12/02/18: So rot sind die BHF-Zahlen, Dt. Bank in Refi-Not???, Wem gehört N26?

Exklusiv: Gründer von N26 halten Investoren wie Allianz oder Tencent klar auf Distanz

Trotz zweier riesiger Finanzierungsrunden in weniger als zwölf Monaten halten die Gründer der Berliner Challenger-Bank N26 immer noch rund 25% der Anteile. Das zeigen Auswertungen kürzlich veröffentlichter Handelsregister-Einträge durch „Finanz-Szene.de“. Frappierend ist vor allem, wie gering im Vergleich die Anteile der beiden vermeintlichen Großinvestoren Allianz und Tencent ausfallen. Beide gehörten sowohl in der Serie-C-Runde im vergangenen März als auch bei der jüngsten Serie-D-Runde zu den wichtigsten Geldgebern, kommen aber dennoch bloß auf jeweils 5,6%. Der große Gewinner unter den VC-Investoren ist der Münchner Risikokapitalgeber Earlybird, dessen 11,3% nicht nur rund 250 Mio. Euro wert sind – sondern der mit seinen Investments teilweise so früh im Spiel war, dass er bis dato mit ziemlicher Sicherheit einen Schnitt in dreistelliger Millionenhöhe gemacht hat. Und wie viel hält Peter Thiel? Und wer sind die Business-Angels, die ihren Einsatz vervielfacht haben. Hier unsere große Grafik: Finanz-Szene.de

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News

Exklusiv – So rot ist die „schwarze Null“ von  Oddo-BHF: Es war ein Turnaround der ganz fixen Sorte. Nachdem die französische Oddo-Bank Ende 2015 die zwischenzeitlich semi-ramponierte Frankfurter BHF-Bank übernommen hatte, reichte es (nach dem Großreinemachen 2016) laut eigener Aussage bereits 2017 wieder zu einer „roten Null“. Und die akquirierten Oddo Meriten Asset Management und  Oddo Seydler eingerechnet, habe man im Deutschland-Geschäft sogar eine „schwarze Null“erzielt, vertraute Ober-Chef Phillipe Oddo im vergangenen April der „Börsen-Zeitung“ an. Doch stimmt das wirklich? Dieser Tage hat Oddo-BHF endlich den 2017er-Geschäftsbericht in den Bundesanzeiger eingestellt. Wir waren so frei, einfach mal reinzugucken: Finanz-Szene.de

Werden die Funding-Kosten für die Deutsche Bank wirklich zu einem ernsten Problem? So stellt es zumindest die „Financial Times“ (Paywall) dar, die gestern berichtete, das größte Geldhaus des Landes habe vergangene Woche bei der Emission kurzfristiger Anleihen im Wert von 3,6 Mrd. Euro einen Aufschlag von 180 Basispunkten auf die Benchmark für zweijährige Papiere zahlen müssen (wobei aus dem Artikel nicht hervorgeht, was die Benchmark denn ist). Vom Anleiheexperten unseres Vertrauens (der freilich auch nicht unfehlbar sein muss) haben wir uns gestern am späten Abend nochmal – das jetzt alle ohne Gewähr!!! – die Werte schicken lassen, das sah dann so aus:

  • 1,5 Mrd. Euro, Lauzeit 2021, 1,65% (Bund -0,6%)
  • 750 Mio. Euro, Laufzeit 2022, 1,94% (Bund: -0,5%)
  • 750 Mio. Euro, Laufzeit 2026, 2,66% (Bund -0,21%)

Wenn diese Werte stimmen sollten (wie gesagt: ohne Gewähr), wäre das nun wirklich nicht soooo brutal. Zumal man das auch alles ein bisschen anders interpretieren könnte: Laut Aussagen von Treasurer Dixit Joshi hat die Deutsche Bank durch die Aktion letzte Woche ihren Bedarf an Senior-Anleihen für dieses Jahr schon zu einem Drittel gedeckt. Und das per Anfang Februar. In unsicheren Zeiten vielleicht auch nicht soooo doof.

