11/04/19: Die Deka-Giftküche, Auxmoneys kühner Schritt, N26 und der Datenschutz

Warum die Deka (und mit ihr die Sparkassen-Berater) so krass auf Zertifikate abfahren

Normalerweise unterstützen wir als B2B-Newsletter ja ausnahmslos alles, was Erträge bringt! Motto: Was schert uns der Kunde? Und doch, liebe Deka (und liebe Sparkassen), eine Frage sei erlaubt: Müssen es denn wirklich Zertifikate sein? Also jene „Bäh“-Papiere, bei denen jeder, der vor zehn Jahren schon Zeitung lesen konnte, reflexartig an „Lehman“ denkt? Ja, es müssen Zertifikate sein. Und wie! Binnen fünf Jahren ist die Deka in diesem 70-Mrd.-Euro-Markt [Anm.: Das ist grob geschätzt der Robo-Advisor-Markt multipliziert mit 30, liebe Fintech-Leser*innen] von Null (!) zum Marktführer aufgestiegen, wie wir neulich berichteten. Und nun: Wird bekannt, dass die Deka im vergangenen Jahr  sogar mehr Zertifikate (Volumen: 5,7 Mrd. Euro) als Fonds abgesetzt hat!!! Höchste Zeit, sich das Ganze einmal detailliert anzuschauen: Was sind das eigentlich für Produkte, die die Sparkassen da an ihre Kunden vertreiben. Und vor allem: Welche (irren?) Kosten (für den Kunden) und damit Erträge (für unsere Freunde) stecken da drin? Finanz-Szene.de

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News

Zwölf Jahre lang ist Auxmoney seinem angestammtem Geschäftsmodell weitgehend treu geblieben (P2P- bzw. Marketplace-Lending im Konsumentenkredit-Segment): Nun jedoch stößt das 2007 gegründete Düsseldorfer Proto-Fintech ins Geschäft mit Firmenkunden vor, wie Gründer Rafael Johnen dem „Handelsblatt“ erzählt hat. Kreditvolumen: bis zu 750.000 Euro (jedenfalls ist das die Maximalsumme, die außen draufsteht). Was auffällt: Anders als im Konsumenten-Bereich (wo die Partnerbank SWK nur die Abwicklung übernimmt) kommen laut „HB“ im KMU-Bereich auch die Kredite vom Partner (in diesem Fall wieder mal die umtriebige Solarisbank). Damit stellt sich die Frage: Wo findet eigentliche Fintech-Wertschöpfung statt? Oder anders gefragt: Macht Auxmoney die  Bonitätsprüfung oder Solaris? Geht aus dem Artikel leider nicht so richtig hervor. Uns scheint, als wäre Letzteres der Fall (jedenfalls vorerst). Das hieße dann aber, dass Auxmoney im KMU-Geschäft (jedenfalls vorerst) eher ein Vermittler ist, ähnlich wie Fincompare oder Compeon. Und nicht, wie im angestammten Modell, eine Quasi-Bank, halt nur ohne Bilanzsumme. Handelsblatt (Paywall)

Täuscht unser journalistischer Instinkt, oder baut vor allem die Deutsche Bank mit ihren (gewiss nicht zufällig) geleakten Haltungen einem baldigen Scheitern der Fusionsgespräche mit der Commerzbank vor? Darauf zumindest deuten die wiederholt durchgedrungenen Forderungen nach mehr Zeit zur Prüfung der Zahlen hin, ebenso wie die Unwilligkeit, eine Prämie auf den Commerzbank-Aktienkurs zahlen zu wollen. Und, ganz banal auch: die Kursentwicklung sowohl der gelben als auch der blauen Aktie stützt diese These. Sie wollen’s konkreter? Hier der neueste Stand zur „Deutschen Commerz“ in unserem „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Die KfW bekommt ihre Kasse nicht verriegelt: Wenn es darum geht, Kostenziele zu verfehlen, gibt es in der Frankfurter Bankenlandschaft Serientäter. Inzwischen muss man auch die KfW dazuzählen, wie die Kollegen von der „Börsen-Zeitung“ heute Morgen durchdeklinieren. Vordergründig stieg der KfW-Gewinn 2018 zwar um 200 Mio. Euro auf 1,6 Mrd. Euro, weil die extrem niedrige Risikovorsorge das sinkende Zinsergebnis und die gestiegenen Kosten mehr als kompensiert hat. Das vor vier Jahren ausgegebene Ziel, den Kostenzuwachs auf drei Prozent pro Jahr zu begrenzen, hat die Bank aber auch 2018 meilenweit verfehlt – die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 13 Prozent.  BÖZ (Paywall), Pressemitteilung

