15/11/18: War’s das mit der Super-Landesbank?, Wirecards Bankschulden, Die Buba-Warnung

Quartalszahlen: Wirecards Bankschulden belaufen sich inzwischen auf rund 1,3 Mrd. Euro

Kann es sein, dass die Wirecard-Investoren inzwischen ein bisschen zu verwöhnt sind? Um bis zu 7,5% brach die Aktie des Dax-Neulings gestern ein – und das, obwohl die am Morgen veröffentlichten Q3-Zahlen eigentlich ganz hervorragend aussehen: Die Prognose fürs Gesamtjahr wurde abermals angehoben (auf 550-570 Mio. Euro Ebitda), zudem erwartet das Management für 2019 eine „starke Beschleunigung des  Geschäfts“. Reicht das nicht? Was derweil auffällt: Wirecards Wachstum zeigt sich nicht nur bei den Gewinnen, sondern auch in anderen Bilanzpositionen. So stiegen die „verzinslichen Verbindlichkeiten“ (vulgo: die Bankschulden) trotz üppigen Cashflows seit Jahresbeginn um 23% auf nunmehr rund 1,3 Mrd. Euro. Wer die kreditgebenden Banken sind? Weiß man nicht. Jedoch tauchte das Wirecard-Logo neulich in einer „Wholesale“-Präsentation der ING Diba auf. Und Commerzbank-Chef Zielke sagte letzthin ja den schönen Satz: „Wirecard ist einer unserer Kunden!“ Quartalsbericht (PDF)

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News

Scheitern die Pläne für eine Super-Sparkassen-Landesbank schon an der allerersten Hürde? Wie die „dpa“ berichtet, droht die Helaba mit einem Rückzug aus dem Bieterwettstreit um die NordLB. Hintergrund sind demnach Querelen mit den niedersächsischen Sparkassen. Diese seien nämlich – anders als von der Helaba gefordert – weder bereit, sich an einer Kapitalerhöhung für die angeschlagene Hannoversche Landesbank zu beteiligen, noch in eine Haftungsgemeinschaft mit den Hessen einzuwilligen. Mag sein, dass es sich um das übliche Geklingel bei solcherlei Verhandlungen handelt. Allerdings zeigt der Fall, wie fragil die Idee einer Super-Sparkassen-Landesbank (an der sich neben der Helaba und der NordLB ja auch noch die LBBW, die Deka und die Berlin Hyp beteiligen sollen …) ist. dpa, Handelsblatt (Paywall)

Die Bundesbank malt in ihrem gestern veröffentlichten Finanz-(In-)Stabilitätsbericht ein Gemälde des Schreckens, das grob gesagt wie folgt aussieht: Die Konjunktur bricht ein, die Kreditausfälle steigen (bzw. sie explodieren), die Risikokosten nehmen zu (bzw.: sie explodieren), und wenn dann zu allem Überfluss auch noch die Zinsen und also die Refikosten steigen (bzw. explodieren), na dann prost Mahlzeit. Ist natürlich kein Gemälde, das andere nicht auch schon gepinselt hätten. Aber wenn’s die Bundesbank tut, dann erschrickt man halt doch kurz. Börsen-Zeitung, Buba-Bericht im Original (PDF).

Was macht Paydirekt? Wie der gute, alte Platow-Brief berichtet, drohen einige kleinere Gesellschafter, bei der geplanten Kapitalerhöhung außen vor zu bleiben. Zwar habe die Geschäftsführung dieser Tage noch einmal für die angeblich bis zu 300 Mio. Euro schwere Maßnahme getrommelt, zu einer Einigung sei es aber nicht gekommen.

Für angeblich 70 Mio. Euro ging das Berliner Payment-Startup Billpay Anfang vorigen Jahres an das schwedische Unicorn Klarna … nun feiert Billpay-Gründer Nelson Holzner (nach einem sehr kurzen Intermezzo als CEO des Diebold-Nixdorf-Konzern-Fintechs Aevi)  sein Comeback, wie er dieser Tage im Gespräch mit „Finanz-Szene.de“ verriet. Die neue Firma heißt Modifi und will digitale Handelsfinanzierungen für international tätige KMUs anbieten. „Die Kreditentscheidungen werden in der Regel binnen 48 Stunden fallen“, kündigt Holzner an. Modifi ist zum Start nach eigenen Angaben mit rund 3 Mio. Euro EK ausgestattet, als Bankpartner fungiert die Berliner Solarisbank. Wer noch mehr Details braucht, für den gibt es hier Auszüge aus der Pressemitteilung: Finanz-Szene.de

Und noch drei Kurzmeldungen: Die Deutsche Börse strebt größere Übernahmen an (Reuters, Handelsblatt/Paywall); die Deutsche Bank hat ihr Renditeziel für 2019 bekräftigt (Reuters); und die NordLB steht angeblich vor dem Verkauf eines 2,5 Mrd. Euro schweren NPL-Pakets an Cerberus (Welt, Handelsblatt/Paywall).

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Linktipps

Was macht das Kasseler Fintech Fino da eigentlich inzwischen alles jenseits seines Kernprodukts (sprich: jenseits des Kontowechselservices)? Darüber hat „Gründerszene“ mit Lena Justen, Mitgründerin der „Fino Create GmbH“, gesprochen. Gründerszene

Diese Woche will die Hamburger Smartphone-Bank Tomorrow (das ist grob gesagt das N26 für Ökos) nun endlich an den Start gehen: Was genau die Kunden erwartet, erzählt Gründer Jakob Berendt im Interview mit „Handelsblatt Orange“ (das ist grob gesagt die „FAZ“ im Bravo-Style).

Die Tausendsassas (Tausendsassen?) von „Paymentandbanking“ … haben ihren Überblick über die Kooperationen zwischen Banken und Fintechs hierzulande aktualisiert (und erweitert). PAB

Die Bank of America hat inzwischen mehr als 50 Blockchain-Patente angemeldet (und damit mutmaßlich mehr als jedes andere Geldinstitut auf dieser Welt). Bloß: Was macht sie jetzt damit? Cointelegraph

Klickfavorit

… war gestern unsere Exklusivgeschichte über die frühere Sparkassen-Funktionärin Strack, die Chefin des Fintechs Kontist wird. Finanz-Szene.de

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