15/02/18: Real existierende Sparkassen-Welt, Finleap launcht nächstes Banken-Fintech, Zinsschraube

Exklusiv: Finleap startet sein nächstes Banken-Fintech – und visiert nun das KMU-Geschäft an

Der größte deutsche Fintech-Inkubator Finleap bringt gut zwei Jahre nach dem Launch der Solarisbank  sein nächstes Banking-Startup an den Markt. Das hat Managing Director Matthias Lange im Exklusiv-Interview mit „Finanz-Szene.de“ verraten. Bei der „Infinitec Solutions“ getauften Firma handelt es sich um einen B2B-Anbieter, der Banken und andere Finanzdienstleister bei der Digitalisierung ihres Firmenkunden-Geschäfts unterstützen soll.  Mit mehreren Instituten sei man in der Pilotphase, demnächst würden die ersten Partner offiziell livegehen, sagte Lange. Namen wollte er noch nicht verraten. Infinitec ist das mittlerweile 14. Startup des Berliner Company Builders – und markiert in gewisser Hinsicht eine Rückkehr zu den Wurzeln. Denn: Zuletzt hatte sich Finleap deutlich vom Banking wegbewegt und stattdessen ein Insurtech namens Element und ein Cyber-Security-Startup mit dem Namen Perseus auf den Weg gebracht. Mit Infinitec wollen die Berliner nun beweisen, dass sie auch im klassischen Fintech-Bereich weiterhin zu den Innovationsführern gehören. Lesen Sie hier alle Details (darunter auch, welcher Ex-Deutschbanker das neue Venture führen wird).

Finanz-Szene.de

News

So sieht die real existierende Sparkassen-Welt im Jahr 2017 aus (und zwar am Beispiel von Westfalen-Lippe): Nur noch 45 Prozent der Kunden kommmen in die Filiale, vier Prozent aller Stellen wurden gestrichen, 70 Filialen machten dicht, die Kontogebühren steigen weiter, und die Kunden ertränken die Institute allmählich mit ihren Einlagen. NRZ, WDR, dpa/Welt

Die NRW-Sparkassen entdecken, dass es da draußen ja womöglich tatsächlich so etwas ähnliches wie Synergieeffekte geben könnte … und denken nun doch wieder über eine Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland nach. Handelsblatt

Banken versuchen beim Baugeld höhere Zinsen durchzusetzen: So hat die Deutsche Bank ihren effektiven Zinssatz bei zehnjähriger Bindung zunächst von 1,34 % auf 1,4% und nun sogar auf 1,5% erhöht, manche Sparkasse ist sogar schon bei über 1,6% angelangt. FAZ, Seite 25

Die Deutschen zahlen immer noch am liebsten bar, aber immer öfter auch mit Karte: Zu dieser Erkenntnis wären die Bundesbank-Volkswirte vermutlich auch gekommen, wenn sie sich eine Viertelstunde in den Edeka von Frankfurt-Dornbusch gestellt hätten – stattdessen ist eine 80-Seiten-Studie draus geworden. Studie (PDF), Barkow (Grafik zur Verdreifachung des Cash-Umlaufs binnen anderthalb Jahrzehnten)

Wenn wir es richtig verstehen, ist der Börsengang der Essener Immobilien-Firma Instone gestern ziemlich enttäuschend verlaufen … lesen Sie hier, letzter Absatz, wer die Konsortialbanken waren, die offenbar dachten, diese Woche einen IPO durchzuziehen, sei eine gute Idee (kleiner Tipp: eine deutsche Bank mit blauem Logo ist auch darunter): Property Magazine 

Visa investiert in deutsches Payment-Fintech: … genauer gesagt in ein offenbar ganz gewieftes Münchner B2B-Startup namens Payworks, das insgesamt beachtliche 14,5 Mio. Euro einsammelte (wovon ein Teil von der Commerzbank kommt). Soweit wir das sehen, ist es das erste Investment einer der großen Kreditkartenfirmen bei einem hiesigen Fintech. Gründerszene, Handelsblatt (Paywall)

Und das hier ist der nächste Deutschland-Chef von Klarna: Robert Bueninck, bislang in selber Position für das Niederlande- und Belgien-Geschäft des schwedischen Payment-Riesen zuständig. Pressemitteilung

