17/07/18: Große Paydirekt-Grafik, Deutsche Bank tindert Fintechs an, Sewings Ertrags-Coup

Stabile Erträge trotz harten Cost-Cuttings: Wie die Deutsche Bank ihre Investoren überraschte

Nein, wir werden jetzt nicht zu Deutsche-Bank-Euphorikern, nur weil  die vorläufigen Q2-Zahlen die Aktie gestern um bis zu 9% in die Höhe geschickt haben. Denn, natürlich lassen sich die Skeptiker-Argumente nicht von der Hand weisen: 1.) Verglichen mit dem Vorjahr sind die Zahlen so dolle auch wieder nicht. 2.) Noch hat die Blaubank keine Details veröffentlicht, das tut sie erst nächste Woche 3.) Ein netter Sondereffekt war schon auch im Spiel. Und trotzdem: Gestern war nicht der Tag des Haars, sondern der Suppe. Denn: 1.) Die Deutsche Bank hat die Kosten um 200 Mio. Euro stärker gedrückt, als die Analysten erwartet hatten. 2.) Trotzdem konnte sie die Erträge stabil halten und schlug auch hier die Konsensschätzung. 3.) Unterm Strich steht ein Vorsteuergewinn von rund 700 Mio. Euro, während die Analysten nur gut 300 Mio. Euro prognostiziert hatten. Folge: Vorstandschef Christian Sewing, der seit seinem Amtsantritt im April rund 100 Tage im Krisenmodus regiert hat, darf zum ersten Mal ein wenig durchatmen. Finanz-Szene.de (Tabelle Q2-Zahlen versus Konsens-Schätzung), Finanz-Szene.de (Dokumentation der Ad-hoc-Meldung)

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Die Grafik

Ehre, wem Ehre gebührt. Den Start unserer neuen (aus Kapazitätsgründen erst einmal nur unregelmäßig erscheinenden) Rubrik „Die Grafik“ wollten wir nicht irgendeinem x-beliebigen Unternehmen widmen – sondern dem Payment-Powerhouse der deutschen Bankenbranche, sprich: Paydirekt. Denn: Wenn nicht alle Stricke reißen, dann wird Paydirekt demnächst die Gewinnung des zweimillionsten Kunden verkünden. Einerseits wäre das ja irgendwie ein Erfolg. Andererseits: Kann es sein, dass das Wachstum – nachdem es im zweiten Halbjahr 2017 noch kräftig nach oben ging – zuletzt schon wieder merklich erlahmt ist? Die Grafik: Finanz-Szene.de

News

Positioniert sich die Deutsche Bank jetzt als Fintech-Bank? Nun ja, zumindest fällt auf, dass das wichtigste Geldhaus der Republik (oder nur dessen PR-Strategen?) exakt diese Karte neuerdings ziemlich penetrant auszuspielen versuchen. So warf John Gibbons, der Chef der Transaction-Banking-Sparte, das Stichwort „Fintech“ in einem gestern erschienen „Handelsblatt“-Interview so oft ins Gespräch ein, dass die Kollegen gar nicht mehr anders konnten, als zu fragen: „Planen Sie weitere Partnerschaften mit Fintechs?“  Worauf Gibbons dann mit einer für die Deutsche Bank bei diesem Thema bislang unbekannten Bestimmtheit antwortete: „Absolut, wir werden Beteiligungen aufbauen, und wir planen, Unternehmen komplett zu übernehmen.“ Dazu passt, dass dieser Tage in der Online-Ausgabe der „FAZ“ ein (am neuen Firmenkunden-Portal aufgehängter) Artikel erschien, der überschrieben war mit:  „Die Deutsche Bank als Fintech-Marktplatz“. Handelsblatt (Paywall), FAZ

Nach dem Willen des Finanzstabilitäts-Rats sollen Banken mehr Kapital für ihre Krypto-Bestände vorhalten: … wobei wir doch inständig hoffen, dass das den meisten deutschen Banken mangels nennenswerter Krypto-Bestände eher schnuppe ist. Welt/Bloomberg

Linktipps

Wie „Finanz-Szene.de“ vergangene Woche exklusiv berichtete, hat die Commerzbank ihre Pläne für einen „Robo-Advisor mit menschlichem Antlitz“ aufgegeben. Die ABN Amro hingegen setzt im deutschen Markt unter dem Namen „Prospery“ genau auf solch ein Hybridmodell. Warum dieser Ansatz trotz der höheren Gebühren für Kunden attraktiv sein soll … erklärt CEO Dirk-Jan Schuiten im Interview mit Hansjörg Leichsenring vom Bank-Blog.

Instant Payment könnte es so ergehen wie der SMS: Wenn die Kreditwirtschaft den Service dauerhaft so üppig bepreist, wie es die Sparkassen momentan  tun, dann werden sich die Kunden kostengünstige Alternativen suchen (genauso wie die Menschen ihre Textnachrichten längst per Whatsapp versenden). Meint jedenfalls der Blogger und Haspa-Mitarbeiter Tobias Baumgarten. Finletter

Swift und das Segelschiff: Warum Fintech-Innovationen die Blockchain in manchen Bereichen überflüssig machen (oder zumindest die Einführung um Jahre verzögern) könnten. Erläutert am Beispiel der „Global Payments Innovation“-Initiative von Swift. leobosankic.com

 Klickfavorit

… war am Freitag unser kleines Exklusiv-Stück „Check24 bietet 100 Euro je Sparer“. Finanz-Szene.de

Back-End

Liebes Berliner Fintech, dessen Name leider unerwähnt bleiben muss. Herzlichen Dank für die edel designte und nicht ganz billige Hartplastik-Flasche, die Du uns gestern ohne ersichtlichen Anlass mit der Post hast zukommen lassen. Super Sache! Wertet den Getränkehalter unseres alten Stahlrahmen-Rennrad erheblich auf. Was wir aktuell noch ganz gut gebrauchen könnten, das wären: ein paar neue Laufschuhe (Größe 42,5), ein Dachgepäckträger (Golf VII), ein Champagnerkübel (aber bitte nicht 0-8-15) und, naja, eine neues Rennrad. Wichtig in diesem Kontext: Aus Compliance-Gründen dürfen wir Geschenke leider nur bis zu einem Wert von 1000 Euro annehmen, es sei denn, es handelt sich um eine Barzuwendung. In letzterem Fall bitten wir aus ethischen Erwägungen darum, die Banknoten ausschließlich in Umschläge zu stecken, die aus 100% Altpapier hergestellt wurden. Danke.