Das zum Oetker-Reich gehörende Bankhaus Lampe (hier unsere beiden großen Analysen zu den 2016er und den 2017er-Zahlen) hat der Öffentlichkeit gestern seine 2018er-Zahlen präsentiert. Ein paar Anmerkungen hierzu: Der in der Pressemitteilung hervorgehobene Konzernbilanzgewinn von 15 Mio. Euro basiert auf „sonstigen betrieblichen Erträgen“ (sbE) in Höhe von 38 Mio. Euro. Die „sbE“ überstiegen die Zinserträge (36 Mio. Euro) und waren – entschuldigen Sie bitte unser seltsames Deutsch – zwei Fünftel so groß wie die nebenbei bemerkt um 7% gesunkenen Provisionserträge (95 Mio. Euro). Die „sbE“ enthielten ihrerseits aufgelöste „andere Rückstellungen“ in Höhe von 24 Mio Euro, womit also auch die aufgelösten „anderen Rückstellung“ den Konzernbilanzgewinn überstiegen. Die Krux, aber da erzählen wir Ihnen ja nichts Neues: Jeder zurückgestellte Euro lässt sich nur einmal auflösen, selbst wenn es ein „anderer“ ist. Geschäftsbericht, Seite 21 des PDF

Was es von der gestrigen EZB-Ratssitzung samt anschließender Pressekonferenz wirklich Neues zu berichten gibt, haben wir hier für Sie in drei Punkten zusammengefasst:
1.)
2.)
3.)
Die Reaktion der Bankaktien: knapp behauptet.

Kurzmeldungen: N26 hat laut „Handelsblatt“ nicht nur Ärger mit der Bafin, sondern auch mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten. Grund: Die Fintech-Bank führte als Schutz vor Geldwäsche eine „schwarze Liste“ mit ehemaligen Kunden. Das aber sei verboten (HB/Paywall) +++ Amundi hat sein Interesse an einer Übernahme der DWS (siehe unsere Analyse vom 28. März) noch einmal deutlich untermauert (Reuters) +++ Das Bankhaus Lampe hat bei einem Jahresüberschuss von 15,2 Mio. Euro (Vorjahr: 15,5 Mio. Euro) nur 1,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0 Mio. Euro) Steuern gezahlt. Das muss man als pumperlgesunde Bank auch erstmal schaffen 😉 (Geschäftsbericht, Seite 21 des PDF)

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Linktipps

„Machen Sie doch mal eine Geschichte über die VR-Bank Südpfalz und deren Videokabine ‚Sisy'“, haben uns jetzt schon mehrere Leser*innen geraten. Also, liebe mehrere Leser*innen, ehrlich gesagt, würden wir ja machen, müssten wir nicht fürchten, auf der Rückreise in irgendeiner Weinstube zu versacken, was zur Folge hätte, dass der Newsletter am nächsten Morgen nicht erschiene (oder eben doch, was dann aber das mutmaßlich sogar größere Problem wäre …). Jedenfalls, für was haben wir denn Youtube? Sehen Sie also: ein Video über die Videokabine der VR-Bank Südpfalz

„Seit Einführung von Apple Pay kann ich mich persönlich nicht daran erinnern, auch nur jemals eine Seele gesehen zu haben, die damit an der Westküste gezahlt hat.“ Der Payment-Blogger Rafael Otero über das Bezahlverhalten im Silicon Valley. PAB-Blog

Oh Gott, unsere Lieblings-Sparkasse, nämlich die aus Hamburg (wo ja auch die Redaktion von „Finanz-Szene.de“ ihren Hauptsitz hat,) plant für die Ostertage den großen IT-Umzug. Nicht, dass wir das der Haspa nicht zutrauen würden – wir trauen der Haspa alles zu!!! Aber vielleicht ist es, ähnlich wie damals beim G20-Gipfel, ja trotzdem ratsamer, die Stadt für ein paar Tage zu verlassen. NDR

Klickfavorit

… waren gestern unsere fünf Thesen zur Margenschlacht im deutschen Kreditmarkt. Finanz-Szene.de

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