13/03/18: DWS wird zum Discount-IPO, N26 kurz vor Mega-Funding, Der künftige Goldman-Chef

Deutsche Bank bietet DWS-Aktien schon jetzt mit deutlichem Abschlag an

Erinnert sich noch jemand an unsere häretische Schlagzeile vom 26. Januar? „Ist die DWS tatsächlich reif für einen IPO?“, titelten wir damals unter Verweis auf die aus unserer Sicht eher mäßigen 2017er-Zahlen des Asset Managers der Deutschen Bank. Mit sechswöchiger Verspätung hat die Blaubank nun die Antwort auf unsere Frage gegeben. Sie lautet: Ja, die DWS ist reif für den geplanten Börsengang. Aber irgendwie auch nicht so richtig. Denn noch bevor die Roadshow beginnt, rücken die Frankfurter bereits von ihren Preisvorstellungen ab. Die gestern vorgestellte Spanne von 30 bis 36 Euro je Aktie bedeutet, dass das Frankfurter Geldhaus selbst im besten Fall (25% der Anteile werden zu je 36 Euro platziert) nur 1,8 Mrd. Euro erlösen wird – statt der erhofften 2,0 Mrd. Euro. Im schlechtesten kalkulierten Fall (20% der Anteile zu je 30 Euro) wären es gar nur 1,2 Mrd. Euro. Immerhin, der erste Großaktionär ist gefunden (es handelt sich, wie vermutet, um Nippon Life). Und: Die Januar-Zuflüsse der DWS waren kräftig.

Archiv (Newsletter vom 26.01. mit  weiterführenden Links), Handelsblatt (Paywall), Manager Magazin (zu Nippon Life), Fondsprofessionell (Januar-Zahlen), Welt (mit DWS-Aufsichtsrats-Personalien)

Exklusiv: Berliner Fintech N26 soll unmittelbar vor Mega-Funding stehen

Perfekt ist noch nichts. Aber: Wenige Tage nach dem 57-Millionen-Euro-Funding für die Berliner Solarisbank soll bereits das nächste deutsche Fintech vor einer Rekordfinanzierung stehen – nämlich die ebenfalls in der Hauptstadt ansässige Smartphone-Bank N26. Läuft alles glatt, könnte das Funding laut gemeinsamen Recherchen von „Finanz-Szene.de“ und „Gründerszene“ bereits in den nächsten Tagen perfekt gemacht und anschließend offiziell verkündet werden. „Sie können damit rechnen, dass das Funding sogar noch über dem der Solarisbank liegen wird“, sagte eine der Quellen. Lesen Sie hier weitere Details – und warum die im internationalen Vergleich bislang eher schwach finanzierten deutschen Fintechs urplötzlich Runden von 50 Millionen Euro und mehr einstreichen. Finanz-Szene.de

News

Erlöse aus DWS-Börsengang würden selbst im allerbesten Fall nicht reichen, um die Boni, die sich die Deutschbanker im dritten Verlustjahr in Folge redlich verdient haben, zu finanzieren: Wer es noch nicht mitbekommen hat – die Prämienzahlungen für 2017 sollen bei gut 2 Mrd. Euro liegen. Die Kollegen von „efinancialcareers“ stellen erste Mutmaßungen an, welche Sparten besonders profitieren – und vergleichen die Boni bei der Deutschen Bank (üppig) mit denen bei der Credit Suisse (weniger üppig). efinancialcareers

Will der gute Herr Lin von der Société Générale die Deutsche Bank eigentlich sturmreif schießen? Naja, zumindest hat der Analyst die gestrigen Verlautbarungen zum DWS-Börsengang zum Anlass genommen, die Aktie des größten deutschen Geldhauses ein weiteres Mal herabzustufen, diesmal auf nur noch 10 Euro.

Schafft die Eba ein Kapitalproblem für (manche) deutsche Banken? Wenn ein Gewinnabführungs-Vertrag zwischen einem Kreditinstitut und seiner Tochter besteht, soll das harte Eigenkapital der Tochter in Zukunft nicht mehr als solches anerkannt werden, berichtet die Börsen-Zeitung.

