14/11/18: Vom DSGV zur Fintech-Chefin, Der Crash der Aareal-Aktie, Georg Funke ist tot

Exklusiv: Langjährige Sparkassen-Funktionärin wird Chefin des Berliner Fintechs Kontist

Natürlich, es gibt sie noch, die Vordertaunus-Goldknöpfchen-Banker auf der einen Seite und die Turnschuh-Fintech-Twens auf der anderen. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass die Grenzen zwischen alter und neuer Finanzwelt zunehmend verschwimmen. So werden einige der spannendsten Fintechs des Landes (Solaris, Elinvar, Scalable) ganz selbstverständlich von Ex-Bankern geführt, während umgekehrt zum Beispiel die DKB neuerdings den Digitaljünger und früheren Paypal-Deutschland-CEO Arnulf Keese auf ihrer Payroll weiß. Offizieller Titel: „Chief Digital Officer“. Inoffizieller Titel: „Chefprovozierer für den öffentlich-rechtlichen Bankensektor“. Alles völlig normal also? Einerseits ja. Andererseits: Als wir dieser Tage rascheln hörten, dass mit Sibylle Strack ausgerechnet eine langjährige Sparkassen-Funktionärin Chefin des aufstrebenden Berliner Fintechs Kontist werden soll – da dachten wir für einen Moment: Huch, das kommt überraschend. Lesen Sie hier, warum die Personalie so sehr dann aber doch nicht überrascht: Finanz-Szene.de

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News

Als Felix Hufeld neulich in einem „Handelsblatt“-Interview mehr oder weniger explizit vor einer Kreditblase warnte, da gingen die meisten Auguren ganz selbstverständlich davon aus, der Bafin-Chef habe neben dem Firmenkundengeschäft (um das es ausdrücklich ging) die private Immobilienfinanzierung gemeint. Das Wörtchen „private“ allerdings kam in Hufelds Ausführungen gar nicht vor, sodass man fragen darf, ob der oberste deutsche Finanzaufseher nicht (auch) auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung rekurriert haben könnte. Wie wir drauf kommen? Ach ja: Die Aareal Bank hat gestern mitgeteilt, dass sie das Neugeschäftsziel für dieses Jahr auf 8 bis 9 Mrd. Euro (bislang: 7 bis 8 Mrd. Euro) hochschraubt. Reuters

Wo wir schon mal beim Thema sind: Die Aareal-Aktie ist gestern Vormittag um bis zu 7% gecrasht, was freilich nicht am Neugeschäftsziel lag, sondern daran, dass der Wiesbadener Immobilienfinanzierer beim Zinsüberschuss schwächelt (siehe Artikel in der „Börsen-Zeitung“, Paywall). Was wir in diesem Zusammenhang bemerkenswert finden: Seit ihrem 12-Monats-Hoch am 24. April ist die Aareal-Aktie um 27,5% eingebrochen. Das ist quasi genauso viel wie im gleichen Zeitraum die arg geschröpfte Deutsche Bank (27,6%) und sogar deutlich mehr als im gleichen Zeitraum die Commerzbank (22,3%). Haben Sie das gewusst? Hat uns hier überrascht.

Eigentlich läuft ja alles ganz prima für N26: Die internationale Expansion schreitet voran (auch wenn es in den USA und UK ein wenig ruckelt), die Neukundenzahlen sind imposant, und angeblich dauert es mit der Profitabilität ja auch nicht mehr lang. Irgendwelche ernsthaften Probleme? Ja, vielleicht: Wenn man verfolgt, was die beiden Londoner Konkurrenten Monzo und Revolut so machen, dann stellt sich die Frage, ob N26 auf internationaler Ebene womöglich Gefahr läuft, irgendwann mal „ausgefundet“ (sagt man das so?) zu werden. Denn nur wenige Tage nach dem Aufstieg Monzos zum Unicorn lesen wir jetzt, dass der japanische Megainvestor Softbank und andere Geldgeber angeblich mit umgerechnet 500 Mio. Dollar bei Revolut einsteigen wollen. City A.M.

Und, ach ja, apropos – siehe ganz oben – Banker, die bei Fintechs anheuern: Das börsennotierte Frankfurter KMU-Finanzierungs-Startup Creditshelf hat einen neuen CFO. Er heißt Fabian Brügmann und kommt von der Commerzbank. DGAP

Und noch ein paar Kurzmeldungen:

  • Das Berliner Bonitäts-Fintech Bonify hat einen Investmentarm der spanischen Santander als Geldgeber gewonnen, sagt jedoch nichts zur Höhe der neuen Funding-Runde. Pressemitteilung (PDF) 
  • Wird bei der Deutschen Bank das Kapital wieder knapp? Reuters
  • Bei Berenberg werden offenbar auch in der IT Stellen abgebaut. Bloomberg
  • Der frühere HRE-Chef Georg Funke ist tot. Süddeutsche Zeitung

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Linktipps

Warum die vielbeschworene „Super-Landesbank“ nicht auf einen Schlag entstehen wird: … die Idee als solche aber sinnvoll erscheint, genauso übrigens wie eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank, aber (!) im Gegensatz zu grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen. So jedenfalls der Kollege Braunberger von der FAZ.

„Wir glauben an Zusammenarbeit als Motor für Innovation“: Wie der Fintech Hub Frankfurt sich selber sieht.  Gründer-Wiwo

Auch die esoterischsten Bafin-Merkblätter werden bei „Finanz-Szene.de“ konsequent verlinkt. Der Titel diesmal: „Orientierungshilfe zu Auslagerungen an Cloud-Anbieter“. Bafin.de (PDF)

Klickfavorit

… war gestern die Payment-Odyssee des „Capital“-Journalisten Christian Kirchner. Capital

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