11/12/18: Der Kreditech-GAU, Zum Start von Apple Pay, Münchner Fintechs

Exklusiv: „Ernste finanzielle Situation“ bei Kreditech – Altgesellschafter brutal verwässert

Kreditech? Das war viele Jahre das deutsche Fintech schlechthin. Als erstes Finanz-Startup  hierzulande (jedenfalls unter den nach 2010 gegründeten) sagten die Hamburger den Banken den offenen Kampf an. Als erstes hiesiges Fintech erreichten sie eine Bewertung von mehr als 100 Mio. Euro. Und auch die 2015er-Finanzierungsrunde in Höhe von 82 Mio. Euro blieb lange Zeit unerreicht. Nach zwischenzeitlichen Problemen schien es zuletzt so, als würde Kreditech mit dem neuen Großinvestor Naspers im Rücken erwachsen. Doch nun der Schock: Wie Recherchen von „Gründerszene“ in Kooperation mit „Finanz-Szene.de“ zeigen, hat bei Kreditech kürzlich eine spektakuläre Kapitalmaßnahme stattgefunden. Die Anteile mancher Altgesellschafter wurden auf weniger als ein 70-stel (!) verwässert, in einem internen Schreiben ist von einer „ernsten finanziellen Situation“ die Rede. Keine Frage: Das ist, wenn nicht alles täuscht, der bislang härteste Rückschlag für die deutsche Fintech-Branche überhaupt. Hier die komplette Geschichte: Finanz-Szene.de, Gründerszene

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News

Was die Qualität insbesondere der Ur-Fintechs angeht (Check24, Interhyp, Wirecard …), war München schon immer so was wie Deutschlands heimliche Fintech-Haupstadt. Nun hat sich die Süd-Metropole mit exakt 100 von Comdirect und Barkow gezählten Finanz-Startups auch quantitativ zumindest an Frankfurt (95) vorbeigeschoben. Weit enteilt auf Platz eins: Berlin mit 249. FAZ, Börsen-Zeitung

Das Aktiendebakel bei der Deutschen Bank geht unvermindert weiter: Der Kurs stürzte zum Wochenauftakt um weitere 5,6% auf 7,28 Euro, womit das größte Geldhaus des Landes an der Börse jetzt nur mehr 15 (!!!!!) Mrd. Euro wert ist. Eigentlich unfassbar. Am Freitag schrieb uns ein Leser, die Deutsche Bank sei jetzt bei einem Kurs-Buch-Wert von ungefähr 0,25 angelangt. Wie gesagt – das war am Freitag. Jetzt sind es noch 0,24. Kursverlauf

Und die Commerzbank? Um 3,2% runter auf 6,61 Euro, Börsenwert jetzt noch 8,3 Mrd. Euro. Mensch, was entstünde da ein kraftstrotzender German Banking Champion, wenn sich das Bundesfinanzministerium nun wirklich daran machen sollte, eine Fusion der beiden einstigen Großbanken zu „orchestrieren“ (das mit dem „Orchestrieren“ haben wir am Wochenende irgendwo gelesen, irgendwie bei „Focus“ oder „Reuters“ oder so)

Kommt in den Bieterwettstreit bei der NordLB nun doch mal ein wenig Tempo? Naja, zumindest berichten die Kollegen von „Reuters“, dass von den drei verbliebenen Finanzinvestoren (Advent war am Wochenende ausgeschieden) nun Cerberus insofern die Nase vorn habe, als die Eigentümer der angeschlagenen niedersächsischen Landesbank überlegen, in konkrete Verhandlungen mit dem US-Investor einzusteigen. Apollo und Centerbridge hätten demzufolge erst einmal das Nachsehen. Indes: In dem Moment, in dem die Helaba in den Bieterprozess zurückkehrt (worauf ja irgendwie immer noch alle hoffen), wäre dieses vorläufige Ranking ohnehin überholt. Handelsblatt (Paywall)

Nicolas Blanchard, von dem man irgendwie immer dachte, er würde irgendwann Chef bei Lampe (was er, warum auch immer, dann aber doch nicht wurde), wird stattdessen nun Vorstand bei der HSH Nordbank (also bei der Hamburg Commercial Bank, wie es zukünftig ja korrekterweise heißen wird). Genaue Funktion: Chief Clients und Products Officer, vulgo: Vertriebschef. Und noch zur Einordnung: Blanchard und HSH-Chef Ermisch kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei der HVB. FAZ

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Gästeblog: Zum Start von Apple Pay – Der lange Weg von Mobile Payment in Deutschland

Was wir heute Früh um 4.30 Uhr gemacht haben? Geschlafen. Hoffen wir jedenfalls. Was einige unserer „Quellen“ seit 4.30 Uhr machen? Auf ihr Handy starren. Vermuten wir jedenfalls. Denn: Wie uns ebenjene Quellen gestern ganz aufgeregt versicherten, sollte heute Morgen um exakt 4.30 Uhr der „Go Live“ von Apple Pay beginnen. Ob dem wirklich so war, auf die Minute genau? Wurscht. Entscheidend: Alle Indikationen sprachen bei Redaktionsschluss diese Nacht dafür, dass Apple Pay heute i.d.T. in Deutschland an den Start geht. Darum wollen wir Ihnen ebenfalls heute den vielleicht fundiertesten Aufsatz zum Thema präsentieren. Er stammt von Marcus Mosen, der sich neulich an dieser Stelle ja schon einmal zu Apple Pay geäußert hatte. Und er entstammt dem Buch „Mobile Payment“, hrsg. von Ludwig Hierl, das diese Woche in den Handel kommt. Quasi ein Vorabdruck. Ziemlich lang. Aber sehr lesenswert. Voilà: Finanz-Szene.de

Linktipps

Oha, dass wir Arvato Financial Solutions am Freitag als „Fintech“ bezeichnet haben, hat uns (erwartungsgemäß) ein paar Protestmails aufgebrachter Leser eingetragen. Drum, 1.) Ja, zugegeben, da haben wir unsere eigene Fintech-Definition ein bisschen arg strapaziert, weil wir ansonsten – so unlauter sind die Motive, denen wir hier folgen – kein Fintech-Thema gehabt hätten. 2.) Friedensangebot: Vielleicht kann man Arvato Financial Solutions ja zumindest als „Fintech-Konkurrenten“ (etwa von Fino, Finreach oder auch Collect AI) bezeichnen, okay? Und 3.) Haben wir überhaupt eine Fintech-Definition? Ja, aber hallo! Finanz-Szene.de

Der Kapitalmarktrechtler Thorsten Voß hat am Wochenende gemacht, was wir selbst schon seit Tagen machen wollten, aber irgendwie immer vergessen haben – nämlich: Er hat (inklusive ordnungsgemäßer Hashtag-Setzung, was wir selber nicht so drauf haben) „die Antwort des BMF auf die Kleine Anfrage der FDP zur Rolle der #BaFin bei Kryptowährungen und Token“ verlinkt. Und dann hat er das Ganze für seine Follower noch mit einer klitzekleinen Kommentierung versehen. Linkedin

Klickfavorit

… war am Freitag der zweite Teil des Onboarding-Manifests von Sascha Dewald: Finanz-Szene.de

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