10/07/18: Coba begräbt Robo-Pläne, Metzler macht auf Berenberg, Profitabilitäts-Desaster

Exklusiv: Die Commerzbank beerdigt ihre Pläne für einen eigenen Robo-Advisor

Die Commerzbank begräbt ihre Pläne für eine eigenständige digitale Vermögensverwaltung – und vermittelt ihre Kunden stattdessen seit Kurzem an den „Cominvest“ genannten Robo-Advisor der Tochter Comdirect. Das geht aus einem Blog-Eintrag hervor, den die Coba vor wenigen Tagen auf ihre Internet-Seite gestellt hat. Das stille Aus für den Coba-Robo kommt überraschend. Schließlich galt der eigene Anlage-Roboter als wichtiger Baustein der im September 2016 verkündeten „Commerzbank 4.0“-Strategie (hier der Link zur damaligen PM). Im August 2017 legte ein hochrangiger Gelbbank-Manager dann in einem Interview mit der „BÖZ“ noch einmal nach: „Wir werden ein digitales Asset-Management nicht nur rein quantitativ aufbauen“, hieß es damals. Mit anderen Worten: Der eigene Robo sollte nicht nur auf Algorithmen basieren, sondern eine menschliche Beratungskomponente beinhalten und sich damit explizit vom Comdirect-Robo abheben. Dagegen heißt es jetzt plötzlich: „Natürlich haben wir über verschiedene Lösungen nachgedacht, aber uns hat die Strategie von Cominvest überzeugt.“ Lesen Sie hier, was im Blog-Eintrag noch steht – und wie die Entscheidung der Commerzbank strategisch einzuordnen ist: Finanz-Szene.de

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News

Macht Metzler jetzt ein klein bisschen auf Berenberg? Sieht ganz so aus. Denn nachdem sich die einst dröge Hamburger Privatbank in den vergangenen Jahren zu einer teils obszön profitablen Investmentbank gewandelt hat, will jetzt auch der brave Frankfurter Antipode ein größeres Rad drehen im Geschäft mit IPOs und sonstigen Aktienplatzierungen. Einen wichtigen Unterschied freilich gibt es (sofern wir das alles richtig verstehen): Während die Gel-Banker von der Alster ihre Deals auf Basis ihrer eigenen (eher mickrigen) Bilanz machen, gehen die Einstecktuch-Banker vom Main eigens ein Bündnis mit der Crédit Agricole ein. Diese stellt ihre Bilanz zur Verfügung – und erhofft sich von dem Pakt ihrerseits mehr Geschäft mit deutschen Firmenkunden. Finance Magazin

(Anm.: Die Metzler-Geschichte ist ehrlich gesagt von Ende letzter Woche, aber 1. erscheinen wir halt nur von dienstags bis freitags, 2. herrscht Sommerflaute und 3.: Womöglich hat der ein oder andere von Ihnen die Story ja verpasst und freut sich, dass wir nochmal drauf hinweisen.)

Die Deutsche Bank-Aktie hat die 10-Euro-Marke zwar nicht halten können (nachdem sie infolge etwas wild anmutender Übernahme-Gerüchte am Freitag kurzzeitig steilgegangen war) … scheint sich für den Moment aber, wenn man den gestrigen Kursverlauf zum Maßstab nimmt, dann doch ein sommerliches Plateau zu suchen, das deutlich näher an 10 Euro als an 9 Euro ist. Aktienkurs

Haben wir denn gar keine Nachrichten für unsere Fintech-Freunde? Nein, leider nicht. Wobei, naja, der Coba-Robo-Kram weiter oben hat Sie (oder müssen wir „Euch“ sagen?) ja mutmaßlich doch interessiert. Weiter unten bei den „Linktipps“ gibt’s auch noch was. Und vielleicht dürfen wir Ihnen  (bzw. „Euch“) für zwischendurch ja auch noch eine Leichtkost-Meldung servieren: Ein flüchtiger Streifzug durchs Handelsregister hat ergeben, dass der Berliner Ratenkredit-Vermittler Smava kürzlich eine Tochter namens „Smava Bigwave GmbH“ gegründet hat. Gegenstand: „Der Betrieb von Internetplattformen für Finanzdienstleistungen.“ Was genau damit gemeint ist, will Smava nicht verraten (jedenfalls nicht uns). Wir bleiben aber dran.

