14/02/18: Ein „No-Name“ als Dombret-Nachfolger?, Nächste Hammer-Studie, Postbank

No-Name-Politiker soll Andreas Dombret als Banken-Chefaufseher bei der Buba ablösen

Der CDU-Europaparlamentarier Burkhard Balz (Kategorie: „Dieser Politiker ist mir unbekannt“) könnte Andreas Dombret als für Bankenaufsicht zuständiger Bundesbank-Vorstand ablösen – berichtet jedenfalls das „Manager Magazin“. Die Rückendeckung Niedersachsens habe der 48-Jährige bereits, jetzt gehe es noch um das Plazet aus Bremen und Sachsen-Anhalt (wir sparen uns jetzt einfach mal die Erklärung, warum es bei der Besetzung des Postens ausgerechnet auf diese drei Bundesländer ankommt …). Jedenfalls: In der Union gilt Balz als „Finanzfachmann“, auch weil er früher mal Abteilungsleiter bei der Commerzbank war. Das MM spricht ihm die Befähigung für das Amt trotzdem ab. An einer Stelle des Artikels heißt es: „Möglicherweise überschätzt Balz sich. Seine Selbstauskunft, ‚Stationen in Tokio und London‘ hätten ihm ermöglicht, ‚die internationalen Finanzmärkte eingehend kennen zu lernen‘, fußt auf einem vier- beziehungsweise zweimonatigen Praktikum während des Studiums.“

Manager Magazin

News

Wenn Sie heute Morgen die FAZ, Seite 27, aufschlagen … dann wird Ihnen die Hammer-Nachricht begegnen, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr unfassbare 1,21 Milliarden Dollar „eingesammelt“ hätten (was mal eben eine Steigerung von 166 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeute, so die Kollegen). Nun liegt uns nichts ferner, als der altehrwürdigen FAZ irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Als devote Leser allerdings hätten wir uns dann doch eine Erläuterung gewünscht, wie die irre Zahl zustandekommt. Was also tun? Zunächst mal haben wir uns durch die KPMG-Studie „The Pulse of Fintech“ gescrollt, die der FAZ-Meldung offenbar zugrundeliegt. Mit dem Ergebnis, dass sich auch dort keine Erklärung fand (es sei denn, wir haben sie übersehen). Weil es zu spät war,  bei KPMG anzurufen, haben wir uns dann ein paar ältere KPMG-Studien angesehen – und sind in jener für das dritte Quartal 2017 auf den Hinweis gestoßen, dass, wenn wir es richtig verstehen, der Verkauf des bankeneigenen Acquirers Concardis an Bain und Advent mitgezählt wurde. Nun handelt es sich bei Concardis um ein Unternehmen, dessen Wurzeln laut „Wikipedia“ in eine Zeit zurückreichen, in der deutsche Fußball-Nationalspieler Kosenamen wie „schöner Hansi“ trugen – aber warum, bitteschön, soll es damals noch keine Fintechs gegeben haben? Es gibt ja auch heutzutage noch schöne Hansis! Bleibt allerdings eine Frage: Wenn Deutschlands Banken einen Jahrzehnte alten Acquirer an zwei PE-Investoren verkaufen – warum haben deutsche Fintechs dann Geld „eingesammelt“?

Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA besorgt sich frische Liquidität: … und zwar durch den Verkauf zweier Grundstücke in Hongkong im Gesamtwert von 1,7 Mrd. Euro (falls jetzt übrigens irgendein Ketzer auf die Idee kommt zu fragen, ob zwei  Grundstücke in Hongkong heutzutage mehr wert sind als ein 9,2-Prozent-Anteil am größten deutschen Geldinstitut… – nee, der 9,2-Prozent-Anteil von HNA ist immerhin noch 2,4 Mrd. Euro wert, also ein bisschen mehr als zwei Grundstücke in Hongkong). Reuters

Die Postbank hat Ärger mit Google: … weil der US-Konzern Werbebanner des Bonner Geldinstituts unter anderem auf islamistischen Webseiten platziert hatte. Horizont

Exklusiv: Fintech-CEOs appellieren an neuen Finanzminister:  Der beim BMF angedockte „Fintech-Rat“ müsse unbedingt erhalten bleiben – auch wenn das Finanzministerium künftig von der SPD geführt werde (und die Fintechs dadurch einen wichtigen Berliner Fürsprecher verlieren dürften, nämlich den CDU-Finanz-Staatsekretär und „Fintech-Beauftragten der Bundesregierung“ Jens Spahn). Finanz-Szene.de

Beyond .de

Unser Lieblings-Vola-Derivat von der Credit Suisse … hat offenbar das Interesse der SEC auf sich gezogen. Reuters

Lesetipps

„Das größte Trauma der Deutschen Bank“: Aus aktuellem Anlass (Bundesanwaltschaft  verlangt Überprüfung der Freisprüche) zeichnet die „Welt“ nochmal die Blaubank-Kirch-Saga nach. Welt

Neues vom Bitcoin-Irrsinn: In Island (wo aufgrund der günstigen Strompreise besonders viele Krypto-Münzen „geschürft“ werden) könnte der Bitcoin-Stromverbrauch in diesem Jahr den der privaten Haushalte übertreffen. Spiegel-Online

„In banks we trust“: Der Blogger Tobias Baumgarten findet, dass die Banken in ihrem Kampf gegen Fintechs und Gafas stärker mit dem Datenschutz-Argument wuchern sollten. About Fintech

Das „Wall Street Journal“ … widmet sich dem deutschen Robo-Markt. WSJ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Geschichte, was an der Börse passiert, wenn aus einem Kölner Vermögensverwalter ein Super-Duper-Robo-Blockchain-Fintech wird. Finanz-Szene.de