11/05/18: Die Revolution des KMU-Geschäfts, Punktsieg für Achleitner, Cashback-Frauen

Schwerpunkt: Die digitale Revolution des Firmenkunden-Geschäfts

Womit können wir Sie an diesem frühsommerlichen Vier-Tage-Wochenende aus Ihrer Brückentags-Lethargie reißen? Die Antwort auf diese Frage ist uns leichter gefallen, als Sie vielleicht vermuten würden. Denn aus Sicht von „Finanz-Szene.de“ ist es höchste Zeit, den womöglich wichtigsten Banking-Trend der vergangenen Monate endlich nicht mal ausführlicher zu beleuchten –  die digitale Revolution des KMU-Geschäfts. Darum haben wir elf Meldungen zusammengestellt, die den Trend (so hoffen wir zumindest) in seiner ganzen Breite abbilden. Und diese Meldungen haben wir dann ein wenig analysiert und kommentiert (oder es wenigstens versucht). Vielleicht ist das ja was, was Sie interessiert. Als Alternative gibt es einen „Zeit“-Artikel (wir sind fremdgegangen …) aus dieser Woche zum gleichen Thema. Finanz-Szene.de, Zeit

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News

Wenn wir der Bankenverband wären …, dann würden wir die Geldabhebe-News vermutlich genauso spinnen, wie es der BdB in seinem eigenen Newsletter tut. Dort heißt es nämlich: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben noch selten genutzt.“ Vielleicht lässt sich die Meldung aber auch andersrum drehen: „Supermarktkasse wird zum Geldabheben schon erstaunlich häufig genutzt“, nämlich immerhin schon von 4% der gut 1000 vom BdB befragten Deutschen (Slide 2/13 in der Online-Präsentation zur Umfrage; zum Vergleich: Zum Bankschalter gehen noch 8%, die übrigen 88% entfallen naheliegenderweise auf den Automaten). Was uns in unserem alternativen Dreh noch bestärkt: Unter den Frauen – also in jener Bevölkerungshälfte, die nach unserer vorurteilsbeladenen Schätzung häufiger in den Supermarkt geht als die schlechtere Hälfte – sind es offensichtlich schon mehr als 5%, also schätzungweise 25 bis 27 Frauen unter den mutmaßlich rund 500 befragten (Slide 3/13). Uns scheint das gar nicht mal so wenig zu sein angesichts des Umstands, dass die eine Infrastruktur (also die ATMs) seit Jahrzehnten etabliert ist, was man von der anderen ja nun wirklich nicht behaupten kann. BdB-Mitteilung („Cashback ist kein Kassenschlager“).

Wenn wir dagegen ein sog. Stimmrechtsberater wären …, dann hätten wir vermutlich ein wahnsinnig entspanntes Leben. Immer zweieinhalb Wochen vor der Deutsche-Bank-HV klingelte der Wecker, woraufhin wir uns aus der Hängematte bemühten, um unsere „Achleitner entlasten?“-Münze in die Höhe zu werfen. Und je nachdem, wie herum die Münze dann auf unserem Handrücken landete (lünde?), stünde am nächsten Tag im „Handelsblatt“: „Druck auf Achleitner wächst“. Oder eben wie im aktuellen Fall: „Stimmrechtsberater ISS empfiehlt Entlastung von Deutsche-Bank-Chefaufseher.“ Handelsblatt

Exklusiv – Compeon (Status: „das Interhyp für KMU-Kredite“) hat, diese Info ist bei den Recherchen zum heutigen Aufmacher abgefallen, im ersten Quartal Finanzierungen in Höhe von mehr als 100 Mio. Euro vermittelt: … was wir, ehrlich gesagt, ziemlich bemerkenswert finden. Denn ein moderates Wachstum vorausgesetzt, könnte das Düsseldorfer Fintech damit im Gesamtjahr durchaus auf 500 Millionen Euro und mehr kommen (was ganz grob dem Niveau einer Großsparkasse entsprechen müsste). Geht man dabei von einer Provisionshöhe – so zumindest ist es aus dem Markt zu hören – von  1,5 bis 2 Prozent aus, dann kommt man auf einen Nettoumsatz (alles natürlich weiterhin Pi mal Daumen) in Höhe von 7,5 bis 10 Millionen Euro. Damit könnte sich so ein Fintech-Kosten-Apparat (Compeon hat nach eigenen Angaben rund 70 Mitarbeiter, plus Technologie, plus Marketing) ja vermutlich fast schon finanzieren lassen. Was man hinzufügen sollte: So wie wir es verstehen, fallen die Provisionen nur aufs Neugeschäft an, nicht auf den Bestand, was ja auch noch schöner wäre. Trotzdem ein ganz knackiger Business Case. Kann es sein, dass da in Düsseldorf ein heimlicher Fintech-Champion heranwächst?

Ein verpatzter IPO, mit dem die deutschen Banken (bzw.: die Deutsche Bank) nun mal wirklich gar nichts zu tun haben: Nicht dass wir der Deutschen Bank den Hof machen wollten. Aber, nachdem es die FAZ neulich „peinlich“ fand, dass dem wichtigsten Geldhaus des Landes die Aufnahme ins Konsortium des Springer-Nature-IPOs verweigert wurde, fühlen wir uns durchaus bemüßigt (nachdem ebenjener Börsengang diese Woche ja mal so richtig gegen die Wand gefahren ist) aufzuzählen, welche der ultrageilen globalen „Frankfurt machen wir mit zwei Leuten nebenbei“-Banken denn da alles mit am Steuer saßen … Also, Quelle ist weiterhin besagter FAZ-Artikel von neulich. Konsortialführer: JP Morgan und Morgan Stanley. Weitere Institute: Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas, Credit Suisse, Goldman Sachs, Société Générale. (und  IPO-Berater war übrigens der Schweizer Edel-Consultant Lilja & Co.).