Ach ja, und sogar noch eine Meldung mit Fintech-Bezug: Der deutsche VC-Starinvestor Klaus Hommels (bzw. seine VC-Bude Lakestar) will angeblich einen 800-Mio-Euro-Fonds auflegen. Angesichts der Tatsache, dass Lakestar u.a. bei Klarna und Revolut investiert ist, könnte da sicher der ein oder andere Euro für unsere Fintech-Freunde abfallen. Bloomberg, Manager Magazin

Linktipps

Die großen Beraterfirmen geben sich dankenswerterweise wieder mal alle Mühe, das Sommerloch mit ihren Studien zuzuschmeißen: Bain kommt (was wir zwar nicht überraschend, aber trotzdem interessant finden) zu dem Schluss, dass Erträge und Profitabilität im Corporate-Banking im zweiten Halbjahr 2017 deutlich (!) unter Vorjahresniveau lagen. Und die Boston Consulting Group weiß heute schon, dass die Erlöse im Retail-Banking in den kommenden drei Jahren zwar fast überall auf der Welt merklich steigen werden, in Deutschland allerdings nicht.

Aus Anlass des von Millionen von Deutschen heißblütig erwarteten Starts von Instant Payment bei den Sparkassen: Was die neue Technologie bringt – und was nicht. dpa/Wirtschaftswoche

Der Blogger-Kollege Ralf Keuper hat sich mit einem Herrn von der Bundesdruckerei über „Digitale Identitäten“ unterhalten. Bankstil 

Dazu passend: Der eigentliche Chef von Verimi, nämlich Deutsche-Bank-Digital-Vordenker Markus Pertlwieser, hat der FAZ ein paar spannende Sachen über Verimi erzählt. Deutsche Bank

(Falls Sie sich jetzt fragen, warum wir statt auf die FAZ-Homepage auf die Deutsche-Bank-Website verlinken: Weil sich dort in letzter Zeit auf ebenso wundersame wie kostenlose Weise FAZ- bzw. HB-Artikel lesen lassen, für die man bei der FAZ bzw. beim HB normalerweise bezahlen müsste. Sollten wir freilich in Erfahrung bringen, dass die Deutsche Bank die Artikel widerrechtlich publiziert bzw. dass die FAZ bzw. das HB von der beschriebenen Praxis keinerlei Vorteil haben, werden wir die Verlinkung in Zukunft selbstverständlich unterlassen.)

Ausschließlich auf der FAZ-Website … findet sich ein detailreiches und lesenswertes Porträt über das Frankfurter IPO-Fintech Creditshelf (einziger Wermutstropfen: Die Behauptung, es handele sich um das erste Finanz-Startup, das an die Börse geht, ist weiterhin kompletter Blödsinn, auch wenn der Blödsinn jetzt ständig wiederholt wird). FAZ

Das Tollste an der „Linktipps“-Rubrik von „Finanz-Szene.de“ ist, dass die Links ganz oft sogar funktionieren!!! Bei der Consileon-Studie von Freitag (also die Studie mit der „Dieses Fintech ist mir unbekannt“-Grafik auf Seite 16 …) war das allerdings blöderweise (unser Fehler!) nicht der Fall. Zweiter Versuch: Consileon (PDF)

 Klickfavorit

… war am Freitag unser Scoop über die „Copernicus Germany GmbH“ (also über die mutmaßliche Vorratsgesellschaft für das Coba-Geheimprojekt einer europaweiten Digitalbank). Finanz-Szene.de