14/02/18: Fintech-Szene appelliert an Olaf Scholz, Hammer-Studie, Bitcoin-Irrsinn

Exklusiv – Appell an neuen Finanzminister: „Der Fintech-Rat muss bleiben“

Was wird aus dem „Fintech-Beauftragten der Bundesregierung“? Und was aus dem „Fintech-Rat“? Das sind aus Finanz-Startup-Perspektive die spannendsten Fragen im Zusammenhang mit der neuen Koalition. Denn: Auch wenn die Position des „Fintech-Beauftragten“ eng mit der Person Jens Spahn verknüpft war – der CDU-Mann bekleidete den Posten dann doch nicht kraft seiner selbst, sondern in seiner Funktion als Finanz-Staatssekretär. Das BMF jedoch (an das auch der „Fintech-Rat“ angedockt ist) fällt in der neuen Koalition an die SPD (bzw. an den designierten neuen Ressortchef Olaf Scholz). Und nun? Klar ist: Die Fintech-Szene hat die institutionelle Verknüpfung mit dem Finanzministerium in den vergangenen Monaten durchaus schätzen gelernt. Und darum verwundert auch nicht, dass sich mehrere prominente Fintech-Vertreter nun im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ für den Erhalt des Gremiums stark machen. Hier die Details:

Finanz-Szene.de

News

Wenn Sie heute Morgen die FAZ, Seite 27, aufschlagen … dann wird Ihnen die Hammer-Nachricht begegnen, dass deutsche Fintechs im vergangenen Jahr unfassbare 1,21 Milliarden Dollar „eingesammelt“ hätten (was mal eben eine Steigerung von 166 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeute, so die Kollegen). Nun liegt uns nichts ferner, als der altehrwürdigen FAZ irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Als devote Leser allerdings hätten wir uns dann doch eine Erläuterung gewünscht, wie die irre Zahl zustandekommt. Was also tun? Zunächst mal haben wir uns durch die KPMG-Studie „The Pulse of Fintech“ gescrollt, die der FAZ-Meldung offenbar zugrundeliegt. Mit dem Ergebnis, dass sich auch dort keine Erklärung fand (es sei denn, wir haben sie übersehen). Weil es zu spät war,  bei KPMG anzurufen, haben wir uns dann ein paar ältere KPMG-Studien angesehen – und sind in jener für das dritte Quartal 2017 auf den Hinweis gestoßen, dass, wenn wir es richtig verstehen, der Verkauf des bankeneigenen Acquirers Concardis an Bain und Advent mitgezählt wurde. Nun handelt es sich bei Concardis um ein Unternehmen, dessen Wurzeln laut „Wikipedia“ in eine Zeit zurückreichen, in der deutsche Fußball-Nationalspieler Kosenamen wie „schöner Hansi“ trugen – aber warum, bitteschön, soll es damals noch keine Fintechs gegeben haben? Es gibt ja auch heutzutage noch schöne Hansis! Bleibt allerdings eine Frage: Wenn Deutschlands Banken einen Jahrzehnte alten Acquirer an zwei PE-Investoren verkaufen – warum haben deutsche Fintechs dann Geld „eingesammelt“?

No-Name-Politiker soll Andreas Dombret ablösen: Der CDU-Europaparlamentarier Burkhard Balz (Kategorie: „Dieser Politiker ist mir unbekannt“) könnte den früheren Investmentbanker als für Bankenaufsicht zuständiger Bundesbank-Vorstand beerben – berichtet jedenfalls das „Manager Magazin“

Deutsche-Bank-Ankeraktionär HNA besorgt sich frische Liquidität: … und zwar durch den Verkauf zweier Grundstücke in Hongkong im Gesamtwert von 1,7 Mrd. Euro (falls jetzt übrigens irgendein Ketzer auf die Idee kommt zu fragen, ob zwei  Grundstücke in Hongkong heutzutage mehr wert sind als ein 9,2-Prozent-Anteil am größten deutschen Geldinstitut… – nee, der 9,2-Prozent-Anteil von HNA ist immerhin noch 2,4 Mrd. Euro wert, also ein bisschen mehr als zwei Grundstücke in Hongkong). Reuters

Die Postbank hat Ärger mit Google: … weil der US-Konzern Werbebanner des Bonner Geldinstituts unter anderem auf islamistischen Webseiten platziert hatte. Horizont

Beyond .de

Unser Lieblings-Vola-Derivat von der Credit Suisse … hat offenbar das Interesse der SEC auf sich gezogen. Reuters

Lesetipps

„Das größte Trauma der Deutschen Bank“: Aus aktuellem Anlass (Bundesanwaltschaft  verlangt Überprüfung der Freisprüche) zeichnet die „Welt“ nochmal die Blaubank-Kirch-Saga nach. Welt

Neues vom Bitcoin-Irrsinn: In Island (wo aufgrund der günstigen Strompreise besonders viele Krypto-Münzen „geschürft“ werden) könnte der Bitcoin-Stromverbrauch in diesem Jahr den der privaten Haushalte übertreffen. Spiegel-Online

„In banks we trust“: Der Blogger Tobias Baumgarten findet, dass die Banken in ihrem Kampf gegen Fintechs und Gafas stärker mit dem Datenschutz-Argument wuchern sollten. About Fintech

Das „Wall Street Journal“ … widmet sich dem deutschen Robo-Markt. WSJ (Paywall)

Klickfavorit

… war gestern die Geschichte, was an der Börse passiert, wenn aus einem Kölner Vermögensverwalter ein Super-Duper-Robo-Blockchain-Fintech wird. Finanz-Szene.de