11/10/18: Google narrt die deutschen Banken, Der Wirecard-Crash, Das Lieblings-Fintech

Die fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard

Wie war das noch? Google braucht die deutschen Banken, um seinen Mobile-Payment-Dienst „Google Pay“ hierzulande zu etablieren? Seit gestern sind wir schlauer. Denn jetzt wissen wir, dass Google nun auch mit Paypal und Mastercard gemeinsame Sache macht – und also die deutschen Banken, mit denen man vornherum kooperiert, hintenherum attackiert. Worum geht es genau: Deutsche Paypal-Kunden, die im Besitz eines Android-Smartphones (=Google-Betriebssystem-Handys) sind, können künftig mittels Google Pay an sämtlichen kontaktlosen Mastercard-Akzeptanzstellen hierzulande mobil bezahlen. Man muss sich nur mal die Schnittmenge aus 20 Mio. hiesigen Paypal-Kunden, 80% Android-Marktanteil und rasant wachsender Zahl von NFC-fähigen Händler-Akzeptanzstellen anschauen, um zu erahnen: Die Nummer hat Sprengkraft. Was heißt das nun für die Girocard? Wie viele Erträge stehen (potenziell) auf dem Spiel? Und: Sind nur die Banken die Verlierer oder womöglich auch Paypal? Unsere Analyse: Finanz-Szene.de

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News

Nach dem kleinen Crash am Montag und der bemerkenswerten Erholung am Dienstag hat die Wirecard-Aktie gestern nun einen etwas größeren Crash hingelegt: … denn während die Papiere am Morgen noch mehr als 185 Euro kosteten, drohten sie am Nachmittag kurzzeitig sogar unter die 150-Euro-Marke zu stürzen, bevor sie zu einem Preis von 156,25 Euro aus dem Handel gingen. Vor dem Kursrutsch hatten diverse Investmentbanken übrigens das Kursziel angehoben. Da werden sich die Kunden hinterher ganz brav bedankt haben. Börse Online (Analystenschätzungen)

„Mit guten Argumenten“ (O-Ton „Handelsblatt“) hat der US-Riese Fidelity gestern den Start einer digitalen Vermögensverwaltung für den deutschen Markt angekündigt: … wir selber sind uns, was die guten Argumente angeht, nicht ganz so sicher. Denn einerseits zeigen die Beispiele Charles Schwab und Vanguard zwar, dass etablierte Vermögensverwalter (jedenfalls in den USA) durchaus auch als Robo-Advisor Erfolg haben können. Andererseits wirkt das Fidelity-Modell wieder wie einer dieser „Eine Robo, der kein Robo ist“-Ansätze, bei denen man mal abwarten muss, ob die Kunden hierin wirklich einen Mehrwert sehen. Private Banking Magazin

Nachtrag: Anders als von uns gestern geschrieben, ist die Deka nicht erst 2014, sondern schon 2013 ins Zertifikate-Geschäft eingestiegen. Mehrere Leser monierten zudem, wir hätten die Übernahme der Derivate-Aktivitäten der LBB unterschlagen, weswegen die Darstellung, die Deka habe ihren Marktanteil  von 0% auf 17% gesteigert, falsch sei. Hier verweist nun wiederum die Deka darauf, der LBB-Bestand sei erst Ende 2015 eingeflossen, habe zudem (grob gerechnet) nur zwei Prozentpunkte ausgemacht und sei heute weitgehend abgeschmolzen. Oder anders gesagt: Die Deka will sich von ihren 17% nichts wegnehmen lassen, auch nicht rückwirkend und schon gar nicht von der LBB.

Aus der Szene

Auch wenn es Fintechs gibt, die (bislang) in unserer Berichterstattung tendenziell  gut wegkommen – was uns leider fehlt, das ist so ein absolutes Lieblings-Fintech, bei dem wir sagen würden, hier sind Elogen jeder Art gestattet. Weiter sind in dieser Hinsicht die Kollegen von „Bilanz“. So erschien in dem fluffigen „Welt“-Ableger letztes Jahr bereits eine ebenso legendäre wie (warum eigentlich?) autorenlose Hymne mit dem Titel „Europas aussichtsreichste Fintech-Aktie“. Und nun? Nehmen die ansonsten eher fintech-fernen Kollegen die (für Menschen jenseits des Fintech-Kosmos ja nun wirklich extrem spannende!!!) Kooperation zwischen der Fintech Group und der österreichischen Post zum Anlass für die nächste Laudatio. Vermutlich ist das genau der Enthusiasmus, der unserem piefigen Kritikaster-Newsletter fehlt.

Linktipps

So ordnet Jochen Siegert vom „Paymentandbanking“-Blog die Kooperation zwischen Google, Paypal und Mastercard ein: PAB

„Vorsicht an der Bahnsteigkante“: … rät Bernd Wittkowski der Helaba, sollte diese sich wirklich und ernsthaft für die NordLB interessieren. Börsen-Zeitung

Wir selber glauben, ehrlich gesagt, trotz unseres Deka-Aufmachers von gestern nicht an eine wie auch immer geartete Renaissance der Filiale. Der geschätzte Kollege Hansjörg Leichsenring  vom „Bank-Blog“ ist da traditionell etwas anderer Ansicht – und womöglich wird er am Ende ja sogar Recht behalten. Hier sein Stück „Moderne und innovative Banken setzen auf Filialen“: Der Bank Blog

Klickfavorit

… war gestern unser ebenso reißerisch wie falsch (siehe oben, es sind fünf Jahre …) betiteltes Stück „Wie die Deka dank Filial-Power in vier Jahren einen 65-Mrd.-Euro-Markt eroberte“

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