11/09/18: Deutsche Bank mit Filial-Robo, Coba holt auf, Flatex wird zur Ösi-Postbank

Kleiner Coup: Die Fintech Group AG (sprich: Flatex) wird zur österreichischen Postbank

Vielleicht ist das keine dicke News – aber eine überraschende ist es umso mehr: Die Frankfurter Fintech Group AG (also das Mini-Konglomerat rund um den Onlinebroker Flatex und den Whitelabel-Spezialisten biw Bank) wird neuer Bankpartner der österreichischen Post, wie gestern Abend per Ad-hoc bekannt wurde. Die beiden Unternehmen gründen zu diesem Zweck ein 50/50-Joint-Venture; zudem steigt die Ösi-Post mit 7% bei der Fintech Group ein. Dazu muss man wissen: In den Postfilialen des Alpenrepublik werden genau wie hierzulande traditionell auch Finanzprodukte angeboten. Bislang übernimmt die Großbank Bawag diesen Job, zu deren Vorgängern u.a. die Postsparkasse gehört. Die Bawag indes zieht sich 2019 aus der Kooperation zurück. Als neuer Bankpartner waren verschiedenste Namen gehandelt worden, darunter auch die Commerzbank. Dass stattdessen nun die Fintech Group (die trotz des Namens eigentlich kein Fintech ist) zum Zuge kommt, ist zumindest bemerkenswert. Indes, vielleicht sollte man das Mini-Konglomerat auch nicht unterschätzen: An der Börse ist die Fintech Group schon deutlich mehr als 500 Mio. Euro wert (zur Einordnung: das ist ein Viertel der Aareal Bank). IR-Mitteilung

Sponsored Content

Starten Sie Ihren digitalen Beratungsprozess: Mit der MiFID2-konformen Beratungstechnologie von fundsaccess heben Sie Ihre Beratungsprozesse für Wertpapiere in das digitale Zeitalter. Die Technologieplattform kombiniert hochgradige Usability mit Rechtskonformität und ist bereits heute bei führenden Finanzinstituten im Einsatz. Erfahren Sie mehr auf fundsaccess.com

News

Exklusiv – Die Deutsche Bank bringt ihren digitalen Vermögensverwalter „Robin“ jetzt auch in die Filialen: Das zumindest ist die einzig sinnige Interpretation, die uns zu diesem Linkedin-Post hier einfällt (in dem ein mittelhochrangiger Mitarbeiter schreibt: Silent but successfull! ROBIN! Its all about the Team! Branch roll out for Deutsche Bank.„). „Robin“ war Ende 2017 als Gegenentwurf zu Fintech-Robos wie Scalable Capital oder Liqid an den Start gegangen. Das mehr oder weniger explizit erklärte Ziel der Deutschen Bank lautet, im Laufe dieses Jahrs auf 1 Mrd. Euro „Assets under Management“ zu kommen. Wie nah man diesem Ziel schon ist (oder auch nicht ist), wurde bislang nicht kommuniziert.

Die Kurse der Commerzbank- und der Deutsche-Bank-Aktie bewegen sich dann doch wieder aufeinander zu: Während die Papiere der Gelbbank zwischen Freitagmittag (8 Euro) und gestern Abend (8,40 Euro) um exakt 5% zugelegt haben, sind die Aktien der Blaubank zwischen Mittwochmittag (10,05 Euro) und gestern Abend um rund 5% gefallen. Den Kollegen, die die Börsenberichte schreiben, fielen zur Mini-Hausse der Commerzbank gestern „Fusions-Fantasien“ ein (wobei man hierzu i.d.T. sehr viel Fantasie braucht). Dagegen könnte es für die Mini-Baisse der Deutschen Bank handfestere Gründe geben. So berichtete die „Financial Times“ gestern (nachdem bei „Bloomberg“ die Tage schon mal Ähnliches stand), dem wichtigsten Geldhaus des Landes drohten durch höhere Funding-Kosten Ertragseinbußen in Höhe von 200 Mio. Euro jährlich.  Financial Times (Paywall)

Immer mehr Banken schaffen die Bargeld-Auszahlung in der Filiale ab. Jüngstes Beispiel: die Sparkasse Bochum. WAZ

Keine guten Nachrichten für die Deutsche-Bank-Identitätsplattform Verimi: Wie das „Handelsblatt“ heute Morgen berichtet, will der Konkurrent NetID (hinter dem RTL, ProSieben Sat.1 und  United Internet stehen) Mitte Oktober offiziell an den Start gehen – und zwar mit einigem Rückenwind: Denn schon letzte Woche war bekannt geworden, dass sich der Versandhandelsriese Otto, der lange Zeit als potenzieller Partner von Verimi gegolten hatte, stattdessen für NetID entschieden hat. Meedia

That’s not news

Und weil die konsequent auf 32-Stunden-Woche gepolte „Finanz-Szene.de“-Redaktion von freitags bis sonntags bekanntlich die Füße hochlegt und erst dienstags wieder erscheint, hier wie üblich unser verschämter Nachtrag zu den Meldungen vom langen Wochenende:

