13/02/19: Kredit-Sensation, Tapfere Sparkassen, John Cryan und der Coco-Schock

Das wichtigste deutsche Kredit-Fintech kommt jetzt schon auf 0,5% Marktanteil bei Ratenkrediten

Erinnern Sie sich noch an die „Finanz-Szene.de“-Ausgabe vom 19. Januar vergangenen Jahres? Damals titelten wir: „Warum Sie, liebe Banker, den Kreditvermittler Auxmoney allmählich ernst nehmen sollten“. Und nun? Sind wir ein Jahr weiter, und nachdem uns die Auxmoney-Leute gestern erfreulicherweise einen kleinen Einblick in ihre 2018er-Zahlen gewährt haben, würden wir behaupten: Die damalige Warnung war in hohem Maße berechtigt! Denn: 2018 ist das Volumen der über den Düsseldorfer Marketplace-Lender ausgezahlten Konsumentenkredite nochmals um 74% auf nunmehr 551 Mio. Euro gestiegen. Zur Einordnung: Laut Buba (hier die Quelle, siehe Seite 2, Spalte 3) wurden 2018 Konsumentenkredite im Umfang von 105,6 Mrd. Euro vergeben. Daran gemessen kommt (bzw. käme) Auxmoney bereits auf einen Marktanteil von rund 0,5%. Erstaunlich! Und noch was: Selbst unter Berücksichtigung aller Kreditarten kann es Auxmoney vom Volumen her bereits mit vielen deutschen Banken aufnehmen. Kleine Grafik gefällig? Guggsdu hier: Finanz-Szene.de

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Wann ging das eigentlich los, dass jedes Jahr aufs Neue behauptet wird, spätestens im nächsten Jahr werde die Zinskrise den Sparkassen den Garaus machen? Wissen wir nicht mehr. Was wir wissen: Allmählich verdichten sich die Anzeichen, dass es auch 2018 soooo schlimm dann doch nicht gekommen ist. Denn nachdem in den vergangenen Wochen diverse Einzelinstitute mit – neudeutsch – okayen Zahlen aufwarteten, legten gestern die ersten beiden Regionalverbände die 2018er-Bilanzen für ihre Sprengel vor. Um es kurz zu machen: In Westfalen-Lippe ist das Betriebsergebnis vor Bewertung um 5% auf 1,212 Mrd. Euro gesunken (0,92% der durchschnittlichen Bilanzsumme). Und was Baden-Württemberg angeht, haben wir zwar keine Primärquelle gefunden, entnehmen aber der „Reuters“-Meldung, dass es immer noch zu einem „Überschuss“ von 1,1 Mrd. Euro gereicht hat. Unser Eindruck: Passt schon noch. Auch wenn niemand weiß, wie es morgen aussehen wird. Präsentation SV Westfalen-Lippe (PDF), Reuters, BÖZ (Kommentar)

Was ist denn jetzt eigentlich mit den Refinanzierungs-Kosten der Deutschen Bank? Wie Sie vermutlich gemerkt haben, waren wir beim Refi-Thema gestern Morgen nicht so ganz trittfest. Was auch daran lag, dass in einer namhaften deutschen Zeitung (und daraufhin auch in einem namhaften Konkurrenz-Newsletter …) stand, die Deutsche Bank hätte bei ihren jüngsten Bond-Emissionen 180 Basispunkte mehr bezahlt als den „Durchschnittspreis vergleichbarer Bankanleihen“ (bezogen, klar, auf die Rendite bzw. Kupon, nicht auf den Kurs, aber das nur nebenbei …). Jedenfalls: Unser Bauchgefühl sagte uns, dass das irgendwie nicht sein kann. Denn 180bp mehr als andere Banken würde ja gefühlt fast schon heißen: Gute Nacht, Deutsche Bank. Bloß: Besser wussten wir es halt auch nicht. Umso glücklicher sind wir, dass es Leser wie den Leser W. gibt, der uns die Sache gestern Vormittag einfach mal per E-Mail erklärt hat – samt sehr hilfreicher Einordnung, wie die Deutsche Bank denn jetzt wirklich im Verhältnis zur Konkurrenz dasteht. Voilà: Finanz-Szene.de

