12/10/18: Ist Wefox 1 Mrd. $ wert?, Neuer Pre-Funding-News-Rekord, Die Preismacht der Sparkassen

Effizienz? Preismacht! Was passiert, wenn man die Cost-Income-Ratio der Sparkassen aufdröselt

Eigentlich dachten wir, wir hätten die große Banken-Statistik der Buba mit derselben Entschiedenheit ausgequetscht wie der Mann an der Frankfurter Bahnhofs-Saftbar seine Orangen (siehe -> „Das Zinsmassaker“, siehe -> „Der Selbstbetrug der Sparkassen und Volksbanken“). Dann allerdings meldete sich dieser Tage ein Freund des Hauses, nämlich der Datenguru Peter Barkow, mit der Frage, ob wir uns eigentlich mal die Mühe gemacht hätten, die Cost-Income-Ratios der drei großen Institutsgruppen aufzudröseln. Hatten wir natürlich nicht. Hatte er aber natürlich schon. Und freundlicherweise überließ uns Herr Barkow also seine entsprechenden Berechnungen zur freien Verfügung. Was uns an den Zahlen nicht überraschte: Es liegt eher am Ertrag als an den Kosten, dass die CIR der Sparkassen und Volkbanken wesentlich besser ist als die der Großbanken. Was uns aber sehr wohl überraschte, das ist, um wieviel größer der Ertragseffekt im Vergleich zum Kosteneffekt ist. Hier die komplette Analyse: Finanz-Szene.de

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News

Wenn diese Geschichte hier stimmt (wenn!), dann ist dies die womöglich höchste Finanzierungsrunde und die mit ziemlicher Sicherheit höchste Bewertung für ein (zumindest semi-) deutsches Fintech bislang: Wie heute Morgen im „Handelsblatt“ zu lesen ist, steht das schweizerisch-deutsche Insurtech Wefox bzw. dessen Sachversicherungstochter „One“ vor dem Abschluss einer Funding-Runde in dreistelliger Millionenhöhe – und das zu einer Bewertung von mindestens einer Milliarde (jeweils in Dollar). Nach unseren eigenen Daten wäre Wefox/One damit wertvoller als die Smartphone-Bank N26, die im Frühjahr eine Finanzierungsrunde über umgerechnet 160 Mio. Dollar vermeldet hatte und nach Berechnungen von „Finanz-Szene.de“ dadurch Post-Money  mit 750 Mio. Dollar veranschlagt wird. Nun ist es natürlich keineswegs so, dass wir dem „Handelsblatt“ nicht blind vertrauen würden, immerhin sind wir treue Abonnenten. Aber wie die Wefox-Story ausgeht und ob sich das mit dem Unicorn-Status jemals anhand objektiver Belege von außen wird nachvollziehen lassen – da sind wir sehr, sehr, sehr gespannt. Handelsblatt (Paywall)

Neuer Pre-Funding-Exklusiv-News-Rekord für die deutsche Fintech-Branche: Nach der Exklusiv-Story „Wefox knackt die 100-Millionen-Grenze“ (Versicherungsmonitor, 9. Mai), der Exklusiv-Story „Insurtech-Startup Wefox auf der Suche nach mindestens 180 Mio. Dollar“ (Gründerszene, 13. Juni) und der Exklusiv-Story „Insurtech firm wefox in talks with suitors including Softbank – sources“ (Reuters, 1. August) stellt Wefox mit der heutigen Exklusiv-Geschichte im  „Handelsblatt“ einen neuen „Pre-Funding-Exklusiv-News-Rekord“ für die deutsche Fintech-Branche auf. Herzlichen Glückwunsch!

Und nochmal Insurtech: Die Deutsche Familienversicherung, die sich öffentlich zuletzt (Transparenzhinweis: unter anderem mit „Sponsored Content“ bei „Finanz-Szene.de“) als „der volldigitale Versicherer hierzulande“ positioniert hatte, konkretisiert ihre Börsenpläne. Angepeilter IPO-Erlös: 100 Mio. Euro. Begleitende Bank: Hauck & Aufhäuser. Wann: schon im November. Es wäre, wenn man der Insurtech-Selbstdefinition des 2006 gegründeten Frankfurter Unternehmens folgt, der erste Börsengang eines Versicherungs-Fintechs in Deutschland. Wirtschaftswoche

