12/09/18: Großer M&A-Überblick, Zielkes angebliches Zitat, Landesbanken-Gehälter, Die Tragik des Jens W.

Von OLB bis DAB, von Düsselhyp bis Fidor: Die 15 dt. Bank-Übernahmen aus den letzten fünf Jahren

Es gibt zwei Arten von M&A-Transaktionen im deutschen Bankenmarkt. Die, über die alle fantasieren. Und die, die tatsächlich passieren. Am gestrigen Dienstag gab es beides zu bestaunen. Denn während über die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wieder mal heftig spekuliert wurde (News siehe unten), meldete die Aareal Bank Vollzug. Sie schnappt sich für 162 Mio. Euro die in Abwicklung befindliche Düsselhyp (News ebenfalls siehe unten). In der Tat liegen die letzten ganz großen Übernahmen in Bankendeutschland zehn Jahre zurück, sieht man mal vom Zusammenschluss von DZ und WGZ ab (bei dem freilich kein Cash floss). Das heißt aber nicht, dass es nicht seit einigen Jahren wieder den ein oder anderen M&A-Deal gäbe, auch wenn der Kaufpreis meist nur im dreistelligen Mio.-Bereich liegt. Was dabei auffällt: Im Grunde gibt es nur vier potenzielle Käufer, nämlich die Franzosen, die Chinesen, die Heuschrecken und besagte Aareal.  Sehen sie hier 15 Transaktionen aus den letzten fünf Jahren, die „Finanz-Szene.de“ fein säuberlich für Sie aufgelistet hat (wobei uns als Grundlage leider kein Bloomberg-Terminal, sondern lediglich unser Gedächtnis zu Gebote stand): Finanz-Szene.de

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News

Herr Zielke (also der Chef der Commerzbank) will sich der Deutschen Bank „lieber heute als morgen“ an den Hals werfen: … so jedenfalls steht es in einem Bericht, den „Spiegel Online“ gestern Nachmittag veröffentlichte und der im Markt zumindest auf so viel Glaubwürdigkeit stieß, dass die Coba-Aktie (die ja schon in den letzten Tagen merklich gestiegen war) mit einem Plus von 2,3% aus dem Handel ging. Was in dem Artikel freilich auch steht, und was am Abend zum Beispiel auch das „Handelsblatt“ (Paywall) nochmal betonte: Zielkes blaues Pendant, also der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, hat es mit einem Zusammenschluss deutlich weniger eilig. Er will sich die nächsten 18 Monate erst einmal darauf konzentrieren, die Integration der Postbank abzuschließen und seinen Laden auch sonst einigermaßen in Ordnung zu bringen. Ohnehin können die Investoren der Deutschen Bank dem Fusions-Szenario deutlich weniger abgewinnen als die der Commerzbank. Gestern reichte es gerade mal zu einem Plus von 0,5%. Spiegel Online

Die Übernahme der Düsselhyp ist nach der Corealcredit und der Westimmo die dritte Akquisition der Aareal Bank in den vergangenen fünf Jahren: … und wie auch schon bei den beiden vorangegangenen Transaktionen geht es dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer auch diesmal lediglich darum, das Kaufobjekt mit Gewinn abzuwickeln (sprich: Mit der Verwertung der Assets, Refinanzierungskosten eingerechnet, soll letztlich mehr Geld gemacht werden, als jetzt an Geld für die Übernahme fließt).  Was dabei helfen dürfte: Die Aareal kauft die Düsselhyp von deren bisherigem Eigner (nämlich dem Bankenverband, der das Institut vor ein paar Jahren mal vom US-Investor Lone Star „geerbt“ hatte) unter Wert. Dadurch entsteht ein bilanzieller Puffer in Höhe von 52 Mio. Euro, was die Aktionäre offenbar für ausreichend halten. Jedenfalls stieg die Aareal-Aktie gestern um 1,5%. Börsen-Zeitung, Handelsblatt (Paywall)

So gut die ING Diba hierzulande auch dastehen mag – bei ihrer niederländischen Mutter geht es dieser Tage (Stichwort: Geldwäsche-Skandal) drunter und drüber. Jüngste Volte: Der Finanzchef ist gestern zurückgetreten. n-tv

Und noch mal Oranje: Die ABN Amro hat ihr Smartphone-Banking-Angebot für den deutschen Markt („Moneyou Go“) gestern offiziell gelauncht. Mithin: Es gibt jetzt noch einen N26-Angreifer, der nicht Yomo heißt (by the way: Was ist eigentlich mit Yomo? Immer noch in der ewigen Beta-Phase?). Interessant übrigens, dass zum Produktportfolio von „Moneyou Go“ auch ein Sofortkredit gehört, der von der Solarisbank kommt. Also wieder ein Beispiel, wo sich die beiden Berliner Vorzeige-Fintechs in die Quere kommen. Mobiflip, IT-Finanzmagazin

Und eine spannende Personalie: Frank Keller, bislang Paypal-Chef Deutschland, hat seine Linkedin-Freunde gestern wissen lassen, dass er nicht mehr Paypal-Deutschland-Chef ist, sondern „VP & Global Head of Consumer at Paypal“ (anders ausgedrückt: Er arbeitet jetzt in den USA). Sein Nachfolger ist ein gewisser Michael Luhnen. IT-Zoom

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Linktipps

Die Tragik des Jens Weidmann: Wie eine Karriere, die auf ein großes Ziel zuzulaufen schien, nun (aller Voraussicht nach) ungekrönt bleiben wird. Spiegel Online

Wie läuft das eigentlich ab, wenn die Commerzbank weite Teile ihres Zahlungsverkehrs in Zukunft von Equens Wordline abwickeln lässt? Hierzu hat der Payment-Experte Rudolf Linsenbarth mit Coba-Manager Martin Birkel gesprochen. IT-Finanzmagazin

Zwischen großen Fundings (N26, Solarisbank) und bitteren Pleiten (Cringle, Lendstar): Kollege Hüsing hat einfach mal zusammengefasst, was in den letzten Monaten so alles in Fintech-Deutschland passiert ist. Deutsche Startups

Karriere

Welche Landesbank zahlt wie gut (bzw. wie schlecht)? Der nimmermüde Florian Hamann von „efinancialcareers“ ist wieder mal in die Vergütungsberichte eingetaucht. Hier, was dabei herauskam: efinancialcareers

Aus der Szene

Das war ein schöner Scoop, den die Kollegen von „Gründerszene“ da Ende letzter Woche zu haben glaubten: Alexander Graubner-Müller, Gründer des lange Zeit größten deutschen Finanz-Startups Kreditech, zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Dann allerdings telefonierte der „Gründerszene“-Redakteur mit dem Kreditech-Gründer. Und zog die Story daraufhin zurück. Stattdessen stand das Ganze gestern Mittag beim „Handelsblatt“. Was war da los? Finanz-Szene.de

Klickfavorit

… war gestern das Plattform-Bashing unsere Gastautors Andreas Buschmeier. Finanz-Szene.de