Und für alle Leser, die den Brückentag damit zubringen, daheim im Garten ihre hobbymäßig geführten Excel-Listen mit den Quartalszahlen der wichtigsten deutschen Banken auf den neuesten Stand zu bringen … KfW: 228 Mio. Euro (nach 421 Mio. Euro in Q1 2017); Aareal: 67 Mio. Euro (nach 71 Mio. Euro in Q1 2017). KfW-Pressemitteilung, Immobilien-Zeitung (Aareal-Meldung)

Dazu passend: Die HVB-Mutter Unicredit hat im ersten Quartal satte 1,1 Milliarden Euro verdient. Auffällig war dabei das Ertragswachstum um vier Prozent – zurückzuführen nicht etwa auf höhere Zinseinnahmen, sondern auf einen höheren Provisionsüberschuss. Reuters/HB

Sorry, lieber Yassin Hankir: In der Mittwochsausgabe hatten wir den Savedroid-Gründer „Hassin Yankir“ genannt. Das war natürlich kein idiotischer Scherz. Sondern ein Versehen, ein Blackout oder wie immer man es nennen will. Sollte trotzdem nicht passieren.

Linktipps

Für alle, die so wie wir bislang dachten, Verimi und Yes seien mehr oder weniger dasselbe (ungefähr so wie das „Handelsblatt“ und die „Börsen-Zeitung“ ja mehr oder weniger dasselbe sind …) – Ha! Geschnitten! „Verimi ist in fast jedem Punkt die Antithese zu Yes.“ Sagt zumindest der CEO von Yes. IT-Finanzmagazin

Den Fall der St. Galler Kantonalbank, die durch den Einsatz von fünf Robotern sieben Mitarbeiter eingespart haben will, haben Sie vermutlich mitbekommen – die „Süddeutsche Zeitung“ erläutert nun, wie es andere Banken (z.B. Goldman) mit der Automatisierung halten und was all dies für die Beschäftigten (also die menschlichen) bedeutet. SZ

Und nochmal der junge Kollege Wischmeyer von der „Süddeutschen“: Was sind die Parallelen zwischen Paydirekt und Verimi – und unter welchen Voraussetzungen würden solche „Alle machen mit“-Projekte womöglich besser funktionieren, als sie das gegenwärtig tun. SZ

Nachdem die Borgwerth’sche Analyse des Geschäftsmodells von Savedroid bei den Lesern so großen Anklang gefunden hat, wollen wir heute mal einen Artikel verlinken, der sich mit den rechtlichen Implikationen von „Initial Coins Offerings“ im deutschen Markt befasst. Qthority

Und weil wir nicht alles lesen können, Sie aber schon: Hier wie immer freitags der Link auf die „Was wir lesen“-Liste des DZ-Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter im Grunde (fast) alles beinhaltet, was man braucht, um täglich informiert zu sein, und das auch noch auf unverkrampft unterhaltsame Art.“

Dr. Edeltraud Leibrock ist Bankmanagerin mit Schwerpunkt auf Innovation, Digitalisierung & Technologie – und eine von mittlerweile mehr als 5500 Abonnentinnen und Abonnenten.

Klickfavorit

… war am Mittwoch die „Einführung DSGVO“ bei den Kollegen von Paymentandbanking

Frisur? „Naja“

Liebe Leserinnen und Leser, wissen Sie, wie Targeting funktioniert? Unsere Social-Media-Beraterin hat es uns erklärt: Sie kopiert einen unserer wunderbaren Artikel, lädt diesen bei Facebook hoch, öffnet das Targeting Tool, und dann tippt sie ein: Nationalität? „Brite.“ – Ex-Aufenthaltsort? „Frankfurt.“ – Hobbys? „Oper.“ – Mag keine? „Österreicher.“ – Frisur? „Naja“. Und schon bekommt der Ex-Chef einer großen deutschen Bank den wunderbaren Artikel in seine Facebook-Timeline gespielt. Frage an die Social-Media-Beraterin: „Und dann wird er unser Abonnent?“ – Antwort: „Nur, wenn er in dem Moment, wo er auf unsere Facebook-Seite kommt, denkt: Wow, how many wonderful friends!“ – Und an dieser Stelle, liebe Leserinnen und Leser, kommen jetzt Sie ins Spiel: Wären Sie eventuell so freundlich uns zu liken? Und zwar über diesen Link hier, der direkt zu unserer Facebook-Seite führt … Dankeschön!

Wenn Sie uns hingegen unterstützen möchten, ohne dass der große Bruder Z. und unsere Social-Media-Beraterin es mitbekommen – genauso toll! Einfach den Newsletter an Kollegen und Geschäftspartner weiterleiten. Der Empfänger kann sich dann von hier aus mit wenigen Klicks kostenlos bei „Finanz-Szene.de“ anmelden.

Wir sind am Dienstag wieder für Sie da, schönes Wochenende, herzlichst

Heinz-Roger Dohms