15/06/18: ING Diba wirft Clark raus, Solarisbank vs. N26, Das Digital-Manifest der Bafin

Das Digital-Manifest der Bafin: Was, wenn die Bigtechs die Banken plattmachen?

Die Finanzaufsicht Bafin prophezeit für die kommenden Jahre einen brutalen Kampf um die Schnittstelle zum Kunden: „So mancher etablierten Bank (…) droht bei einem Markteintritt der Bigtechs, viel Ertragspotenzial und vor allem die Kenntnis über ihre Kunden (…) verloren zu gehen“, sagte Behördenchef Felix Hufeld dieser Tage laut Manuskript bei einer Grundsatzrede in Bochum. „Insbesondere die kleineren und mittleren Kreditinstitute, die sich nicht selbst zu einer Plattform weiterentwickeln können, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren.“ Manche Banken hält Hufeld in der jetzigen Form offenbar für nicht dauerhaft überlebensfähig.  Wörtlich sagte er: „Für einige dieser Unternehmen könnte nur die Rolle als hochfokussierter Spezialanbieter übrig bleiben.“ Interessanterweise deutete der Bafin-Chef an, dass die Aufseher sogar aktiv in den Wettbewerb eingreifen könnten, um die Banken vor der aufziehenden Macht von Technologiekonzernen und Vergleichsplattformen zu schützen: „Als Aufseher sollten wir  durchaus darauf achten, dass kein Marktteilnehmer in einer Plattformökonomie von vornherein diskriminiert wird.“ Finanz-Szene.de (die wichtigsten Passagen); Bafin (das komplette Manuskript), Börsen-Zeitung (Hufeld-Interview)

Sponsored Content

SRC bestätigt PSD2-Konformität von Transakt

Nach einer intensiven Evaluierung haben die IT-Experten der  Security Research & Consulting GmbH (SCR) die PSD2-Konformität von Transakt bestätigt.  Transakt ist die neue Mobile-Banking-Lösung des internationalen Software-Unternehmens Entersekt. Dank neuester Sicherheitstechnologie ermöglicht Transakt das Auslösen einer Transaktion und die anschließende sichere 2-Faktor-Authentifizierung über ein und dasselbe Mobilgerät – und sogar mit einer einzigen App. „Transakt kann als State-of-the-Art-Lösung betrachtet werden, die hinsichtlich Design und Technologie weithin akzeptierte Best Practices der Branche verwendet“, so SRC. Transakt schützt weltweit bereits 150 Mio. Transaktionen pro Monat. Es kann problemlos in jede Mobile-Banking-App als sichere, komfortable und PSD2-konforme Authentifizierungslösung integriert werden. Erfahren Sie mehr

News

Der Kollege Wittkowski von der „Börsen-Zeitung“ hat der ING Diba eine sehr naheliegende Frage gestellt – und offenbar eine spektakuläre Antwort erhalten: Die Frage lautete sinngemäß, was jetzt, wo die größte deutsche Onlinebank eine weitreichende Vertriebskooperation mit der Axa-Versicherung geschlossen hat (siehe unser gestriger Newsletter), eigentlich aus der Zusammenarbeit mit dem Online-Makler Clark wird. Und die Antwort? Die ING Diba hat Clark, um  es in den Worten des Kollegen Wittkowski auszudrücken, angeblich „den Laufpass gegeben“. Wenn das wirklich stimmen sollte, wäre das in unseren eigenen Worten  ausgedrückt ein ziemlicher Hammer – zumal Clark ja nicht das einzige prominente deutsche Fintech ist, das bei der Kundengewinnung stark auf die ING Diba setzt(e), stimmt’s, liebe skalierbare Freunde aus München? Börsen-Zeitung (Paywall)

… um den Gedanken noch ein wenig weiterzuspinnen: Welche Lehren lassen sich aus dem Präzedenzfall  ING Diba/Clark (immer vorausgesetzt, was die „BÖZ“ schreibt, stimmt …) für all die anderen Banken-Fintech-Kooperationen hierzulande ziehen? Einfache Frage: Wem gehören die Kunden, wenn solche Beziehungen in die Brüche gehen (#Sorgerecht)? Oder, ganz andere Frage: Was hat so eine Bank eigentlich davon, wenn sie einem Fintech hilft großzuwerden (wir denken hier z.B. an die DZ Bank, die dem schwedischen Payment-Startup iZettle einst den Weg nach Deutschland ebnete …)  – und dann wird aus dem Startup schließlich ein Unicorn, das von einem der „Bigtechs“ (um es in der Terminologie Felix Hufelds auszudrücken) geschluckt wird? Denn: iZettle wird demnächst ja voraussichtlich zu Paypal gehören. Hat sich die DZ Bank damals zumindest ein paar Anteile von iZettle geben lassen, die sie jetzt versilbern könnte? Wir fürchten: nein. Und, noch eine beliebte Bigtech-Frage: Wem gehören in solchen Fällen eigentlich am Ende wessen Daten?

