17/04/18: IT-Fiasko bei den Sparda-Banken, N26 braucht noch zwei Jahre, 43 Minuten Zinspilot

Paukenschlag im Genosektor: IT-Fiasko spaltet die Sparda-Banken

Jahrzehntelang waren die Sparda-Banken stolz auf ihren eigenen IT-Dienstleister, die in Nürnberg ansässige Sparda Datenverarbeitung (SDV). Nun allerdings endet der Sonderweg im kompletten Fiasko. Denn: Nachdem vor einigen Jahren bereits die PSD-Banken von der SDV zur ebenfalls genossenschaftlichen Fiducia gewechselt waren und vor zwei Jahren die Sparda-Bank Berlin den gleichen Schritt ankündigte (der demnächst vollzogen wird), kehren nun laut „Börsen-Zeitung“ zwei weitere Sparda-Banken (nämlich Hannover und Südwest) dem Gruppen-eigenen Dienstleister den Rücken und laufen zur Fiducia über. Und die verbleibenden acht Sparda-Banken? Können jetzt zusehen, wie sie irgendwie die Kosten in den Griff kriegen. Dazu gehört der Plan, die komplette IT-Infrastruktur von der SDV an die Telekom-Tochter T-Systems auszulagern, ein Deal in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem könnte die SDV demnächst mit einem Kernbank-Anbieter verpartnern, der dem Vernehmen nach dann aber nicht Fiducia-GAD heißen wird, sondern eher Avaloq oder Sopra Steria. Die „BÖZ“ bringt die Sache heute Früh auf den Punkt: „Eine Bankengruppe, zwei IT-Welten“. Völlig verrückt. Pressemitteilung, Börsen-Zeitung (News), Börsen-Zeitung (Kommentar), FAZ (Paywall), IT-Finanzmagazin

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News

Exklusiv: So rot sind die schwarzen Zahlen der Lampe-Bank diesmal: „Verschweigt das Bankhaus Lampe einen operativen Verlust?“ So hatten wir im Herbst unsere Analyse der 2016er-Zahlen des Bankhauses Lampe überschrieben. Nun hat die Oetker-Bank ihren Geschäftsbericht für 2017 veröffentlicht. Und wenn uns nicht alles täuscht, sind die Zahlen kaum besser als ein Jahr zuvor. Der Überblick: Finanz-Szene

Die „rein analytische Übung“ der Deutschen Bank: Zwar stammt die Meldung streng genommen von Sonntagabend. Aber auch gestern war sie am Finanzplatz das beherrschende Thema: Wie als erstes die „SZ“ berichtete, hat die EZB die Deutsche Bank (schon vor Monaten) veranlasst durchzurechnen, welche Folgen ein Ausstieg aus dem Handelsgeschäft hätte – ein offenbar bislang einmaliger Vorgang. Gegenüber dem „Handelsblatt“ spielte Blaubank-CFO James von Moltke den Vorgang herunter. „In einer rein analytischen Übung rechnen wir für die EZB durch, welche Effekte es hätte, wenn wir in unserem Handelsgeschäft kein Neugeschäft mehr machen würden.“ Echt so harmlos? Süddeutsche (News), Handelsblatt (Analyse mit Moltke-Zitat, hinter Paywall)

Was ist jetzt eigentlich mit Frau Hammonds? Im Zuge der Personalien Cryan (weg), Sewing (die neue Nr. 1), Ritchie (halb weg, jetzt die Nr. 2), Schenk (praktisch weg) und von Rohr (schnell mal googeln: Wer war das nochmal?) wäre fast in Vergessenheit geraten, dass Frau Hammonds ja immer noch da ist, und zwar in unveränderter Position (IT-Chefin), trotz ihrer angeblichen Äußerung von der Deutschen Bank als „dysfunktionales Unternehmen“. Jedenfalls: Glaubt man Bloomberg, dann steht Kim Hammonds auch weiterhin zur Disposition. Bloomberg

Sewing in den BdB-Vorstand gewählt: Dort sitzt der neue Deutsche-Bank-Chef jetzt neben Präsident Hans-Walter Peters (Berenberg) und Wäre-gern-auch-mal-Präsident Thomas-A. Lange (Essener National-Bank). Handelsblatt

