16/02/18: Zahlen zur Solarisbank, Frankfurter Fintech-Offensive, BayernLB im Steinhoff-Sumpf

Steinhoff-Skandal erreicht die BayernLB (und womöglich auch Sparkassen und Volksbanken)

Überraschende Wende in der „Causa Steinhoff“: Nach Recherchen von „Süddeutsche“-Redakteurin Meike Schreiber trifft der Skandal um den Möbelriesen nicht nur die Commerzbank (was bereits bekannt war), sondern auch die BayernLB. Diese soll Steinhoff-Kredite im Umfang von 200 Mio. Euro in den Büchern gehabt haben – wobei sich die Landesbank just dieser Tage von Darlehen mit einem Nominalwert von 150 Mio. Euro getrennt und dabei Verluste in Höhe von geschätzt 60 Mio. Euro in Kauf genommen habe (bei den 50 Mio. Euro, die auf der Bilanz bleiben, handelt es sich der SZ zufolge um besicherte Immobiliendarlehen). Darüber hinaus soll die BayernLB der Steinhoff Europe AG im Juni 2015 geholfen haben, einen Schuldschein in Höhe von 730 Mio. Euro zu platzieren; angeblich landeten die Papiere auch bei Sparkassen und Volksbanken.  Erhellend ist in diesem Zusammenhang ein zweieinhalb Jahre altes Dokument des „Bundesverbands Öffentlicher Banken“ (suchen Sie in dem PDF einfach nach dem Wort „Steinhoff“ und achten Sie dann besonders auf die Bookrunner, zu denen neben der BayernLB offenbar auch die DZ Bank gehörte). Und wenn Sie danach immer noch nicht genug haben, dann klicken Sie doch gern auch noch auf dieses PDF-Dokument hier, das aus dem Januar 2017 und von der BayernLB selber stammt.

Süddeutsche Zeitung

News

Hinter dem Schleier die Solarisbank: Der geschätzte Kollege Caspar Schlenk von „Gründerszene.de“ hat im Bundesanzeiger und auf der Homepage die 2016er-Geschäftszahlen des ambitionierten Berliner Fintechs entdeckt. Falls Sie, liebe Leser/innen, nun der Meinung sind: Die Zahlen haben nullkommanull Aussagekraft, weil Solaris ja erst im Frühjahr jenen Jahres gestartet ist – dann klicken Sie bitte gar nicht erst. Doch wenn Sie denken: Ach komm, das geb‘ ich mir jetzt mal – dann finden Sie hinter dem Link unter anderem Angaben zum Einlagenvolumen (17,3 Mio. Euro), zu den Provisionserträgen (1,2 Mio. Euro), zum Jahresfehlbetrag (7,6 Mio Euro), zur Bewertung und noch ein bisschen was mehr. Gründerszene

Wann kriegen die Banken in der Unternehmensfinanzierung endlich wieder höhere Margen durchgesetzt? Laut Barkow Consulting sind die durchschnittlichen Zinsen für fünfjährige Unternehmenskredite  seit Anfang Dezember um 0,28 Punkte auf 1,99 Prozent gestiegen. Auf die Margen schlage sich der Effekt bislang aber noch kaum nieder – wobei: Zumindest bei den KMUs scheint sich auch hier ein bisschen was zu tun, so Barkow. Handelsblatt

Wenn alles vorbei ist bei der HSH Nordbank … bleiben vielleicht noch 1300 bis 1400 Arbeitsplätze übrig, mutmaßt „Reuters“ und bezieht sich auf „Insider“. Zur Einordnung: Zu besten Zeiten (wenn man diese Zeiten denn wirklich so nennen will) hatte die hamburgisch-schleswig-holsteinische Landesbank rund 5000 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch etwa 2000. Reuters

„Frankfurt ist nicht Champions League“: Mit dieser auf das Standing des Finanzplatzes bezogenen Feststellung hat es Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gestern in die „Bloomberg“-Nachrichten geschafft, herzlichen Glückwunsch! Bloomberg

Im Fintech-Bereich ist Frankfurt bekanntlich nicht mal Europa League … aber das soll jetzt anders werden. Ein Bündnis, bestehend aus hessischem Wirtschaftsministerium, diversen Hochschulen  sowie Unternehmen aus der Region, will bis 2022 rund 15 bis 20 Mio. Euro in den Fintech-Standort zu investieren. Wirtschaftswoche

Lesetipps

Kommt bald die „Uber-for-mergers-app“? Wie bei Goldman Sachs die Finanz-Ingenieure mehr und mehr von den richtigen Ingenieuren abgelöst werden. Bloomberg

Sind Sie Unternehmer? Dann vergleichen Sie doch einfach mal: Das hier ist eine Demo-Version des neuen KMU-Finance-Managers von Finleap, über den wir gestern berichteten. Und das hier ist das Unternehmer-Tool der Volks- und Raiffeisenbanken (über das der DZ-Innovationsblog dieser Tage berichtete).

Wie Instant Payments und PSD2 die Rahmenbedingungen im Payment-Bereich ändern … und was das für die Frage bedeutet, wie wir im Jahr 2025 bezahlen werden. Der Bank-Blog

Ein Lesetipp exklusiv für den Leser B., der uns diese Woche beim gemeinsamen Mittagessen fragte, ob wir ihm mal ein paar konkrete Anwendungsfälle für die Blockchain im Finanzbereich nennen könnten. Konnten wir natürlich nicht- im Gegensatz zu Maxim Zavgorodny, Senior-Entwickler bei DataArt. Hier sein Artikel: IT-Finanzmagazin

Noch was vergessen? Ja: Die „Was wir lesen“-Linkliste des DZ-Innovationsblogs

Klickfavorit

… war gestern mit gebührendem Abstand zum Zweitplatzierten unser Scoop über das neue Finleap-Venture. Finanz-Szene.de