10/10/18: Die Macht der Filiale, Noch’n Fintech, Der Ärger der Ratepay-Chefin

Digital? Wozu! Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte

Da reden wir hier immer von der Digitalisierung, beschwören das Sterben der Filialen, vermelden jede einzelne Million, die irgendein Robo Advisor irgendeinem „Kunden 4.0“ da draußen abgetrotzt hat – und dann blättert man eher zufällig (bzw.: aus Themennot) durch die Marktstatistiken des Deutschen Derivate Verbands und stellt fest, dass es ja auch noch eine ganz andere Welt da draußen gibt: den guten, alten Markt für Investment-Zertifkate. Natürlich ist dieser Markt nicht mehr so groß, wie er das vor Lehman einmal war. Aber hübsche 65 Mrd. Euro bringt er immer noch auf die Waage und ist damit – wenn an dieser Stelle eine Pi-mal-Daumen-Schätzung erlaubt sei – rund 15 bis 20-mal so groß wie der Robo-Markt. Kein Wunder also, dass die Deka momentan so zufrieden mit sich ist. Denn dank Sparkassen-Filial-Power hat der öffentlich-rechtliche Asset Manager seinen Marktanteil binnen vier (!) Jahren von o% auf 17,2% gepusht. Ist das nachhaltig? Keine Ahnung. Aber für den Moment verdienen die Deka und mit ihr die Sparkassen ordentlich Geld in dem Segment. Anders als die Deutsche Bank und die Commerzbank, die in den vergangenen Jahren brutal Marktanteile verloren (oder soll man sagen: freiwillig hergeschenkt?) haben. Hier unsere große Grafik: Finanz-Szene.de

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News

Will das Land Niedersachsen die NordLB jetzt doch retten? Kommt vermutlich darauf an, welche Zeitung man morgens zuerst aufschlägt. Denn nachdem die „FAZ“ gestern Früh zu wissen glaubte, dass die Alteigentümer (also Niedersachsen, die Sparkassen und Sachsen-Anhalt) die Mehrheit an der leckgeschlagenen Landesbank aller Voraussicht nach verlieren werden, liest sich die Sache heute Morgen in der „Süddeutschen“ ein klein bisschen anders. Demnach erwägt Hannover nun doch, die NordLB aus eigener Kraft zu retten und ist angeblich sogar bereit, bis zu 2,5 Mrd. Euro der zur Stabilisierung mutmaßlich notwendigen rund 3,5 Mrd. Euro zu stemmen. Das wäre eine bemerkenswerte Wendung. Wobei: Kann einen in Sachen Landesbanken eigentlich irgendwas überraschen? Süddeutsche

Wirecard-Chef prahlt den Kurssturz von Montag kurzerhand weg: Auf einer Investorenkonferenz in London hat Markus Braun seine „Agenda 2020“ (Verdopplung des Umsatzes auf 3 Mrd. Umsatz) gestern um eine „Agenda 2025“ (Vervielfachung des Umsatzes auf 10 Mrd. Euro) ergänzt. Wem trotz der immer kühner werdenden Prognose nicht schwindelig wird, der ordert also nun wieder Wirecard-Aktien. Nach den strammen Verlusten vom Montag schlossen die Papiere gestern mit einem Plus von fast 10%. Alles ganz schön krass. Reuters, Financial Times (Paywall)

KfW bündelt Startup-Finanzierung: Schon jetzt engagiert sich die Staatsbank bekanntlich über diverse Vehikel (High-Tech-Gründerfonds, Coparion …) in der Förderung junger Unternehmen. Wenn wir es richtig verstehen, werden diese Aktivitäten nun in einer neuen Gesellschaft namens „KfW Capital“ zusammengefasst, die in den nächsten zehn Jahren 200 Mio. Euro p.a. in hiesige Startups pumpen soll (wobei die staatliche Förderbank nur dann investiert, wenn private Co-Investoren ebenfalls an Bord gehen). Wie viel Geld die KfW bislang jährlich in die Start-up-Branche investiert, ist uns nicht ganz klar. Aber es liest sich so, als bedeuteten die 200 Mio. Euro eine Verdopplung. Reuters, Handelsblatt (Paywall)

Bei Rewe kann man jetzt schon ab einem Einkaufswert von 10 Euro Bargeld ziehen: … was uns, die wir zu den Stammkunden des Edeka-Markts Holst in Altona-Nord zählen (übrigens genauso wie der würdevoll gealterte Smudo, aber das wirklich nur nebenbei), ganz schön neidisch werden lässt. Denn bei Edeka liegt der Schwellenwert weiterhin bei 20 Euro. Bei Lidl übrigens sind es 10 Euro, bei Netto sogar nur 5 Euro. FAZ

Linktipps

Die Kreditbücher vieler Banken sehen heute wieder fast genauso aus wie in Jahren vor dem großen Finanzcrash 2008: … findet jedenfalls Patrick Jenkins von der „Financial Times“ (Paywall).

„Das leise Sterben der Volks- und Raiffeisenbank“:  … finden wir eine etwas seltsame Überschrift, denn es ist ja nicht so, dass niemand merkt, dass die Zahl der Genossenschaftsbanken von Jahr zu Jahr sinkt.  Freilich, wenn das Thema Sie interessiert, dann wollen wir Sie natürlich trotzdem nicht von der Lektüre abhalten: dpa/Wirtschaftswoche

Wie begegnet man Ihnen als männliche Führungskraft? Miriam Wohlfarth, Chefin des Payment-Fintechs Ratepay, hat mal all jene Journalistenfragen gesammelt, von denen Sie (vermutlich zu Recht) glaubt, dass sie einem Mann niemals gestellt würden. Welt

Aus der niemals versiegenden Rubrik „Noch’n Fintech“: Das Startup „DeineStudienfinanzierung“ macht irgendwas mit Bafög – und halt als Business Angel unter anderem einen gewissen André Bajorat gewonnen. Gründerszene

Okay, dass sich Banken irgendwie und irgendwann „digitalisieren“ müssen, daran führt vermutlich kein Weg vorbei. Aber womit fängt man an? Zu dieser Frage hat sich der Fintech-Avantgardist Jim Marous ein paar Gedanken gemacht. The Financial Brand

Paris hat Macron. Und wen hat Frankfurt? Eine Cartoon-Figur namens Frank Furt, die jetzt um die Brexit-Banker buhlen soll. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Youtube, Bloomberg

Klickfavorit

… war gestern das Feldbetten-Interview mit Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch. Süddeutsche