Apropos „soooo“: Dass ein deutsches B2B-Fintech mit einer ausländischen Großbank partnert, kommt soooo oft auch nicht vor. Insofern halten wir es für vermeldenswert, dass das Frankfurter Finanz-Software-Startup Fincite heute bei der Finovate-Messe in Amsterdam eine Kooperation mit der ABN Amro verkünden wird. Wenn wir es richtig verstehen (was wir allerdings bei komplexen technischen Vorgängen selten tun), geht es um ein Robo-artiges Tool, dass die menschlichen (!) Berater im Wealth-Management unterstützen soll. Finovate

Ach, übrigens, was die noch unveröffentlichte „Bundesbank-Studie zu Kosten und Geschwindigkeit unterschiedlicher Bezahlverfahren am Point of Sale angeht, sind nach den Ergebnissen zur Geschwindigkeit nun auch die Ergebnisse zu den Kosten geleaked worden. Bezogen auf den Umsatz: Bargeld: 1.8%, Girocard: 0,7%, ELV: 1,0%, Kreditkarte/PIN: 1,7%, Kreditkarte/Unterschrift: 1,8%. Und je Transaktion: Bargeld: 0,24 EUR Girocard: 0,33 Euro ELV: 0,34 Euro Kreditkarte mit PIN: 0,97 Euro Kreditkarte/Unterschrift: 1,04 Euro. Und was heißt das nun? Das erklärt Ihnen am besten der Kollege, der den Scoop gelandet hat, nämlich Hanno Bender vom „Bargeldlosblog“.

Und die Kurzmeldungen (die wie immer dienstags auch noch ein bisschen was vom Wochenende abdecken): Ernst & Young wird neben Deutsche Bank, Coba, KfW und Helaba künftig auch den Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische prüfen (BÖZ/Paywall) +++ Herr Scholz hat einen „Wirtschaftswoche“-Bericht dementiert, wonach das BMF in Sachen Deutsche-Bank-Commerzbank-Fusion auf eine Vorentscheidung bis Ende Mai drängt (Bloomberg) +++ Stephan Winkelmeier, zurzeit noch Vorstandschef der FMS Wertmanagement, gilt als Favorit für den Chefsessel bei der BayernLB (FAZ) +++ Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird Ex-Buba-Vorstand Andreas Dombret „Senior Advisor“ (und nicht etwa nur: „Advisor“) beim Hamburger Vorzeige-Fintech Deposit Solutions (HB/Paywall) +++ Hatte ebenfalls das „Handelsblatt“ nicht im Oktober behauptet, dass deutsch-schweizerische Fintech werde bis Jahresende Unicorn-Status erreichen? Nun, jetzt ist es Februar … Und was ist seitdem passiert? (Finanz-Szene.de) +++ Korrektur: In unserer kindlichen Begeisterung haben wir am Freitag berichtet, die „1822direkt“ führe Apple Pay ein. Was dooferweise falsch war. Richtig wäre gewesen: Google Pay. So kann’s gehen. Sorry.

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Linktipps

Stimmt es wirklich, dass die Abwicklung der NordLB die schlechteste (weil teuerste) Lösung gewesen wäre? Nein, das stimmt nicht, sagen die Professorin Schnabel und der Professor Brühl. Womöglich sei sogar das Gegenteil der Fall … Süddeutsche

Jochen Siegert erklärt, warum es geschäftspolitisch klug bzw. aus seiner Sicht sogar „sensationell“ ist, dass die DKB ihre Kunden nach der Germania-Pleite proaktiv auf deren Kreditkarten-Chargeback-Recht aufmerksam macht. Twitter

Hat der neue (für Zahlungsverkehr zuständige) Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz eigentlich schon eine Agenda? Und ob! Bei einem Vortrag an der Frankfurter Goethe-Universität hat er dieser Tage die Idee eines Instant-Payment-basierten paneuropäischen Zahlungssystems skizziert, quasi als Gegenentwurf zu den Paypals und Apple Pays dieser Welt. Realistisch? Naja. Hier die Rede im Original: Bundesbank

Klickfavorit

… war am Freitag unser Überblick, was Wirecard von der „Financial Times“ denn eigentlich konkret vorgeworfen wird. Finanz-Szene.de

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