16/05/18: Das Ertragsdrama der Commerzbank, Vorbild BayernLB?, Europas Payment-Branche sortiert sich neu

Von 1.145 Mio. € auf 966 Mio. € binnen 24 Monaten: Das Ertragsdrama der Commerzbank

„Wir liefern, was unsere Strategie auszeichnet: Wir wachsen in unserem Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden und digitalisieren unser Geschäftsmodell.“ (Martin Zielke, 15.05.2018)

Das war die Kernbotschaft, die der Vorstandschef der Commerzbank gestern an die Investoren aussandte. Nun stimmt das mit dem Wachstum im Privatkundengeschäft tatsächlich – genauso, wie es richtig ist, dass die Commerzbank gerade ihr Geschäftsmodell digitalisiert (wer tut das nicht?). Was allerdings hat es mit dem Wachstum des Firmenkunden-Geschäfts auf sich? Dieser Frage ist „Finanz-Szene.de“ in einer umfangreichen Analyse nachgegangen. Das Ergebnis: Wenn man mal beiseitelässt, dass die Commerzbank unterm Strich mehr Kunden gewinnt als verliert, ist von Wachstum im Firmenkundengeschäft rein gar nichts zu sehen. Die Erträge sind in den vergangenen 24 Monaten regelrecht erodiert, was übrigens nicht nur am Zinsumfeld, sondern auch an einem markanten Rückgang beim Provisionsüberschuss lag. Und: In der Konsequenz entwickeln sich auch die meisten anderen Kennziffern bedenklich, vom Ergebnis über die Rendite bis hin zur Cost-Income-Ratio. Lesen Sie hier unsere Analyse (mit vier Grafiken!!):  Finanz-Szene.de

 

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News

Und wie ist das erste Quartal bei der Commerzbank sonst gelaufen? Eigentlich gar nicht so schlecht. Bzw.: Zumindest so gut, dass dieses Jahr wohl endlich wieder eine kleine Dividende fließen soll.. Reuters, Aktienkurs

Die Quartalszahlen der BayernLB sind diesmal insofern aufschlussreich, als bei der Münchner Landesbank das Geschäft mit Kapitalmarktprodukten für Mittelständler (anders als bei der Commerzbank) im ersten Quartal gelaufen ist (so schreibt es jedenfalls die „Börsen-Zeitung“ heute Früh). Dazu passt, dass der Vorsteuergewinn im Firmenkunden- und Mittelstandsgeschäft um 4% auf 143 Mio. Euro gestiegen ist, was allerdings mit der Auflösung von Risikovorsorge zu tun hatte. Und sonst so? Alles ganz gut eigentlich. Dank der DKB. Reuters

Es gärt bei der Sparkasse Düsseldorf – und zwar richtig. In der Hoffnung, die diversen Meldungen der vergangenen Tage richtig zusammenzufassen: Von den derzeit noch 1900 Stellen werden in den nächsten Jahren Hunderte gestrichten (vermutlich über entsprechende AT- und Vorruhestands-Regelugen); die edle, erst 2011 eingeweihte Private-Banking-Niederlassung an der Kö hat sich als derart edel erwiesen, dass man sie sich jetzt nicht mehr leisten will; 18 „normale“ Filialen wurden schon dichtgemacht; bis 2020 soll der Verwaltungssitz im Stadtteil Heerdt geschlossen werden; und der Ausschüttungsstreit dürfte, wie wir letzte Woche ja schon mal angedeutet hatten, wieder von vorn beginnen.  Rheinische Post, Handelsblatt (Paywall)

Deutsche Bank kauft indisches Fintech … wobei man fragen darf, ob die Blaubank die identische Akquisition vor zwei, drei Jahren (als Fintech-Akquisitionen noch „Bäh“ waren) schon genauso tituliert hätte, oder man damals nicht einfach von einem IT-Dienstleister gesprochen hätte. Wie die Firma heißt? Quantiguous Solutions. Was sie macht? Irgendwas mit Schnittstellen. Wie groß ist die Firma, wie viele Mitarbeiter hat sie, was kostet sie? Bleibt alles offen. FTSE Global Markets, Handelsblatt (Paywall)

Macht Christian Sewing seinen Strategiechef zum Brexit-Banker der etwas anderen Art? So liest es sich zumindest im „Manager Magazin“. Demnach steht der bislang in London stationierte „Global Head of Corporate Strategy“ Ali Almakky vor der Wahl, entweder ein Büro in Frankfurt zu beziehen (wie es sich neuerdings ja offenbar wieder gehört) oder die Bank zu verlassen (was neuerdings in manchen Fällen ja gar nicht so ungern gesehen wird). Manager Magazin

Der private Bankenverband nimmt weitere Fintechs auf, nämlich … Bonify, Fintec Systems, Loanboox und Lyra Network. Hier sehen Sie die nunmehr 20 offiziellen „Hans-Walter-Peters-Ehren-Finanz-Startups“ auf einen Blick: BdB

Und noch vier , wie wir finden, gar nicht so uninteressante Personalien:

Beyond.de

Die Neuordnung der europäischen Payment-Branche, nächster Teil: Das Rennen um das Kartengeschäft des Schweizer Finanztechnologie-Konzerns SIX ist entschieden. Nachdem sich Concardis (bzw. die hinter dem Eschborner Konzern stehenden Finanzinvestoren Bain und Advent) aus dem Bieterprozess zurückgezogen hatten, bekam der französische Anbieter Worldline für umgerechnet 2,3 Mrd. Euro den Zuschlag. Bis zuletzt mitgeboten haben soll der dänische Konkurrent Nets, der sich im Besitz einer weiteren Private-Equity-Gesellschaft befindet, nämlich Hellman & Friedman. Experten erwarten, dass die Konsolidierung der europäischen Payment-Branche nun rasch voranschreitet. Wer dabei den Ton angibt (und wer eher zu den Verkäufern zu rechnen ist), erfahren Sie bei den Kollegen von Reuters.

Linktipps

So weit ist die Commerzbank mit der Digitalisierung ihres Kreditgeschäfts: … jedenfalls laut einer spannenden Grafik, auf die wir gestern gestoßen sind. Finanz-Szene.de

Warum Instant Payments zum Scheitern verurteilt ist: Erstens, weil man es nicht wirklich braucht. Und zweitens, weil die Banken dann auch noch der Meinung sind, die Kunden würden dafür bezahlen (so jedenfalls sieht das der Blogger und Haspa-Beschäftigte Tobias Baumgarten). Finletter

Das Platzen der ICO-Blase: … ist den Kollegen in Düsseldorf eine megalange Analyse wert. Handelsblatt (Paywall)

Robo Advice wird völlig überschätzt: … meint jedenfalls (u.a. unter Berufung auf die vielzitierten, aber nicht unumstrittenen Zahlen von „Brokervergleich“) der Consultant Andreas Buschmeier. Der Bank-Blog

Karriere

Warum Sie sich, liebe Investmentbanker unter den „Finanz-Szene.de“-Lesern, um Ihre berufliche Zukunft nun wirklich keine Sorgen machen müssen: Neun Tipps für die erfolgreiche Umschulung zum Corporate-M&A-Manager. efinancialcareers

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… dieser Newsletter eine schöne Melange aus Ironie und Provokation ist. Dadurch fällt das Aufstehen deutlich leichter als an den grauen Tagen, an denen die „Finanz-Szene.de“-Mail im Posteingang fehlt.“

Jochen Siegert ist COO bei Traxpay – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten.

Klickfavorit

… war gestern die eingedampfte Führungsriege bei der Deutschen Bank. Börsen-Zeitung