14/12/18: Coco-Wahnsinn bei der Dt. Bank, Großsparkasse kappt jede 2. Filiale, HVB-Scoop

Exklusiv: Auch die letzten Anteile einer deutschen Bank an einem hiesigen Top-Fintech sind verkauft

Heißt es nicht immer, Banken und Fintechs würden zusammenwachsen? Nun: Was die direkten Beteiligungsverhältnisse angeht, gilt das nicht unbedingt. Denn nach Recherchen von „Finanz-Szene.de“ hat die Hypo-Vereinsbank ihren zuletzt noch knapp 4% schweren Anteil am Berliner Fintech-Inkubator Finleap veräußert – nachdem die Münchner zuletzt schon aus der Solarisbank ausgestiegen waren. Damit ist bei den deutschen Top-10-Fintechs keine einzige deutsche Bank mehr investiert. Eigentlich schade. Denn: Hätte sich, sagen wir, für die Deutsche Bank nicht eines Tages ein strategischer Mehrwert ergeben können, wenn sie, sagen wir, an Auxmoney oder Deposit Solutions beteiligt wäre? Gilt natürlich auch umgekehrt: Wenn die Fintech-Jungs ihr „Mein Haus, meine Yacht, mein Investor“-Spiel spielen, geben sie gern mit irgendwelchen Peter Thiels, New Yorker Private-Equity-Buden oder kaukasischen Spezialversicherern an. Wer dagegen die Commerzbank im Cap Table hat – gilt als uncool. Bloß: Ist cool immer sinnvoll? Finanz-Szene.de (Archiv-Artikel zur Fintech-Politik der HVB)

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News

Kürzlich hatten wir Ihnen – auf Basis eigener Schlussfolgerungen – erzählt, dass die Sparkasse Düsseldorf zwischen 2015 und 2020 exakt 37,5% ihrer Filialen dichtgemacht habe bzw. dichtmachen wolle: Dann machte uns ein wacher Leser allerdings darauf aufmerksam, dass wir die  jüngste Pressemitteilung der Instituts falsch interpretiert hätten. Denn: In die dort genannten 40 Filialen sind auch acht sogenannte mobile Niederlassungen eingerechnet (also der berühmte Sparkassen-Bus …). Zieht man diese acht „Filialen“ ab, was zweifelsohne Sinn macht, dann kommt man auf eine Entwicklung von 64 Filialen (so der im Archiv aufgespürte Ausgangswert von 2015) auf nur mehr 32 Filialen (so der Zielwert für 2020). Macht ein Minus von 50% innerhalb von fünf Jahren. Wir wissen nicht, ob das beispiellos ist. Aber krass ist es allemal.

Wie die Erbsenzähler haben wir zuletzt den Verfall der Deutschen-Bank-Aktie (einhergehend mit einem Verfall der Marktkapitalisierung und einem Verfall des Kurs-Buch-Werts …) beschrieben: Falls Ihnen das noch nicht eindringlich genug war, wollen wir Sie heute noch auf den Kollegen Zschäpitz von der „Welt“ verweisen. Der hat sich nämlich (wo wir auch drauf hätten kommen können …) mal angeschaut, wie die „Coco-Bonds“ genannten speziellen Hybrid-Anleihen des wichtigsten deutschen Geldhauses momentan rentieren. Antwort: 11,9% (verglichen mit einem Kupon von 6% und verglichen damit, dass dieselben Papieren z.B. der BNP Paribas zzt. mit einer Rendite von 4,6% daherkommen). Im Ringen würde man von „griechisch-römischem Stil“ sprechen. Die Welt 

Und der Ärger für die Deutsche Bank reißt nicht ab: Zwei demokratische Senatoren fordern den Bankenausschuss des US-Senats auf, wegen des jüngsten Geldwäsche-Verdachts rund um die Blaubank (konkret geht es um den Danske-Komplex) Ermittlungen aufzunehmen; parallel drohe dem Geldhaus auch Ungemacht im Repräsentantenhaus, schreiben US-Medien. Kein Wunder, dass die Mini-Rally der Deutschen-Bank-Aktie (sie schoss gestern Früh zunächst auf 8,21 Euro, was tagesübergreifend ein Plus von mehr als 10% bedeutete) schon wieder vorbei ist. Schlusskurs: 7,86 Euro. Reuters

