13/12/18: „Staatshilfe“ für die Dt. Bank?, Das Non-Asset der Sparkassen, Rieglers Abgang

Bloomberg: Berlin stellt Hilfen für den Fall einer Fusion von Deutscher Bank und Coba in Aussicht

Als der „Focus“ am Wochenende über angebliche Pläne des Finanzministeriums berichtete, einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank zu „orchestrieren“ – da klang das alles noch sehr vage (der Originaltext übrigens las sich sogar noch vager als die extrahierte Meldung, die über die Nachrichtenticker Karriere machte). Seit gestern Nachmittag indes haben wir das Ganze zumindest schon mal einen Ticken konkreter. Da nämlich meldete „Bloomberg“, in Gesprächen, an denen Finanzminister Scholz und Deutsche-Bank-Chef Sewing beteiligt gewesen sein sollen, sei erörtert worden, wie man eine etwaige Fusion möglichst günstig gestalten könne. Eine Idee: Gesetzesänderungen, um die Umwandlung der Deutschen Bank in eine Holding steuerlich günstiger zu gestalten. Nun räumen die „Bloomberg“-Kollegen ehrlicherweise ein, dass es sich um Sondierungen in einem sehr frühen Stadium handle. Oder anders gesagt: Die Story ist weiterhin vager, als dass sie konkret ist. Dennoch merkten die Investoren auf. Deutsche Bank: 5,8% im Plus. Commerzbank: 5,6% im Plus. Bloomberg, Reuters

Sponsored Content

Individuelle Anlagestrategie. Bessere Renditechancen. quirion ist die digitale Geldanlage der Quirin Privatbank und wurde mit dem besten Qualitätsurteil bei geringsten Kosten von der Stiftung Warentest (8/2018) ausgezeichnet. Jetzt von den Renditechancen internationaler Märkte profitieren: www.quirion.de/deingeldkannmehr

Mit Verlaub: Haben die Sparkassen irgendeine Idee, was sie mit der DKB machen sollen?

Welche wirklich wertvollen Assets hat eigentlich der Sparkassen-Sektor? Klar, die 50 Mio. Kunden. Sicherlich, die Deka. Aber sonst? Ach, ja, die DKB, natürlich. Eine der wenigen Perlen, die es im deutschen Retail-Banking noch gibt. Wobei: Sieht man das bei den Sparkassen genauso? Denn: Wenn auch nur ein My an dem Gerücht dran ist, der Abgang von BayernLB-Chef Riegler (Meldung weiter unten) könnte auch damit zu tun haben, dass einigen bayerischen Sparkässlern missfiel, was die BayernLB-Tochter DKB so treibt – dann muss man wirklich fragen: Geht’s noch? Oder anders gewendet: Seit drei Jahren werkeln die Sparkassen nun an Yomo (also am „roten N26“) herum. Wäre es nicht naheliegender gewesen, sie hätten der BayernLB (finanziert per Umlage) die Mehrheit an der DKB abgekauft, um diese als „DKB – die Direktbank der deutschen Sparkassen“ so richtig auszurollen? Klar, ein Stückweit hätte man sich damit selbst kannibalisiert. Aber vielleicht ist das im digitalen Zeitalter ja auch ein Asset: überhaupt noch in der Lage zu sein, sich selbst zu kannibalisieren.

News

So, genug der schwätzerischen Vorrede, jetzt zur eigentlichen Meldung: Der nicht unerfolgreiche BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler hat gestern bekannt gegeben, die Bank zu verlassen. Über den Schritt war schon lange spekuliert worden, über die etwaigen Gründe (siehe oben) auch. Was letztlich den Ausschlag gegeben haben soll: dass Riegler nicht gut mit dem erst vor wenigen Monaten installierten Aufsichtsratschef Wolf Schumacher (Ex-Aareal-CEO) gekonnt habe. Respektive umgekehrt. Sehr hübsch, wie die FAZ das ganze heute Morgen ausdrückt: „Die Diskrepanzen, so heißt es, sind […] im Zwischenmenschlichen zu suchen: dort der 60 Jahre alte promovierte Jurist, der gerne Hardrock hört; hier sein sechs Jahre jüngerer Vorstand, der lauten Tönen ebenfalls nicht abgeneigt ist.“ Und der Nachfolger? Erst mal interimsmäßig der bisherige Vize Edgar Zoller. FAZ (Print), BÖZ, Süddeutsche (Porträt Riegler)

Welches Dauernörgler-Medium war das nochmal, das neulich sagte, die Solarisbank müsse langsam auch mal größere Kunden gewinnen? Jedenfalls: Gestern hat das Berliner Edel-Fintech mitgeteilt, die Börse Stuttgart als Technologiedienstleister beim Aufbau eines Krypto-Handelssystems zu unterstützen. Das ist zwar noch nicht ganz die Meldung, auf die wir hier sehnsüchtig warten („Solaris baut Whitelabel-Bank für Discounter Aldi“) – aber trotzdem: Nicht schlecht. Pressemitteilung

Kurz und gnaggisch, wie der Hesse sagt: Die DWS hat im Oktober den ersten Nettozufluss seit Februar verbucht. Wie hoch? Knapp 800 Mio. Euro (Fondsprofessionell) +++ Die Staatsanwaltschaft Köln untersucht die Rolle der Deutschen Bank bei den sogenannten „Phantom-Aktiendeals“ (SZ) +++ Bis Jahresende sollen Banken und Sparkassen rund 55 Millionen kontaktlose Girocards herausgegeben haben (Pressemitteilung)

Sponsored Content

Individuelle Anlagestrategie. Bessere Renditechancen. quirion ist die digitale Geldanlage der Quirin Privatbank und wurde mit dem besten Qualitätsurteil bei geringsten Kosten von der Stiftung Warentest (8/2018) ausgezeichnet. Jetzt von den Renditechancen internationaler Märkte profitieren: www.quirion.de/deingeldkannmehr

Linktipps

Das „Editorial Board“ der „Financial Times“ hat gesprochen – und kommt zu der gnadenlosen Einschätzung: Die Deutsche Bank braucht nicht weniger als eine kühne und schnelle Generalüberholung. FT (Paywall)

„Letzten Endes profitiert Apple von der Macht der Marke“: Sagt der Berater Markus Krall und hat vermutlich Recht damit. Denn auch wenn „die Macht der Marke“ nicht das ganze Geheimnis sein mag – ein großer Teil davon ist es sicherlich. Wirtschaftswoche

Schöner, leicht provokativer Tweet des Kollegen Godenrath … zu den ziemlich sportlichen Vorgaben, die der Bankenverband der HSH Nordbank macht. Twitter

Wie Fintechs ihre Kräfte bündeln – und den klassischen IT-Dienstleistern im Bankenbereich das Leben schwermachen. FN London

Klickfavorit

… war gestern unser FAQ zu Kreditech: Finanz-Szene.de

Deutschlands führender Banken-Newsletter. Jetzt abonnieren!