16/08/18: Megafunding für Deposit Solutions, SumUp wächst wie irre, Funding Circle: Oha!

Megafunding für Hamburger Einlagen-Fintech: Deposit Solutions ist jetzt 440 Mio. Euro wert

Das Hamburger Finanz-Startup Deposit Solutions („Zinspilot“) steigt auf einen Schlag zum zweitwertvollsten deutschen Fintech auf. Die neue Finanzierungsrunde, die gestern Abend publik gemacht wurde, spült dem Einlagen-Vermittler  nach eigenen Angaben 88 Mio. Euro in die Kassen. Die Bewertung liege nun bei 440 Mio. Euro – womit in Deutschland lediglich N26 (rund 610 Mio. Euro) von den Investoren höher eingeschätzt wird. Das Geld kommt unter anderem von Vitruvian Partners und Kinnevik, es sind also wieder mal die ausländischen VCs, die hierzulande bei einer großen Runde den Ton angeben (wobei: der semi-deutsche Risikokapitalgeber e.ventures ist auch mit dabei). Auf den ersten Blick mag die Höhe des Fundings überraschen, schließlich gibt es einige Fintechs hierzulande, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die Deposit Solutions. Indes: Im Vergleich zu Scalable, Kreditech, Solaris oder N26 haben die Hanseaten  einen großen Vorteile: Sie sind als einziges deutsches Fintech sowohl im B2C-Bereich („Zinspilot“) als auch im B2B-Bereich (z.B. als Partner der Deutschen Bank oder von Check24) gleichermaßen stark aufgestellt. Hier mehr Details: Finanz-Szene.de (Dokumentation der PR-Mitteilung), Finanz-Szene.de (Liste der 10 höchsten deutschen Fintech-Fundings), FT (Paywall).

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News

Können wir das mit dem „zweitwertvollsten deutschen Fintech“ gleich wieder zurücknehmen? Denn (exklusiv, exklusiv!): Gerade leuchtet in unserer Linkedin-Timeline (sagt man Timeline?) ein Beitrag von SumUp-Gründer Marc-Alexander Christ auf. Der teilt nämlich mit, dass SumUp (also der Kartenlese-Spezialist und mithin Konkurrent von Square und iZettle) diese Woche den 1000. Mitarbeiter eingestellt hat. Nun muss man genau genommen sagen, dass SumUp kein deutsches, sondern ein deutsch-britisches Fintech ist (deutsche Gründer, Hauptsitz in London, Zweitsitz in Berlin) – aber wenn man diese Feinheit mal außer Acht lässt, dann ist nach Beschäftigten gerechnet mit ziemlicher Sicherheit SumUp das größte hiesige Fintech. Und die Bewertung? Lässt sich schwer sagen, weil die ewig nicht mehr gefunded haben. Womöglich, weil sie längst profitabel sind. Linkedin 

Exklusiv – Größter deutscher KMU-Marketplace-Lender verdoppelt (quasi) das Vermittlungsvolumen: Der Abgesang aufs KMU-Crowdlending (siehe gestrige Ausgabe) hat uns keine Ruhe gelassen, weshalb wir uns auf die Suche nach den aktuellen Geschäftszahlen von Funding Circle Deutschland gemacht haben. Ergebnis: Das vermittelte Volumen lag im ersten Halbjahr bei 54 Mio. Euro, was ziemlich exakt dem Wert des Gesamtjahrs 2017 entspricht. Klar, gemessen an den Kreditbüchern der Banken sind das Kleckerbeträge – aber immerhin. Interessant übrigens auch, dass sich aus der Gebührenordnung so ungefähr ablesen lässt, dass grob gesagt 4% p.a. des vermittelten Volumens beim Marktplatz selber hängen bleiben. Damit dürfte die quasi totgesagte Funding Circle Deutschland GmbH von Januar bis Juni etwa soviel operativen Ertrag gemacht haben wie die gehypte Solarisbank im Gesamtjahr 2017 (siehe unsere Dienstagsausgabe).