Commerzbank buhlt um großen Ösi-Auftrag: Die österreichische Post will nach dem Absprung der Bawag bis Jahresmitte einen neuen Partner für die Abwicklung von Bankgeschäften finden. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt angeblich die Coba. Reuters/HB

Beyond.de

Das ist der mutmaßlich künftige Chef von Goldman Sachs: David Solomon hat das Cage Match (O-Ton „Financial Times“) um die Thronfolger-Position  bei der US-Investmentbank gewonnen. Schon Ende des Jahres könnte er womöglich die Nachfolge von Lloyd Blankfein antreten. Manager Magazin (Kurzporträt mit wohltuend klarem Fokus auf Solomons privaten Interessen), Financial Times (Paywall), Wikipedia

Linktipps

Eigentlich schert uns die B2C-Sicht auf die Dinge ja nicht die Bohne: … aber was der „Finanzrocker“ und der „Finanzwesir“ (zwei angesehene Blogger) zu Mifid II zu sagen haben, das dürfte nicht nur den Kleinanleger, sondern auch den Banker und den Fintech-Menschen interessieren. Finanzrocker

Ebenso eigentlich hatten wir uns vorgenommen, die ZDF-Serie „Bad Banks“ (und v.a. die ganzen „Sind echte Banker wirklich so?“-Artikel) zu ignorieren … für Christian Kirchners schnuckelige Bestandsaufnahme zu den Drehorten („Gibt es die Büros und dem Turm der ‚Deutschen Global Invest‘ wirklich?“) gilt dieser Boykott allerdings nicht. Capital

Der undurchsichtige Herr Chen: Das „Manager Magazin“ hat den Chef des Deutsche-Bank-Ankeraktionärs HNA porträtiert. MM

Der „Cashback“ war nur der Anfang: Denn bald sollen Kunden an der Ladenkasse auch Geld aufs Konto einzahlen können. Wie das geht, erklärt (leider hinter der Bezahlschranke) die FAZ.

Und bevor die digitalen Super-Nerds jetzt wieder zum Füllfederhalter greifen, … um uns in schönstem Sütterlin einen Leserbrief zu schreiben, in dem dann stehen wird, dass Kunden von N26, Fidor und einzelnen Sparda-Banken bei „ausgewählten Partnern im deutschen Einzelhandel“ auch jetzt schon Geld einzahlen können … Wissen wir … Bislang haben wir allerdings, ehrlich gesagt, an der Penny-Kasse noch nie jemanden gesehen, der sich als N26-Kunde geoutet hätte, um 16,23 Euro zu depositieren. Handelsblatt (Archiv-Artikel von November)

By the way: Bundesbank-Vorstand Thiele hat „die Verlagerung der Bankfiliale in den Handel“ dieser Tage eine „kleine Revolution“ genannt. Hier der entsprechende Auszug aus seiner Rede: Bundesbank

That’s not news

Weil „Finanz-Szene.de“ montags nichts erscheint, fassen wir immer dienstags die wesentlichen Nachrichten des Wochenendes kurz zusammen:

  • Bafin entlastet HNA: Laut Finanzaufsicht hat der chinesische Ankeraktionär der Deutschen Bank beim Erwerb seiner Anteile korrekte Angaben zu den Stimmrechten gemacht. Süddeutsche
  • Jetzt kommen die Brexit-Banker wirklich: Die UBS will Teile ihrer Verwaltung von London nach Frankfurt verlegen. Handelszeitung
  • Theodor Weimer erinnert sich an seine Anfänge: … und verpflichtet McKinsey (wo er früher selbst mal gearbeitet hat) als Strategieberatung für die Deutsche Börse. Handelsblatt
  • Die Deutsche Börse baut ihren Verwaltungsrat um: Ann-Kristin Achleitner verlässt das Gremium, drei neue Mitglieder kommen hinzu. Handelsblatt
  • HSH-Chef schielt auf die  Börse: „Wenn der nächste Schritt in einigen Jahren ein Börsengang sein sollte, wäre das eine gute Sache“, sagte Stefan Ermisch dem „Spiegel“. HB

Klickfavorit

… war am Freitag das Linkedin-Profil des „Director Talent Acquisition“ bei Amazon (also des Typen, der auffällig viele deutsche Banker anzubaggern scheint). Linkedin