Auf den ersten – und eigentlich auch auf den zweiten – Blick sieht es ja so aus, als sei der private Bankenverband in Sachen HSH-Nordbank-Verkauf ganz schön eingeknickt (denn statt eines begrenzten Einlagenschutzes soll die HSH nach der Privatisierung ab 2022 nun doch den vollen BdB-Schutz genießen):  Gleichwohl, ein klein bisschen differenzierter darf man das Ganze auf den dritten Blick vermutlich doch betrachten. Denn wie die „Süddeutsche“ heute Früh berichtet, haben Sparkassen und Privatbanken den neuen Eignern um Cerberus immerhin abgetrotzt, 400 Mio. Euro als Sicherheit nachzuzahlen, sollte die HSH bestimmte Kennzahlen verfehlen. Hier weitere Details der Einigung: Süddeutsche

Wir wissen zwar ehrlich gesagt nicht, inwieweit man den Exklusiv-Infos der FAZ in Sachen NordLB vertrauen sollte (denn bei den „Finanzkreisen“, auf die sich die Kollegen gern berufen, scheint es sich bisweilen doch um arg interessengeleitete Finanzkreise zu handeln), verschweigen wollen wir Ihnen das Ganze aber auch nicht. Drum: FAZ, aktuelle Ausgabe, Seite 21, unten rechts, letzter Absatz: Angeblich „sehen“ die potenziellen Investoren einen „deutlich höheren Kapitalbedarf“ bei der niedersächsischen Landesbank „als zuletzt angenommen“. Schau’n mer mal.

„Liebes ‚Finanz-Szene.de‘-Team, wollt Ihr angesichts der jüngsten Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten nicht wenigstens mal, um Eurer Chronistenpflicht zumindest ein bisschen gerecht zu werden, kurz vermelden, was denn die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank so machen?“  Na gut. Deutsche Bank: 9,47 Euro und damit 90 Cent billiger als vor einer Woche. Commerzbank: 8,56 Euro und damit 92 Cent billiger als vor einer Woche. Hätte schlimmer kommen können.

Und noch was Internationales, aber durchaus mit deutschem Bezug: Die französische Bank Natixis erwägt die Übernahme des ebenfalls französischen Zahlungsdienstleisters Ingenico (der sich jüngst bekanntlich den hiesigen Sparkassen-Acquirer BS Payone mehrheitlich unter den Nagel gerissen hatte). Kolportiertes Dealvolumen: 4 Mrd. Euro. Angesichts solcher Meldungen (und solcher Zahlen) mag sich mancher deutsche Bankmanager heute Morgen fragen, ob es wirklich so eine großartige Idee war, die Concardis damals zu verkaufen. Financial Times (Paywall)

Linktipps

Müssten man, was die NordLB angeht, das Szenario einer Abwicklung nicht wenigstens mal diskutieren (bzw. gar erwägen)?, fragt mit – wie wir finden – sehr plausiblen Argumenten Meike Schreiber in der Süddeutschen Zeitung.

Wie die Banken die Hoheit über ihr Geschäftsmodell verloren, ohne es zu merken: Der Blogger Ralf Keuper über die Plattformökonomie und „Das Internet als Ur-Infrastruktur“. Bankstil

Und gleich noch was für die wahren Connaisseure unter unseren Lesern: Wie sich derivative Finanzprodukte mithilfe von Smart Contracts (sprich: mithilfe des Blockchain bzw. der Distributed Ledger Technology) neu denken lassen. DZ Innovationsblog

Wenn den lieben Kollegen des „Paymentandbanking“-Blogs die Themen ausgehen (was nur ganz selten vorkommt), dann reaktivieren sie (minimalinvasiv überarbeitet) gern mal den guten, alten „Swiss Fintech Overview“. Und wenn uns die Themen ausgehen (was natürlich auch nur ganz selten vorkommt)? Dann sind wir uns nicht zu schade, ebendiesen „Swiss Fintech Overview“ zum x-ten mal zu verlinken. An Tagen ohne richtige Fintech-Themen (und von diesen Tagen gab es mehrere diese Woche) sitzen wir alle im selben Boot. Paymentandbanking

Klickfavorit

… waren gestern unsere „Fünf Lehren aus dem Anti-Deutsche-Banken-Deal von Google, Paypal und Mastercard“. Finanz-Szene.de

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