So, und dann noch eine Meldung aus der nicht nur extrem unübersichtlichen, sondern vor allem auch immer promiskuitiveren neuen deutschen Finanzwelt: Die polnische Alior-Bank (also eine jener Banken aus der Irgendwie-schon-mal-gehört-aber-scheinbar-nicht-wirklich-relevant-Kategorie) tut sich mit der Berliner Fintech-Bank Solaris, mit der Weltsparen-Mutter Raisin sowie mit Mastercard zusammen, um bereits im vierten Quartal dieses Jahres eine „paneuropäische Direktbank“ zu gründen, deren Fokus zunächst einmal auf dem deutschen Markt liegen soll. Als Krawall-Newsletter Ihres Vertrauens würden wir die News normalerweise nutzen, um jetzt den Showdown zwischen der Solarisbank und N26 herbeizuschreiben. Aber vielleicht belassen wir es stattdessen lieber bei folgender Interpretation: Da draußen macht inzwischen wirklich jeder mit jedem rum (#Kommune-Banking2.0) – und niemand weiß, was draus wird. Website der neuen Bank

Gibt es eigentlich auch noch klassische Banken-News? Ja, wobei: Auch diese Nachrichten lassen sich offenbar nicht mehr lesen, oder dass man völlig den Glauben verliert. Denn: Die HSH Nordbank  hat gestern allen Ernstes angekündigt, wieder in die Schiffsfinanzierung einzusteigen. Und zwar nicht nur in homöopathischen  Dosen, sondern immerhin mit 700 Mio. Euro jährlich. Nun mag dieser Schritt betriebswirtschaftlich ja durchaus sinnvoll sein, von wegen Preisverfall und Opportunität etc. pp. Eine andere Frage ist allerdings, welches politische Signal von so einer Meldung ausgeht. Denn war es nicht ausgerechnet die HSH Nordbank, die vom Steuerzahler v.a. wegen verheerender Schiffsengagements mit 15 Mrd. Euro (20 Mrd. Euro?) gerettet werden musste – nur um jetzt, gepimpert von der Sparkassen-Einlagensicherung und unter der künftigen Ägide eines Finanzinvestors, der sich „Höllenhund“ nennt, weiterzumachen, als wäre nichts gewesen? Reuters

Und nochmal HSH Nordbank: Laut „Reuters“ lag der Vorsteuerverlust (wobei, welche Steuer?) in Q1 bei 60 Mio. Euro. Rtr/Wiwo

Und einmal DWS, bitte: Mittelabflüsse im April? 766 Mio. Euro. Fondsprofessionell

Und das Fintech-Funding des Tages: 6 Mio. Euro für Nextmarkets aus Köln. Gründerszene

Und auch wenn die Leser unserer „Global Edition“ jetzt die Nase rümpfen werden – aber: Dürfen wir Sie am Ende unserer News-Rubrik noch mit ein bisschen Hamburger Lokalkolorit behelligen? Und zwar: Herrliche Geschichte, wie der Ex-Haspa-Manager Thomas Piehl als neuer Chef der Sparkasse Holstein erst einmal seinem früheren Arbeitgeber ans Bein gepinkelt hat, weil sich die Haspa nämlich angeblich in seinem Sprengel ausbreitet. Von wegen Verletzung des Regionalprinzips oder so ähnlich. Mag jetzt nicht irre relevant sein. Haben wir aber mit Freude gelesen: Hamburger Abendblatt

Linktipps

Dass die EZB gestern angekündigt hat, ihre Anleihekäufe auslaufen zu lassen, werden Sie ja vermutlich mitbekommen haben – hier eine Interpretation, was der Schritt bedeuten könnte (und was nicht). Bloomberg

Über die sehr grundsätzliche Bedeutung der „Causa Kwitt“: Wie weit werden sich die Sparkassen und die Volksbanken in den kommenden Jahren annähern (müssen). Finletter

Aus aktuellem Anlass: Eine Übersicht über die Challenger-Banken (wobei die polnisch-paneuropäische Aioli-Apriori-Bank noch nicht aufgelistet zu sein scheint): Paymentandbanking

Was heißt es, eine große Bank zu digitalisieren? Der scheidende DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch hat sich zu dieser Frage dieser Tage sehr Hufeld-Keynote-mäßig geäußert. DZ-Website

Und wo wir jetzt eh schon beim Thema sind: Hier noch wie immer freitags die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs.

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter kurz, prägnant und verlässlich recherchiert ist. Und weil er jeden Morgen genau die Themenfelder abdeckt, mit denen ich mich einen wesentlichen Teil meines restlichen Tages beschäftige.“

Ronald Slabke ist CEO von Hypoport – und einer von mittlerweile mehr als 6500 Abonnenten

Klickfavorit

… war gestern unser Scoop über den Fehlstart des „Zukunftsfonds“. Finanz-Szene.de