Ein eigentlich wohlmeinender Artikel des „Handelsblatts“ über den N26-Rivalen Revolut (Kernaussage: „Revolut will zum Amazon des Bankings werden“) könnte gestern ausgerechnet bei N26 für Freude gesorgt haben. Denn: Vergleicht man den aktuellen Artikel mit dem bis dato letzten Artikel (Kernaussage: „Revolut wird zum Bankenschreck“, HB, Aug. 2018)  und dem bis dato vorletzten (Kernaussage: „Gründer will Revolut zum Amazon des Bankings machen“, HB, Nov. 2017), dann zeigt sich, dass die Briten ihren selbst gesteckten Zielen in Wirklichkeit deutlich hinterherhecheln. Zumal: Stimmt die gestern überall verbreitete Meldung, Revolut habe nun eine Banklizenz, überhaupt? Oder anders gewendet: Ist N26 am Ende vielleicht die bessere (weil solider gebaute) Challenger-Bank? Unser „Kurz gebloggt“: Finanz-Szene.de

Kurzmeldungen: Die EZB beendet ihr QE-Programm, allerdings auch nicht so richtig (FAZ) +++ KfW-Chefvolkswirt Zeuner (der diese Woche ja schon Thema war bei uns) wechselt zu Union Investment (Institutional Money) +++ Täuscht der Eindruck, oder hat das Internationale Bankhaus Bodensee einen ganz schönen Manager-Verschließ? (Private Banking Magazin) +++ In unserer damals dritten Ausgabe hatten wir den maroden Zustand der Aachener Bausparkasse enthüllt. Nun, 16 Monate später, wird sie von Wüstenrot übernommen (Wiwo) +++ Glaubt man seinem Twitter-Account, hat der frühere Kreditech-Produktchef Ricardo Vidal beim vermeintlichen Berliner Unicorn-Insurtech Wefox angeheuert (Twitter)

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Linktipps

Nachdem die beiden Onboarding-Gastbeiträge von Sascha Dewald letzte Woche so herausragend geklickt wurden, sollte man vielleicht nicht unerwähnt lassen, dass diese Woche der Schweizer Bankensoftware-Hersteller Temenos für satte 245 Mio. Dollar den US-Onboarding-Spezialisten Avoka übernommen hat. FuW

Aus aktuellem Anlass wollen wir für die neu hinzugekommenen Leser noch mal Hans Kraus` Gastbeitrag „Die vier nicht-validen Prämissen einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank“ verlinken. Der Artikel ist inzwischen zwar drei Monate alt. Aber ist irgendeine der Prämissen in der Zwischenzeit valider geworden? Finanz-Szene.de

Bei „Finanz-Szene.de“ haben wir uns ja bedauerlicherweise angewöhnt, viel über die DWS zu lästern. Dabei zeigt der Blick über die Grenzen, dass es bei anderen gelisteten europäischen Asset-Managern Pi mal Daumen auch nicht besser aussieht. Twitter

Ist die Zusammenarbeit der Fintech Group mit der österreichischen Post wirklich an Bedenken der Aufsicht gescheitert? Wirklich glaubwürdig war diese Lesart nie. Insofern ist es begrüßenswert, dass das Springer-Magazin „Bilanz“ (dass den Deal zunächst euphorisch gefeiert hatte) nun eine 180-Grad-Wende hinlegt und eine plausible Begründung liefert, warum der Deal wirklich geplatzt sein dürfte. Nämlich: Die Investoren der Fintech Group haben in dem Schritt womöglich schlicht keinen Sinn gesehen. Bevor Sie jetzt aber auf den Artikel klicken, noch ein Warnhinweis: Bitte lesen Sie nur die ersten sechs Absätze des Artikels und ignorieren Sie die verbleibenden sechs. Die sind Müll. Bilanz

Klickfavorit

… war gestern der BdB/HSH-Tweet der BÖZ-Kollegen Björn Godenrath. Twitter

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