Das Hire&Fire-Gesetz für die „Risikoträger“ unter den deutschen Bankern soll unabhängig vom Brexit kommen: … dergestalt äußert sich jedenfalls Hessens Finanzminister Thomas Schäfer heute Morgen in der „Börsen-Zeitung“: „Es macht ja keinen Sinn, die Sache erst nach dem formalen Ausscheiden Großbritanniens aus der EU auf den Weg zu bringen.“ Die noch offenen Details sollten darum in den nächsten Monaten geklärt werden. (und noch ein Hintergrundsatz für alle, die das Thema nicht so auf dem Zettel haben: Bei dem geplanten Gesetz geht es darum, den Kündigungsschutz für „Risikoträger“ dem von leitenden Angestellten anzugleichen, damit Deutschland – vereinfacht gesagt – für Brexit-Banken attraktiver wird). Börsen-Zeitung 

Was ist jetzt eigentlich mit dem Höllenhund? Diese Frage hat sich zuletzt ja regelrecht aufgedrängt, als es in der verfahrenen HSH-Nordbank-Causa zunehmend so aussah, als sei es allein Sache der Eigner (sprich: Hamburg und Kiel) bzw. der Bankenverbände (sprich: BdB und DSGV), eine Lösung für den Übergang von der einen Einlagensicherung in die andere zu finden. Jedenfalls: Wie wiederum die „BÖZ“ heute Morgen berichtet, verhandelt der DSGV jetzt auch mit dem künftigen HSH-Eigner Cerberus. Tenor: Der Höllenhund möge doch bitte auch mal ein paar Zugeständnisse machen. Bleibt zu hoffen, dass die Gespräche nicht nur fürs Schaufenster geführt werden. Börsenzeitung  

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„Fusionen erfolgreich anbahnen und umsetzen“: 44% aller Sparkassen und Volksbanken planen mittelfristig mit einer Fusion oder befinden sich aktuell in einer Fusion. Dies ergab die Horváth & Partners – Fusionsstudie des letzten Jahres. Auch in diesem Jahr führen wir dazu eine Umfrage durch. Nehmen Sie an unserer 5-minütigen Befragung teil und profitieren Sie von den exklusiven Studienergebnissen: https://hrvth.com/2lLWc6J

Linktipps

Was tut meine Bank für mich und für mein direktes Umfeld? Wenn Sparkassen und Volksbanken ihren Kunden auf diese Frage keine überzeugende Antwort mehr geben können, dann werden sie früher oder später ihre Daseinsberechtigung verlieren, schreibt in einem sehr lesenswerten Beitrag der PR-Profi Jörg Forthmann. Der Bank-Blog

Berechtigte Frage, würden wir sagen: Warum um alles in der Welt soll das Payment-Joint-Venture von Sparkassen und Ingenico unter dem Namen „Payone“ firmieren, wo es sich bei der ursprünlichen Payone doch um jene Firma handelt, die erst vom Sparkassen-Acquirer (also von B+S) geschluckt wurde, der nun selber geschluckt wird (jedenfalls de facto)? Paymentandbanking

Was hat es zu bedeuten, wenn Wirecard jetzt mehr wert ist als die Deutsche Bank … und Paypal fast dreimal so viel wie alle gelisteten deutschen Banken zusammen? Paymentandbanking

Wird es für die Coba-Aktie im Falle eines Dax-Abstiegs erst so richtig ungemütlich, weil dann die ganzen ETFs verkaufen müssen? „Nö“, glaubt Christian Kirchner. Und erklärt, warum nicht. Capital

Gestern hatten wir ja kurz vermeldet, dass sich der Geldautomaten-Hersteller Diebold-Nixdorf zum Verkauf stellt. Warum dieser Schritt offenbar nötig ist (Tenor: Digitalisierungs-Verlierer), erklärt das Manager Magazin.

Ignoriert

In fast allen gängigen deutschen Finanzmedien war in den vergangenen Tagen von zwei wieder mal ganz heißen Retailbanking-„Studien“ zu lesen. Was dabei aber (soweit wir das verfolgt haben) niemandem aufgefallen ist: 1.) Die „Studien“ kamen beide von  Töchtern der Deutschen Bank (nämlich einmal von der Postbank und einmal von der Norisbank). Und 2.) Der Grundtenor der beiden „Studien“ war völlig konträr. Denn über der einen stand „Bundesbürger bevorzugen Beratung in der Bankfiliale“, während über der anderen „86,8 Prozent der befragten Internetnutzer wickeln ihre Bankgeschäfte online ab“ stand. Falls Sie, liebe Leser, jetzt fragen,  welche der beiden „Studien“ von welcher der beiden Deutsche-Bank-Töchter kam … Das können Sie sich doch denken, oder?

Verstorben

Die Deka trauert um Steffen Selbach. Der Vorsitzende der Deka Vermögensmanagement ist am Montag mit nur 48 Jahren verstorben. Private Banking Magazin