Targobank steigert das Kreditvolumen um 18 Prozent: … und zeigt damit, welche Dynamik im Geschäft mit Konsumentenkrediten weiterhin herrscht. Allein die „Targo Autobank“ fuhr ihr Volumen um 28 Prozent auf 320 Mio. Euro hoch. dpa/Welt, Automobilwoche

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Die ultimative Warnung vor den „BATs“: Wer die „Gafas“ sind, weiß inzwischen jeder Banker – nämlich Google, Amazon, Facebook und Apple. Nun indes mehren sich die Stimmen, dass die größte Gefahr für die etablierten (auch deutschen) Banken gar nicht von den amerikanischen, sondern von den chinesischen Tech-Giganten ausgeht, also von Baidu, Alibaba (bzw. Ant Financial) und Tencent. So sagte  Blackrock-Präsident Robert Kapito dieser Tage bei einer Veranstaltung in Davos:  „Tech-Unternehmen werden den Finanzdienstleistungsmarkt auf sehr, sehr aggressive Weise angreifen“ – und nannte als Beispiel eben Ant Financial und nicht Amazon. Wer findet, die These sei weit hergeholt, den verweisen wir darauf, dass Ant Financial mit einer vorbörslichen Bewertung von 150 Mrd. Dollar inzwischen mehr wert ist als jede europäische Bank (mit Ausnahme der HSBC, wobei die ja halb asiatisch ist). Und interessant in diesem Kontext ist auch, wie Ratepay-Chefin Miriam Wohlfarth in ihrer jüngsten „Bilanz“-Kolumne den Einstieg von Tencent bei N26 einordnet. Financial Times (Paywall), Handelsblatt, Bilanz, Börsen-Zeitung (Paywall)

Linktipps

Die Bielefeld-Lektion: Die SZ zeichnet noch einmal detailliert nach, wie Christian Sewing zum Chef der Deutschen Bank wurde. Süddeutsche

Wie den Banken die Lust am Geldautomaten vergeht: Noch gibt es hierlande fast 60.000 Stück – doch ihre Zahl sinkt. FAZ

Die deutsche Fintech-Branche wird erwachsen – doch fühlt sie sich wohl damit? Darüber diskutieren Hartmut Giesen (Sutor), Clas Beese (Finletter), Maik Klotz (Yes) und Jochen Siegert (Tausendsassa) im Podcast von Paymentandbanking

Von Gini über Finreach bis WebID Solutions: Welche „unsichtbaren“ Fintechs das Retail-Banking erleichtern. Handelsblatt (Paywall)

Wie funktioniert digitale Identität, nächster Teil: Diesmal setzt sich Rudolf Linsenbarth mit den Themen Identitätsübermittlung, Delegation und Rechtsrahmen auseinander. IT-Finanzmagazin

43 Minuten Tim Sievers: Der Deposit-Solutions- bzw. Zinspilot-Gründer über Thiel, die Welt und die deutsche Fintech-Szene im Podcast von Online Marketing Rockstars

That’s not news

Weil für samstags, sonntags und montags nicht erscheien (außer in Ausnahmefällen), finden Sie an dieser Stelle immer dienstags einen Überblick über die wichtigsten Nachrichten des Wochenendes:

  • N26 will „in den nächsten zwei Jahren in die schwarzen Zahlen kommen“: Dann brauche es vermutlich noch eine Finanzierungsrunde bis zum Börsengang, so Gründer Valentin Stalf. Reuters/HB
  • NordLB findet Nachfolger für Ulrike Brouzi: Und zwar wird Olof Seidel, der zuletzt mehrere Jahre für ein früheres Joint-Venture der Hannoveraner Landesbank tätig war (nämlich für die DNB) den Posten übernehmen. Finance Magazin
  • Goldman Sachs erwirbt den Personal Finance Manager Clarity Money: Mit dem Zukauf will die US-Investmentbank ihr Retail-Angebot Marcus stärken. Manager Magazin

Klickfavorit

… war am Freitag das Stück über die Robo-Adviser von Volksbanken und Sparkassen. Fondsprofessionell