10/01/19: Wahnsinns-Funding für N26, Warburg vs. Dt. Bank, Bafin vs. Dt. Bank

2,3 Mrd. Euro Bewertung: Berliner Fintech N26 stößt in völlig neue Dimension vor

Liebe Leser*innen, vieles von dem, was sie bislang über das Verhältnis von Banken und Fintechs hierzulande zu wissen glaubten, ist seit heute Makulatur. Denn: Die Berliner Smartphone-Bank N26 hat am frühen Morgen eine Finanzierungsrunde über 260 Mio. Euro bekanntgegeben und wird nach eigenen Angaben nun mit surreal anmutenden 2,3 Mrd. Euro (!!!) bewertet. Wenn diese Zahl stimmt (wovon man ausgehen darf), dann ist N26 (bisherige Bewertung nach unseren Berechnungen: 610 Mio. Euro) nicht mehr nur das wertvollste Fintech hierzulande, sondern – und jetzt kommt’s – urplötzlich eine der wertvollsten deutschen Banken. Zum Vergleich: Die stolze Aareal kam per gestern Abend auf eine Markt-Kapitalisierung von 1,65 Mrd. Euro. Vieles an dem N26-Deal ist bemerkenswert, nicht zuletzt, dass sich die Allianz als Ankeraktionär positioniert – und damit gut zehn Jahre nach dem Verkauf der Dresdner (und anderthalb Jahre nach der Veräußerung der OLB) spektakulär ins Bankgeschäft zurückkehrt. Sie merken, wir verfallen fast ein bisschen in Pathos. Genug damit. Hier die Details (inklusive Tabellen und was wir sonst so auf die Schnelle zusammengekratzt haben): Finanz-Szene.de

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News

Wurde die Deutsche Bank nicht früher einmal für ihre Fokussierung auf den Shareholder-Value kritisiert? Muss lange her sein. Denn während die Aktionäre laut Analystenprognosen auch für 2018 lediglich mit Dividenden-Zahlungen von rund 270 Mio. Euro rechnen dürfen, plant die Bank (siehe unser gestriger Aufmacher) zugleich mit einem Bonuspool in Höhe von angeblich bis zu 2 Mrd. Euro. Wir haben uns mal die Mühe gemacht, die Entwicklung von Boni, Dividenden (und: Market Cap) über die vergangenen Jahre nachzuverfolgen. Hier die beiden Grafiken, die bei der Recherche herausgekommen sind: Finanz-Szene.de

Hui, die taufrischen Kollegen vom „Handelsblatt“ müssen sich aber mächtig ins Zeug gelegt haben gestern. Nicht genug damit, dass es die „N26“-Geschichte sogar noch in die Printausgabe geschafft hat, gibt es darüber hinaus noch eine weitere spannende Geschichte, und zwar: Die Bafin nimmt die Deutsche Bank in Sachen Geldwäsche jetzt offenbar richtig in die Pflicht. Bis Ende Juni solle das Institut rund 20.000 Kunden aus der Firmenkunden- und Investmentbanking-Sparte noch einmal durchleuchten und die Kundenakten vervollständigt haben. Falls die Deutsche Bank nicht liefere, drohten „Konsequenzen finanzieller oder sogar personeller Natur“, so das Handelsblatt (Paywall)

Und gleich nochmal Deutsche Bank: Wie die Ober-Rechercheure von der „Süddeutschen“ berichten, hat die Hamburger Privatbank Warburg in Sachen „Cum-Ex“ beim Landgericht Frankfurt Klage gegen den Marktführer eingereicht. Dieser soll es bei großen Aktiengeschäften jahrelang „pflichtwidrig“ unterlassen haben, fällige Steuern einzubehalten und an die Finanzämter abzuführen, so die SZ. Das klingt, als würde es da draußen jetzt richtig schmutzig. Rette sich, wer kann. Süddeutsche

Gibt es für Instant Payment am Ende vielleicht doch ein paar ganz reale Anwendungsfälle, und das sogar im Endkundengeschäft (was Kritiker ja irgendwie bezweifelt hatten, wenn wir das jetzt nicht völlig falsch erinnern). Jedenfalls: Der Versandriese Otto hat als – soweit wir das sehen – erster großer deutscher Handelskonzern seinen Online-Shop Instant-Payment-fähig gemacht. Auf die Gefahr hin, einen Tick werblich zu werden, wollen wir gern auf den hauseigenen Blog von Otto verweisen, wo der Sinn dieser Strategie einigermaßen plausibel dargelegt wird: Otto.de

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Linktipps

Was hat es eigentlich zu bedeuten, wenn jetzt alle naslang irgendeine Halb-Bank (Revolut) oder irgendeine Nicht-Bank (Google) nach Litauen geht, um sich dort irgendeine Form von europäischer Banklizenz light zu besorgen? Nun, der Verdacht der Regulierungs-Arbitrage liegt natürlich nahe, auch wenn wir mangels Ahnung nicht behaupten wollen, dass dort wirklich Regulierungs-Arbitrage betrieben wird. Noch viel weitergehend ist unterdessen eine These, die der britische „Guardian“ in die Manege wirft. Er fragt, ob Litauen das sozusagen neue Island wird. Guardian

In dem Zusammenhang: Haben Sie mitgekriegt, dass Google nach der litauischen E-Money-Lizenz in dieser Woche nun auch noch eine irische Payment-Lizenz erhalten hat. So ganz blicken wir nicht mehr durch, aber da sich die Meldung, nun ja, zumindest relevant anfühlt, wollten wir Sie ihnen nicht vorenthalten. Finextra

Gehen digitalaffine Menschen, wenn sie sich in einer erkaltenden Beziehung wähnen, nicht normalerweise ins Internet, um sich dort nach anderweitigen Lösungen umzusehen? Nun denn, Matthias Kröner, Gründer der Digitalbank Fidor, ist, was das betrifft, offenbar old school. Diese Woche hat er nämlich der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview gegeben, das sich wie eine gute, alte Heiratsannonce liest: Jung gebliebener Banker mit attraktiver Bank sucht (weil in unglücklicher Liaison befindlich) einen Partner, der einerseits eine feste Beziehung schätzt, dem anderen aber zugleich dessen Freiheiten lässt. Süddeutsche

Klickfavorit

… war gestern die SZ-Geschichte zur 5,7-Mrd.-Euro-Mitgift für den neuen HSH-Nordbank-Eigner Cerberus (wobei das Geld, muss man korrekterweise sagen, natürlich in der Bank liegt, nicht bei Cerberus). Süddeutsche

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