  • Ex-Coba- Manager Beumer wird neuer Firmenkundenchef der Hypo-Vereinsbank: So zumindest berichtete es zunächst das „Handelsblatt“ (Paywall) und dann auch alle anderen. Finance Magazin
  • Der wunderbar seriöse chinesische Großaktionär HNA zieht sich bei der Deutschen Bank zurück: … was die Kollegen von der „SZ“ zu der wunderbar reißerischen Headline „Viel Geld, wenig Infos und ein toter Manager“ veranlasste. Süddeutsche Zeitung
  • Die Gefahr von Cyberattacken auf Banken ist hoch und wird weiter steigen: So zumindest hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling den „Funke“-Medien gesagt. Wirtschaftswoche

Sponsored Content

Noch 9 Wochen bis zum Start der 21. EURO FINANCE WEEK. Erleben Sie die Eröffnungskonferenz mit den Top-Entscheidungsträgern aus Bank- und Finanzwirtschaft am 12. November und seien Sie unser Gast bei allen Konferenzen des Digitalisierungstages am 14. November. Unser spezielles 2-Tages-Angebot zum Preis von 390 € für die Leserinnen und Leser von Finanz-Szene.de erhalten Sie mit dem Code FINANZSZENE_EFW in unserem Ticketshop.

Gästeblog

Die Bank als Plattform – das klingt super. Kein Wunder also, dass laut Studien immer mehr deutsche Geldhäuser an entsprechenden Strategien arbeiten. Bloß: Taugt das Modell wirklich für jedes Institut? Unser Gastautor Andreas Buschmeier hat da (gelinde gesagt) ganz große Zweifel. Er sagt: Die Bank als Plattform? Diese Idee zeugt von Naivität und Unkenntnis. Finanz-Szene.de

Linktipps

Eigentlich hatten wir uns nach dem ING-Diba-Overkill vergangene Woche fest vorgenommen, der orangefarbenen Firmenkunden-Offensive in diesem Jahr keinen einzigen Satz mehr zu widmen. Doch dann machte uns ein Leser darauf aufmerksam, dass wir uns (neben Lendico und Fincompare) auch noch eine dritte ING-Fintech-Beteiligung anschauen sollten – nämlich den Handelsfinanzierungs-Spezialisten TradeIX. Der sitzt zwar in UK, sei aber im deutschen Markt sehr umtriebig. Sagt zumindest der Leser. Wer sich dafür interessiert, was TradeIX (und andere Trade-Finance-Fintechs wie z.B. die Deutsche-Bank-Beteiligung Trustbills) genau machen, dem empfehlen wir diesen Artikel hier: Linkedin

Auch mit dem Hamburger Fintech Finanzcheck hatten wir uns (im Zuge des 285-Mio.-Euro-Exits) ja eigentlich zur Genüge befasst.  Trotzdem ganz interessant, was CFO Andreas Kupke den Podcastern vom „Paymentandbanking“-Blog so alles erzählt hat. PAB

Und wer wissen will, wie das Londoner Super-Fintech Transferwise es geschafft hat, seine Erträge binnen zwei Jahren zu vervierfachen (und dabei letztlich sogar schwarze Zahlen zu schreiben) … Hier steht’s: Forbes

Klickfavorit

… war am Freitag unsere Übersicht „Wie die niederländischen Banken den deutschen Fintech-Markt kapern“: Finanz-Szene.de

In eigener Sache

1.) Liebe LeserInnen, das mit der 32h-Woche war natürlich ein Scherz. Kein Scherz ist: Bei „Finanz-Szene.de“ handelt es sich auch weiterhin (mal abgesehen von unserem großartigen, wiewohl urlaubenden Teilzeit-Analysten Thomas Borgwerth) um eine Ein-Mann-Veranstaltung. Und dieser „eine Mann“ hat dieser Tage leider 2-3 wichtige Dinge jenseits des Newsletters zu erledigen. Sehen Sie uns also bitte nach, wenn „Finanz-Szene.de“ diese Woche, was die „eigenen Artikel“ angeht, ein bisschen schwachbrüstig daherkommt. Wird spätestens nächste Woche hoffentlich wieder anders sein.

2.) Dem Thema „Zehn Jahre Finanzkrise“ verschließen wir uns ganz bewusst, weil Sie zu diesem Thema anderswo ja ohnehin zugedröhnt werden. Als Dienstleister Ihres Vertrauens haben wir allerdings zwei womöglich hilfreiche Google-(News)-Lesezeichen für Sie angefertigt, nämlich eines unter dem Suchbegriff „Lehman Brothers“ (da finden Sie die nächsten Tage fast alles) und einmal unter dem Suchbegriff „Fünf Jahres Finanzkrise“ (da finden Sie heute schon vieles von dem, was Sie in den nächsten Tages unter dem ersten Lesezeichen finden werden).