q3 um sechs Basispunkte auf ein Rekordtief von 1,40 % gesunken. Und laut dem neuen Quartalsbarometer von Bulwiengesa sind die Bestandsmargen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen 2013 gestürzt. Barkow (PDF), Bulwiengesa (PDF)

Auch wenn das große Fintech-Sterben irgendwann kommen wird (oder vielleicht auch schon eingesetzt hat), für manche Startups (oder wenigstens für deren Macher) gibt es ein Leben nach dem Tod: Das galt zum Beispiel für das einst hochgewettete Münchner Payment-Startup Paymill, das nach Insolvenz und Eigenverwaltung einen Käufer fand und seine Geschichte fortschreiben konnte; das galt für den Multibanking-Spezialisten Outbank, dessen Technologie nach der Pleite ein gefundenes Fressen für den Vergleichsriesen Verivox darstellte; das galt dieser Tage für die Cringle-Truppe, die bei der DKB unterkam; und das gilt jetzt auch für Lendstar, den einstigen Cringle-Rivalen im P2P-Payment-Bereich. Denn: Wie gestern bekannt wurde, findet das Münchner Startup eine neue Bleibe unter dem Dach des US-Payment-Spezialisten „epay“. Ließe sich die Liste fortführen? Mit Sicherheit. Zumal, wenn man sie um Fintechs erweitern würde, bei deren vermeintlichen Exits es sich womöglich doch eher um einen Notausgang handelte. (Savedo, Lendico etc.pp …).  Capital (die Lendstar-News)

Was war los gestern bei der Euro Finance Week? Bafin-Chef Hufeld kündigte an, dass seine Behörde die Banken demnächst detailliert zu deren Immobilienkrediten befragen will (BÖZ/Paywall); und laut Finanz-Staatssekretär Kukies liegen den hiesigen Aufsehern momentan Lizenzanträge von 30 Banken vor, die wegen des Brexits Geschäfte nach Deutschland verlagern wollen. (Dow Jones)

Noch mehr Klein-Klein: Die LBBW hat ihr Neunmonats-Ergebnis trotz eines Einbruchs im Kapitalmarktgeschäft leicht steigern können (Reuters); BMW will sein Kreditkartengeschäft verkaufen (Bloomberg); und die Aktien der Deutschen Bank (minus 3,2%) und der Commerzbank (minus 3,4%) standen gestern mal wieder ordentlich unter Druck.

Und wie (fast) immer dienstags ein kurzer Rückblick auf die News vom Wochenende:

  • Im Zuge des Brexits wollen die großen US-Banken angeblich Assets im Wert rund 250 Mrd. Euro von London nach Frankfurt umschichten: … was ungefähr der addierten Bilanzsumme von ING Diba und DKB entspricht. Bloomberg
  • Die „Deutsche Familienversicherung“ hat ihren für diesen Monat geplanten Börsengang abgesagt: … schließt aber einen weiteren Versuch nicht aus. Börsen-Zeitung
  • Die NordLB soll kurz vor dem Verkauf von faulen Schiffskrediten in Höhe von 6,5 Mrd. Euro stehen: … was als Voraussetzung für den parallel angestrebten Verkauf von Anteilen gilt. Ariva/Reuters
  • Unter den (nur) 69 neuen Partnern von Goldman Sachs ist auch einer aus Frankfurt: … nämlich Tobias Köster. efinancialcareers

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Linktipps

Eigentlich sollte man ja denken, im digitalen Zeitalter würde die Entwicklung und Vermarktung neuer Bankprodukte einfacher werden … Ist aber nicht so, erklärt Hansjörg Leichsenring vom Bank-Blog.

Marcus, Vol. I: Wenn Goldman Sachs demnächst (genauer Zeitpunkt: noch unklar) mit seinem Retailangebot „Marcus“ auf den deutschen Markt kommt, müssen sich die hiesigen Banken auf einiges gefasst machen. Denn in UK hat die Onlinebank sechs Wochen nach dem Start schon mehr als 100.000 Kunden. Finextra

Marcus, Vol. II: Und wer wissen will, wie Goldman Sachs bei seiner Attacke auf den Retailmarkt genau vorgeht, der sollte diesen Artikel hier lesen: cmo.com

Neulich hatten wir ja exklusiv über die neuen Investoren bei Bitwala berichtet: Wer noch mehr über die Berliner Bitcoin-Bank wissen will, dem empfehlen wir das Interview mit Gründer Jörg von Minckwitz und CPO Konstantin Werhahn bei Paymentandbanking (Podcast).

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Analyse zur Explosion des Baufi-Volumens bei der Commerzbank. Finanz-Szene.de

Back-End

Und fast hätten wir zwei Meldungen für alle Fans des Schauspielers Axel Prahl (der aus dem Münster-Tatort …) vergessen: 1.) Wie die „Bild“ und „News.de“ berichten, ist der 58-Jährige zum wiederholten Mal zum Opfer von Internetbetrügern geworden. 2.) Wie wir  bei „Werben & Verkaufen“ lesen, ist Prahl das neue Testimonial von Paydirekt, dem Online-Bezahldienst der deutschen Banken.

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