17/05/18: Deutsche Bankaktien brechen ein, Fed vs. Achleitner, Flucht aus DWS-Fonds

Oha. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brechen ein

… und zwar die eine (nämlich die der blauen Bank) um 2,7 Prozent, die andere (also die der gelben Bank) gar um krasse 6,1 Prozent. Nun liegt man sicherlich nicht daneben, wenn man einen Teil dieser Verluste auf den gestrigen Italien-Schock zurückführt. Was die Commerzbank angeht, würden wir darüber hinaus aber dann doch die Behauptung wagen, dass manche Investoren vorgestern ganz gut daran getan hätten, die Q-Zahlen richtig zu lesen, statt einer mantaesken „Boah, geil, gibt wieder Dividende, wo ist der Order-Knopf?“-Logik zu folgen. Bei der Deutschen Bank wiederum scheint es so zu sein, dass sich manche Analysten konkurrierender Geldinstitute schon wieder in einer gewissen Sturmreif-Laune befinden, namentlich Herr Goel von Barclays, der das Kursziel gestern mal eben auf 8 Euro senkte. Bis dahin freilich ist es noch weit, die 10-Euro-Marke hingegen könnte zeitnah wackeln, und zwar nicht nur bei der Blaubank (Schlusskurs gestern: 10,98 Euro), sondern auch und sogar eher bei der Gelbbank (10,34 Euro).

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News

Welches Ungemach droht der Deutschen Bank denn da schon wieder von der New Yorker Fed? „Bloomberg“ berichtet a) von einem mysteriösen  Treffen zwischen den US-Aufsehern und AR-Chef Achleitner irgendwann Ende März / Anfang April (also in jenen Tagen, als sich die Ablösung John Cryans erst anbahnte und dann auch vollzogen wurde), erinnert b) daran, dass sich die Strafen, zu denen die NY Fed die Deutsche Bank über die Zeit verurteilt hat, inzwischen auf eine Viertelmilliarde Dollar summieren, und dreht c) die ganze Geschichte dann so, dass es sich liest, als habe der neue CEO Sewing da womöglich ein dickes Problem an der Backe. Wie dick das Problem wirklich ist, bleibt gleichwohl offen. Bloomberg

Anleger fliehen aus Kaldemorgen-Fonds: Neue Hiobsbotschaft für die DWS. Nach der schwachen 2017er-Performance des „Deutsche Concept Kaldemorgen“ haben Anleger im ersten Quartal stolze 844 Mio. Euro aus dem Flaggschiff-Fonds abgezogen; auch den „DWS Top Dividende“ (minus 700 Mio. Euro) und dessen Schwesterprodukt „Deutsche Invest I Top Dividend“ (minus 579 Mio. Euro) erwischte es. Dass die Deutsche-Bank-Tochter unterm Strich trotzdem Zuflüsse in Höhe von 2,1 Mrd. Euro verzeichnete, lag nicht nur, aber auch am weiterhin boomenden ETF-Vertrieb. Problem: Dort sind die Margen deutlich geringer. Fondsprofessionell

Der Bund hat einen Großteil seiner verbliebenen Deutsche-Pfandbriefbank-Aktien losgeschlagen … und dafür 287 Mio. Euro kassiert. Reuters

Die Silicon Valley Bank plant für Ihre Deutschland-Dependance jetzt doch mit mehr als 10 Mitarbeitern … nämlich mit 20 (bis Jahresende). Bloomberg/Welt

Und was ist jetzt eigentlich an der Geschichte dran, dass die Comdirect demnächst mit Google Pay startet? Nun ja, zumindest berichtete der mutmaßlich einzige Blog da draußen, den wir nicht stündlich screenen, nämlich „Caschys Blog“, schon am Samstag, dass die Quickborner Power-Bank eine (mittlerweile gelöschte) Informationsseite zur Nutzung von Google Pay (versehentlich?) freigeschaltet hatte. Ein nicht nur uns, sondern offenbar generell unbekannter Twitter-Nutzer namens Philip twitterte daraufhin am Sonntag einen (womöglich echten) Dialog aus dem Comdirect-Kunden-Chat. Darin hieß es, Google Pay solle „demnächst losgehen“. Und: Die Comdirect hat die Sache, soweit wir das sehen, trotz diverser Journalistenanfragen nicht dementiert. Wenn das mal keine lückenlose Indizienkette ist. Wozu Google Pay überhaupt gut ist, erklären derweil die Kollegen von „Chip“.

Ignoriert

Bei allem Respekt für die in Frankfurt neuerdings sehr beliebte Herrschaftsform der Theokratie – aber Meldungen nach dem Motto „Weimer regiert durch“, „Neues Ungemach für Kengeter“  und „Zieht sich Faber vorzeitig zurück?“ werden bei „Finanz-Szene.de“ von heute an nicht mehr verlinkt.

Linktipps

Warum läuft bei der Digitalisierung der deutschen Banken eigentlich so relativ viel schief? Dieser Frage haben sich die schwarmintelligenten Herren Keese, Bajorat, Thalhammer, Siegert und Otero sowie Frau Wohlfarth gewidmet. Paymentandbanking-Blog

Gestern hatten wir uns der Digitalisierung der Commerzbank ja aus der Vogelperspektive genähert … Die „Börsen-Zeitung“ hingegen geht heute ins Detail, und zwar am Beispiel der Vermählung herkömmlicher SAP-Geschäftsprozesse mit der Blockchain-Plattform „Corda“ (für Nicht-BÖZ-Abonnenten: Leider ist nur die Kurzfassung frei zugänglich). Kurzfassung, Langfassung (Paywall)

Und wenn Sie statt der dünnen Soße, die wir hier jeden Tag anrühren, mal eine richtige Béarnaise kosten wollen, dann empfehlen wir Ihnen den „Abrantix-Blog“ , auf den wir diese Woche eher zufällig stießen, als wir in völliger Ahnungslosigkeit nach einer Deutungshilfe zur Einordnung des SIX-Wordline-Deals googelten. Der jüngste Blog-Eintrag, er stammt vom 1. Mai, befasst sich übrigens mit dem rasanten Wandel der Acquiring-Industrie, gut erklärt, und auch nicht zu lang. Abrantix-Blog 

„Ich lese Finanz-Szene.de, weil …

… ich hier gleich morgens einen Überblick mit Hintergrund in klarer Sprache und ohne Jargon bekomme!“

Gunter Dunkel ist Ex-Chef der NordLB, Mitgründer des Startups „Directors Academy“ – und einer von mittlerweile mehr als 5500 Abonnenten.

Klickfavorit

… war gestern unsere Analyse zum Ertragseinbruch im Firmenkunden-Geschäft der Commerzbank. Finanz-Szene.de

Gewinnspiel

Liebe Leser/innen, seien wir ehrlich, dröger als heute waren die Themen in unserem kleinen Newsletter selten. Als Entschädigung haben wir deshalb ein Gewinnspiel vorbereitet: Wer es schafft, in maximal 1000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) auch nur einigermaßen verständlich zu erklären, was uns diese Pressemitteilung hier über den Aufbau einer „Fintech-Acceleration-Plattform“ durch die Deutsche Börse und zwei Finanz-Startups eigentlich sagen soll – der gewinnt den Abdruck dieser maximal 1000 Zeichen in der morgigen Ausgabe.