Nachtrag: In der großen Tabelle zu den Personalkosten bei Deutschlands Banken letzte Woche hatten wir versäumt, bei der HVB den Zusatz VKÄ („Vollkräfteäquivalent“) zu vermerken. Das ist mittlerweile nachgeholt. Sorry nach München. Finanz-Szene.de

Beyond .de

Suchen Sie sich aus, welcher Aspekt in Sachen Credit Suisse Sie am meisten interessiert: … was Herr Thiam zum Zwei-Milliarden-Dollar-an- einem-Nachmittag-vernichtet-Volo-Derivat-Debakel sagt (FT / Paywall) … der Milliardenverlust durch die Trump’sche Steuerreform (NZZ) … oder der immer offenkundigere Wandel von der Investmentbank zum Wealth Manager.  (FT Lex / Paywall)

Lesetipps

Wie groß ist das 944-Mrd. Euro-Problem wirklich? Die Kollegen von „Bloomberg“ haben sich mal etwas näher mit den Non-Performing-Loans-Statistiken befasst. Bloomberg

Ist der Bitcoin öko? Leser H., als Geschäftsführer einer bodenständigen Fondsboutique wilder Krypto-Fantasien unverdächtig, schreibt uns, dass er unseren „Daily-Fin-Tratsch-Newsletter“ eigentlich sehr schätze, er sich aber einen etwas positiveren Blick auf den Bitcoin wünsche. Dazu schickte er folgenden Link: Bloomberg

Hat es die Tulpen-Blase nie gegeben? Das zumindest behauptet eine gewisse Anna Goldgar, und die müsste es eigentlich wissen, denn sie ist Geschichtsprofessorin. The Conversation

Forbes kürt seine 50 Fintechs des Jahres: … und aus Deutschland ist keines dabei, dafür aber gleich zwei aus Amsterdam (wobei man sagen muss: abgesehen von den beiden niederländischen und ein paar britischen Fintechs ist die Liste extrem US-zentriert). Forbes

Klickfavorit

… (oder sagen wir besser: der am wenigsten schlecht gelesene Artikel) war gestern der Fintech-Appell an den neuen Finanzminister. Finanz-Szene.de

3500 Abonnenten, 57 Prozent „Open Rate“

Mit dem heutigen Tag ist „Finanz-Szene.de“ ein halbes Jahr am Markt. Okay, netto ein bisschen weniger, weil wir uns nach Weihnachten eine ausgedehnte Pause gegönnt haben – aber sei’s drum, trotzdem ein guter Zeitpunkt für eine kurze Zwischenbilanz. Also: Anfang der Woche haben wir die Marke von 3500 Abonnenten geknackt, vergangene Woche hatte der Newsletter zudem dank einer Öffnungsrate von 60 Prozent erstmals mehr als 2000 Leser an einem Tag. Die durchschnittliche „Open Rate“ liegt allerdings etwas niedriger, nämlich bei 56,7 Prozent. Die Zuwachsraten? Weiterhin rund 150 neue Abonnenten pro Woche. Noch ein Satz zur Leserschaft: Fast ausschließlich B2B, vor allem Leute, die sich in mehr oder weniger verantwortlicher Position darum kümmern, wie Banking in zwei bis fünf Jahren aussehen wird. Sonst noch was? Kürzlich hat uns eine nette junge Frau ein Analyse-Tool für unsere maximal stiefmütterlich behandelte Website installiert. Resultat: Die Tage hatten wir erstmals mehr als 3000 „Page Views“ an einem Tag, sonst scheinen es eher so 1500 bis 2000 zu sein.

Und noch eine Bitte: Das Marketingbudget liegt immer noch bei null Euro, entsprechend abhängig ist „Finanz-Szene.de“ davon, dass das mit  dem  Mund-zu-Mund auch weiterhin so fantastisch funktioniert wie in den ersten sechs Monaten. Scheuen Sie sich also nicht uns  zu empfehlen. Der einfachste Weg: Leiten Sie den heutigen Newsletter an ein paar Kollegen und Geschäftspartner weiter. Die brauchen sich dann einfach nur unter diesem Link hier anzumelden:  Das Angebot ist weiterhin kostenlos. Besten Dank!