Wo wir schon mal beim Thema Anleihen sind: Hätten doch alle besser mal auf John Cryan gehört. Als „schlechtes Produkt“ geißelte der damalige Deutsche-Bank-CEO vor drei Jahren die sogenannten „Coco-Bonds“  (also die Zwangswandel-Dinger). Warum packen wir die olle Kamelle heute Früh aus? Weil die spanische Santander gestern Nachmittag angekündigt hat, einen „Coco-Bond“ im Volumen von 1,5 Mrd. Euro nicht zum erstmöglichen Termin zurückzuzahlen – dabei war genau das seit Geburt des ersten „Cocos“ eigentlich der implizite Deal. Eine ziemlich krasse Nummer also, zumal allein dieses Jahr „Cocos“ im Volumen von etwa 10 Mrd. Euro ihren ersten möglichen Kündigungstermin haben (über die nächsten fünf Jahre sind es sogar rund 60 Mrd. Euro). Was heißt das nun? Naja, vermutlich höhere Kapitalkosten.  Also ziemlich das Letzte, was Europas Banken momentan gebrauchen können. Und sogar das Allerletzte, was die Deutsche Bank gebrauchen kann. Denn schauen Sie mal hier: db.com/ir

Und bevor die Fintech- und Payment-Leser jetzt gleich völlig wegpennen, nochmal was ganz, ganz anderes: Wussten Sie eigentlich, dass Giropay auch Verifikation macht? Na, da wussten Sie schon wieder mehr als wir hier in unserem kleinen, von schierer Naivität ummantelten Redaktionsbüro. Also: Gestern hat der bankeneigene Bezahldienst (bitte nicht verwechseln mit: Paydirekt) mitgeteilt, nun schon den fünften staatlichen Lottoanbieter als Kunden gewonnen zu haben. Pressemitteilung

Kurzmeldungen: Die Frankfurter Volksbank (deren Fusions-Rausch wir vor einigen Monaten ja mal detailliert nachgezeichnet hatten) ist per Ende 2018 bei einer Bilanzsumme von 12,1 Mrd. Euro angekommen. Damit fehlen zur größten regionalen Genobank (nämlich der in Berlin) nur noch 1,3 Mrd. Euro (Pressemitteilung/PDF) +++ Die Sparkassen in Baden-Württemberg haben ihre gestrige Bilanz-PK genutzt, um ein bisschen gegen die DSGV-Pläne für eine Super-Landesbank zu sticheln. Und die bayerischen Sparkassen haben gleich mitgestichelt (Börsen-Zeitung)

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Wie umgehen mit der Digitalisierung? Im aktuellen Whitepaper beschreibt die Star Finanz, der Experte für Online- und Mobile-Banking-Lösungen der S-Finanzgruppe, Herausforderungen und Chancen, die sich für Sparkassen durch die digitale Transformation eröffnen. Was Firmenkunden heute von ihrer Bank erwarten. Hier das Whitepaper: starfinanz.de

Linktipps

Wenn wir schon den halben News-Block dem Gähn-Thema Bankanleihen widmen, warum sollen wir dann bei den Linktipps nicht gleich weitermachen? „Bank capital in the twenty first century“ – eine schmucke Analyse der Kollegen von FT Alphaville (registrier-, aber nicht bezahlpflichtig)

Was ist in den letzten Wochen eigentlich so alles in der deutschen Fintech-Branche passiert? Waldorf und Statler blicken zurück und kommentieren die Ereignisse. Ähh, upps, haben wir Waldorf und Statler gesagt? Sorry, wie konnte das nur passieren … Wir meinten natürlich Siegert und Bajorat! Paymentandbanking (Podcast)

Spielt sich der wahre Fintech-Boom jenseits der großen Schlagzeilen ab? … nämlich dort, wo Banken in solche Software-Buden investieren, die das gemeine Publikum gar nicht richtig auf dem Zettel hat? Naja, ist zumindest mal ’ne These: Forbes

Gibt’s doch gar nicht! Das Berliner Inkasso-Fintech Pair Finance hat es allen Ernstes in die „Bild-Zeitung“ geschafft – und das obendrein auch noch mit einem CEO-Foto, das die Frage erlaubt, ob ebenjener CEO so heißt, wie er heißt, weil er seine Pullis selber fabriziert. Coole Nummer. Bild

Klickfavorit

… war gestern unsere Grafik zum Cap-Table von N26. Finanz-Szene.de

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